Full text : Logik des Geldes

§  1.  Einleitung:  Alte  und  neue  Qeldlehre.  5
könnte  man  bereits  die  Lehren  des  Romantikers  Adam  Müller
und  heute  Adolph  Wagners  und  Karl  Helfferichs  zurechnen.
Keiner  dieser  Autoren  aber  hat  unseres  Wissens  versucht,
die  Lehre  vom  Wesen  des  Geldes  mit  solcher  Ausführlichkeit,
solcher  Gründlichkeit  und  gedanklichen  Konsequenz  durchzuführen, ­
  daß  das  Bild  dieser  dritten  Grundauffassung  hell
und  deutlich  hervortritt.  Dies  lag  wohl  auch  gar  nicht  im
Plane  der  beiden  zuletztgenannten  Autoren,  die  in  ihren  bedeutsamen ­
  und  an  Material  reichen  Werken  über  das  Geld
zahlreiche  andere  und  wichtige  Aufgaben  sich  gestellt  und
in  vorbildlicher  Weise  der  Lösung  näher  geführt  haben.
Unsere  Erörterungen  in  Kapitel  3  und  4  stellen  nun  einen
ersten  Versuch  dar,  dem  dritten  Standpunkte  eine  wissenschaftliche ­
  Begründung  zu  geben.
Vielleicht  dürfen  wir  hier  noch  auf  eine  Gepflogenheit  aufmerksam ­
  machen,  die  jeder  Verständigung  auch  in  wissenschaftlichen ­
  Kreisen  bisher  hindernd  im  Wege  gestanden
haben  dürfte,  nicht,  weil  wir  uns  als  Richter  aufspielen
möchten,  sondern  um  jener  Verständigung  mit  die  Wege
ebnen  zu  helfen.  Die  oben  erwähnte  verbreitete  Unterschätzung ­
  früherer  und  fremder  Leistungen  äußert  sich  besonders ­
  gern  dahin,  daß  gegnerische  Anschauungen  als
moralisch  minderwertig,  als  wissenschaftlich  nicht  gleichberechtigt, ­
  als  naiv,  primitiv,  oberflächlich  und  als  »Aberglauben« ­
  bezeichnet  werden.  Wer  als  Studierender  die  Fachliteratur ­
  noch  wenig  kennt,  dem  imponiert  leicht  solche  Energie ­
  des  Ausdrucks:  Er  läßt  sich  um  so  eher  beeinflussen,
als  er,  z.  B.  beim  statischen  Geldproblem,  nicht  die  Fähigkeit ­
  haben  kann,  die  beiden  anscheinend  einander  entgegengesetzten ­
  Anschauungen  deutlich  vorzustellen  und  beide
Hypothesen  vorurteilslos  und  konsequent  zu  Ende  zu  denken.
Mag  auch  die  mit  großer  Selbstverständlichkeit  als  richtig
hingestellte  Anschauung  ihm  etwas  geheimnisvoll  erscheinen,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.