Full text: Logik des Geldes

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§ 3. Das alte Kapitel von den Eigenschaften der Edelmetalle. 69 
1 Moll a. a. O. S. 101. 
Funktion; als Stoff ist es wertlos. Das Edelmetallgeld hat 
stets auch stofflichen Wert, es bietet die Möglichkeit einer 
anderen Verwendung, es behält einen gewissen Wert als wirt 
schaftliches Gut, auch im ungünstigsten Falle der Demoneti 
sierung. Könnte es aber nicht gänzlich entwertet werden ? 
Gewiß ist auch das rein logisch möglich. Es müßten dann 
aber die Produktionsverhältnisse, oder aber auch die mensch 
lichen Bedürfnisse so beispiellos sich ändern, daß alle unsere 
Bewertungen gänzlich über den Haufen geworfen würden. 
Dann freilich hörte jede Berechnung auf, und man könnte 
sich vorstellen, daß Papier einmal als Gebrauchsgut wert 
voller würde als Edelmetall, und daß alle unsere wirtschaft 
lichen Werte umgewertet werden müßten. Damit aber 
rechnet niemand. Wir müssen doch von dem ausgehen, was 
ist, und allenfalls von dem, was danach wahrscheinlich bleibt 
für die Zukunft. Nur solche Bestandteile wird unser wirt 
schaftliches Denken in sich aufnehmen; nicht aber werden 
wir mit Möglichkeiten rechnen, die durch keine Erscheinung 
der Vergangenheit oder Gegenwart nahegelegt werden, und 
für die nur das eine sich anführen ließe, daß ihre Unmöglich 
keit nicht gerade erwiesen sei — weil nichts unmöglich ist« E 
Die Schwierigkeit für die Wissenschaft liegt darin, daß sie hier 
mit Zukunftsmöglichkeiten rechnen muß, über die wir nichts 
wissen, daß sie instinktiv den richtigen Mittelweg finden 
muß zwischen jenen abstrakten Möglichkeiten und den bis 
herigen Tatsachen der Wirklichkeit. Gewiß, das Gold könnte 
so häufig werden wie Wasser oder so selten wie Helium, das 
ist denkbar und darin ist Knapp zuzustimmen. Die Frage 
ist aber: Haben wir bis jetzt irgendwelchen Anhalt, das zu 
erwarten? Und solange das nicht der Fall ist, ist es doch 
wohl erlaubt, zunächst damit zu rechnen, daß die relative 
Seltenheit des Goldes auch in Zukunft sich nicht wesentlich
	        
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