sätze bald zu scharfen Auseinanderssetzungen gekommen
und gelegentlich sind sogar mit Henry George wegen der
Zinsfrage einige Grobheiten ausgetauscht worden. Flür-
scheim hat George vorgeworfen, konfus und in vorgefaß-
ten Ideen verrannt zu sein, während George gemeint
hat, daß Flürsscheim unheilbar verwirrt sei. Die Freund-
schaft beider Männer hat aber erfreulicherweise darunter
nicht gelitten, während in den Streitigkeiten zwischen
Stamm und Flürscheim leider die Gerichte bald zu tun
bekamen.
(BT? das Heilmittel, das Henry George vorgeschlagen
hatte, die Single tax, hatte Flürscheim sich wieder-
holt ausgesprochen. Eine überraschung ist es aber ge-
wesen, daß Flürscheim plötzlich zu der Einsicht kam, daß
auch das eigene Heilmittel nichts tauge. Er hatte in-
zwischen Besprechungen mit verschiedenen Größen un-
serer Finanzwelt gehabt, und diese hatten ihn darauf auf-
merksam gemacht, daß zwischen dem Zinsfuß der Staats-
papiere und dem der landschaftlichen Pfandbriefe kein
untersschied vorhanden war. Das gleiche sei bei erstklassi-
gen Privatkrediten der Fall. Damit stürzte das Gebäude,
das Flürscheim auf diesen Unterschied aufgebaut hatte,
wie vorher Gossen und Stamm, in sich zusammen. Er
hat davon in seiner Zeitschrift „Deutsch Land“ Nr. 6 vom
August 1887 Mitteilung gemacht und hat im Dezember
1888 in Nr. 22 seines Blattes erklärt, daß er das Ziel der
Bodenreformer nicht mehr in dem übergang des Grund
und Bodens in den Staatsbesitz mit darauf folgender
Verpachtung ssähe, sondern ihn im Privatbesitz belassen
und nur die Grundrente steuermäßig einziehen wolle.
Der Freimut, mit dem Flürscheim seinen Irrtum
offen eingeräumt hat, spricht gewiß zu seinen Gunsten.
Nicht minder der herzliche Nachruf, den er als Demokrat
an der Spitze seines Blattes im März 1888 dem entschla-
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