Full text : Leben und Lehre des Buddha

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III.  Das  Leben  des  Buddha.

dhismus  genannt.  Änanda  war  der  Lieblingsjünger  Buddhas.
Buddha  hatte  ihn  stets  um  sich  und  starb  in  seinen  Armen.  Die
Tradition  berichtet  von  Änanda,  daß  er  das  Meiste  gehört  und
das  Gehörte  am  besten  behalten  habe.  Er  selbst  sagt  in  ihm
zugeschriebenen  Versen:  „25  Jahre  habe  ich  dem  Herrn  gedient
mit  Liebe,  mit  Herzen,  Mund  und  Händen,  nicht  weichend  von
ihm,  wie  sein  Schatten."  Anumddha  gilt  für  den  Begründer
und  Hauptkenner  des  Abbidbarwa,  Upäli  soll  den  Hauptanteil
an  dem  Yinaya,  der  kirchlichen  Disziplin,  gehabt  haben.  Vor
seiner  Bekehrung  war  Upäli  der  Barbier  der  Läbyas,  bei  denen
er  eine  familiäre  Stellung  einnahm.  Devadatta  ist  der  Verräter
Buddhas.  Sein  Verrat  fand  erst  statt,  als  Buddha  bereits  das
siebzigste  Lebensjahr  überschritten  hatte;  doch  sei  gleich  hier  alles
Nötige  erwähnt.  Die  Nachrichten  über  ihn  sind  teilweise  reich
mit  Wundern  durchzogen  und  märchenhaft  gehalten.  Die  jüngere
Tradition  läßt  ihn  schon  auf  Buddha  neidisch  sein,  als  dieser
in  einem  Turnier  die  übrigen  Prinzen  überwand.  Neid  und  Haß
sollen  seitdem  in  seinem  Herzen  nicht  erloschen  sein.  Als  Buddha
seine  Bitte,  ihn  an  die  Spitze  der  Gemeinde  zu  stellen  und  damit ­
  zu  seinem  Nachfolger  zu  erklären,  zurückgewiesen  hatte,  kam
sein  Haß  zum  offenen  Ausbruch.  Damals  schritt  Ajätasatru
dazu,  seinen  Vater  Liinbisära  zu  entthronen.  Mit  ihm  im
Bunde  wollte  Devadatta  gleichzeitig  Buddha  umbringen.  Ajataäatru
  erreichte  auch  seinen  Zweck.  Er  warf  seinen  Vater  in
einen  Turm,  in  dem  er  ihn  hungern  und  die  Füße  mit  einem
glühenden  Eisen  brennen  ließ,  eine  Mißhandlung,  an  deren  Folgen ­
  Liinbisära  starb.  Alle  Versuche  aber,  die  Devadatta.  machte,
um  Buddha  zu  ermorden,  scheiterten,  nach  den  Quellen  natürlich
durch  die  Wunderkraft  des  Buddha.  Devadatta  hat  aber  dem
Meister  weniger  durch  seine  Verfolgungen  geschadet  als  dadurch,
daß  er  Uneinigkeit  in  die  Gemeinde  brachte.  Der  Bericht  darüber
darf  um  so  mehr  als  historisch  gelten,  als  es  nach  dem  Zeugnis
der  chinesischen  Pilger  noch  im  siebenten  Jahrhundert  nach  Chr.
faktisch  in  Indien  Mönche  gab,  die  der  Regel  des  Devadatta  folgten.
Devadatta  suchte  eine  strengere,  asketische  Richtung  zur  Geltung
zu  bringen,  indem  er  forderte,  die  Mönche  sollten  nur  im  Walde
leben  und  nie  in  ein  Dorf  gehen,  nur  von  Almosen  leben  und
jede  Einladung  ablehnen,  sich  nur  in  Lumpen  kleiden,  nur  an  den
Wurzeln  der  Bäume  ohne  schützendes  Dach  leben,  nie  Fleisch  und
Fische  essen.  Wer  dagegen  fehle,  solle  aus  der  Gemeinde  ausge ­
            
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