Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die  Bodenreform  im  .Lichte  des  Freihandels.

Es  bleibt  demnach  bei  Rückgang  der  Preise  die  zunehmende ­
  Verschuldung,  selbst  wenn  sie  in  drei  Jahren
nicht  an  den  Grundsteuerreinertrag  eines  Jahres  heranreicht, ­
  eine  sehr  bedenkliche  Erscheinung,  welche  wohl
geeignet  ist,  die  Aufmerksamkeit  der  Sozialpolitiker  und  der
Staatsmänner  in  besonderem  Maße  in  Anspruch  zu  nehmen.
Zwar  gibt  die  Zwangsversteigerung  ländlicher  Anwesen
nie  ein  Bild  von  der  Verschuldung  des  Grundbesitzes,  denn
nur  der  höchst  verschuldete  und  davon  nur  ein  kleiner  Teil
fällt  der  Zwangsversteigerung  anheim.  Es  liegt  in  der  Natur
der  Dinge,  daß  der  Eigentümer  eines  kleinen  Anwesens
leicht  in  der  Lage  ist,  sich  auf  das  Unentbehrlichste  einzuschränken ­
  oder  sich  freiwillig  seines  Besitzes  zu  entledigen, ­
  indem  er  es  verkauft,  da  er,  stets  auf  Arbeit  angewiesen, ­
  leicht  hoffen  darf,  in  anderer  Tätigkeit  oder  an
anderen  Orten  Unterhalt  zu  gewinnen.  Gerade  die  kleinen
Bauern,  welche  glauben,  ihr  Brot  nicht  mehr  von  den
Mühen  ihrer  Arbeit  zu  haben,  verkaufen,  wenden  sich  den
Fabriken  zu  und  wandern  aus.  Besonders  lehrreich  für
diese  Verhältnisse  ist  der  Inhalt  einer  Eingabe  französischer
Agrarier  an  die  Kammer  um  Abschaffung  der  Grundsteuer,
weil  gerade  Frankreich  insofern  das  Eldorado  unserer
Manchestermänner  ist,  als  die  Zerteilung  des  Grundbesitzes
seit  der  französischen  Revolution  immer  großen  Umfang
behalten  und  weiter  genommen  hat.  Wohin  man  mit  dem
römischen  Eigentumsrechte  an  Grund  und  Boden  auch  bei
möglichster  Zersplitterung  kommt,  lehren  folgende  Zahlen..
Bemerkt  sei  noch,  daß  fast  alle  landwirtschaftlichen  Vereine ­
  und  Genossenschaften  die  Petition  unterschrieben  haben.
1880  wechselten  1,876,000  Hektare  den  Besitzer,  1887
waren  es  2,200,000  Hektare.  Von  1880—1887  sind  nach
diesen  Aufzeichnungen  überhaupt  über  16  Millionen  Hektare
in  andere  Hände  übergegangen,  mehr  als  die  Hälfte  des
angebauten  Bodens  Frankreichs.  Während  derselben  Zeit
            
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