Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die  Wohnungsfrage.

sich  bei  solchen  traurigen  Zuständen  viele  Mißstände  einstellen ­
  müssen,  ist  natürlich  und  einleuchtend.  Vor  allem
leidet  die  Gesundheit  der  Familien,  wenn  sie  gezwungen
sind,  mit  zwei  Stuben  auszukommen,  wie  uns  eine  Sterblichkeitsziffer ­
  aus  Pest  zeigt.  Die  diesbezüglichen  Beobachtungen ­
  erstrecken  sich  auf  die  Jahre  1872—75  und
auf  455755  Menschen.  Zur  näheren  Beurteilung  wurden
die  Wohnungen  in  vier  Klassen  unterschieden:
1.  Klasse  mit  höchstens  2  Bewohnern  pro  Zimmer.

2.
3.
4.

über  10

5)

Die  Beobachtungen  haben  folgende  Resultate  über  das
d  urchschnittliche  L  eb  en  salter  geliefert  (jedoch  unter  Aus  Schluß
der  Kindersterblichkeit,  d.  h.  aller  derjenigen  Verstorbenen,
die  nur  ein  Alter  von  5  Jahren  und  darunter  erreicht,
haben):  1.  Klasse  hatte  eine  Lebensdauer  von  47,16  Jahren,
2.  Klasse  von  39,50  Jahren,  3.  Klasse  von  37,10  Jahren,
4.  Klasse  von  32,03  Jahren.  Das  durchschnittliche  Lebensalter ­
  der  die  Hauptbevölkerung  bildenden  ärmeren  Klassen
betrug  39  Jahre,  das  durchschnittliche  Lebensalter  der  in
den  Kellerwohnungen  Verstorbenen  37,15  Jahre.  In  den
Wohnungen  der  Armen  sind  die  Herde,  von  denen  die  ansteckenden ­
  Krankheiten  wie  Masern,  Scharlach,  Typhus  usw.
ihren  mörderischen  Zug  durch  die  Bevölkerung  immer  von
neuem  beginnen,  da  an  eine  Ausrottung  der  die  Erkrankung
erzeugenden  Pilze  unter  solchen  Umständen  nicht  gedacht
werden  kann.  Die  Solidarität  des  Menschengeschlechtes  aber
rächt  auch  hier  jede  Verletzung  natürlicher  und  sittlicher  Gesetze: ­
  die  Reichen  sind  —  auch  wenn  sie  noch  so  hygienisch
leben  —  von  jenen  Seucheherden  stets  in  ihrer  Gesundheit
und  ihrem  Leben  bedroht.  Natürlich  erliegen  auch  die
Arbeiterfamilien  den  Seuchen  mehr  als  die  Wohlhabenden..
So  starben  anno  1849  in  London  an  der  Cholera
            
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