Full text: Ferdinand Lassalle

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mich übrigens dadurch nicht abhalten lassen. Euch von 
Zeit zu Zeit Nachricht zu geben, zumal wenn irgend 
etwas vorfällt, welches meine Lage ändert. 
Im Laufe März komme ich vor die Assisen; daß 
nicht das Geringste zu fürchten ist, habe ich Euch schon 
von vornherein geschrieben und brauche es daher erst 
nicht zu wiederholen. Ich will noch hinzufügen, daß 
alle politischen Angeklagten, welche jetzt in Köln vor 
den Geschworenen gestanden, wiederum ohne Aus 
nahme freigesprochen wurden (Marx, Schneider, Schap- 
per, Engels, Korsf, Gottschalk, Kinkel, zwei Dutzend 
Arbeiter usw.). Was so vielen möglich, wird doch mir 
um so eher möglich sein. Obwohl Ihr also in solcher 
Hinsicht gewöhnlich vor lauter Angst zu gar keiner ruhigen 
Betrachtung kommt, so hoffe ich doch, daß Ihr Euch 
diesmal keine unnötigen Sorgen machen werdet. Ich 
freue mich auf die Prozedur wie ein Gott. Wie 
der fernhintreffende Apollo will ich meine Lanzen 
werfen, und ich habe im voraus Mitleid mit dem 
Ärmsten, der die klägliche Aufgabe haben wird, diese 
spaßhafte und verbrecherische Anklage mir gegenüber 
zu verteidigen. 
Die politischen Verhältnisse werden wohl gleichfalls bald 
zu einer entscheidenden Lösung gelangen müssen. Ent 
weder kehrt Deutschland wirklich wieder und für immer 
in die Nacht der alten Zustände zurück — und dann ist 
alle Wissenschaft eine Lüge, alle Philosophie ein bloßes 
Spiel des Geistes, Hegel ein dem Irrenhaus entlaufener 
Narr, und es gibt keinen Gedanken in dem Zufall der 
Geschichte —, oder die Revolution wird bald einen neuen 
und entscheidenden Triumph feiern.
	        
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