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brachten. Diese Niedrigkeit der Gesinnung, dieses
Kriechende, diese Gemeinheit — pfui, welch abscheu
liches Gemisch! Ich spreche mit L., erlaube ihm, mich
zu besuchen, um Charaktere dieser Art studieren zu
können.
Der einzige schöne Aug ist die dem Juden angeborene
Gutmütigkeit, die er in hohem Grade besitzt.
Der Sinn der Eleganz
Sonntag, 28. Februar
Heute kam etwas zuiu Ausbruch, worüber ich schon
lange nachgedacht hatte. Meine Garderobe ist nämlich
von der Art, daß ich schon unzählige Male ihretwegen
von meinen Bekannten über die Achsel angesehen, von
meinem Freunde Wilhelm, der mit Recht in jedem
Stück und jeder Beziehung die Pflicht der Aufrichtig
keit, die er mir schuldig ist, erfüllt, aber ausgelacht und
getadelt wurde.
Schon ehe ich auf die Handelsschule kam, war mein
Vater ärgerlich, wenn er sah, daß ich auf die Kleidung
viel gab, und hatte es sich zur Maxime gemacht, meinem
Hang durchaus nicht nachzugeben. Er nannte es Eitel
keit usw., so daß schon früher dieser Gegenstand zu leb
haften Debatten Gelegenheit gab. So schlecht aber wie
auf der Handelsschule war meine Garderobe noch nie
gewesen: ihre Niederträchtigkeit zu beschreiben, so ge
wandt ist meine Feder nicht. Es sei genug, daß sie sehr
oft Gelegenheit zu Bitten, dann Tadel und zuletzt
Sarkasmen von seiten Wilhelms gab.
Was sollte ich tun?