Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

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Die  gegenwärtige  Lage  der  liberalen  Schule

(Produktionsmittel)  angelegt  werden.  Es  steigt  also  der  Wert
des  fixen  Kapitals.  Darum  lautet  die  Antwort  auf  die  Fragestellung ­
  J.  B.  Says,  Sismondis  und  Proudhons:  „Das
Kriterium  des  wirtschaftlichen  Fortschritts  ist  die  Zunahme  des
absoluten  und  relativen  Wertes  der  fixen  Kapitalien,  die  Abnahme ­
  des  Einheitswertes  der  umlaufenden  Kapitalien,  und  die
Zunahme  ihres  Gesamtwertes.“  Die  beiderseitige  Bewegung
von  Brauchbarkeiten  und  Werten  in  der  Volkswirtschaft  geht
also  keineswegs  in  entgegengesetzter  Richtung  vor  sich l ).
Was  zunächst  den  Anspruch  betrifft,  den  Unterschied
zwischen  fixem  und  umlaufendem  Kapital  zuerst  festgestellt  zu
haben,  so  kann  derselbe  denn  doch  wohl  nicht  ernst  genommen
werden.  Sodann  vermag  die  Guyotsche  Argumentation  die
Antinomie  zwischen  Brauchbarkeit  und  Wert  keineswegs  befriedigend ­
  zu  lösen.  Ist  diese  vielleicht  dadurch  beseitigt,  daß
er  den  steigenden  Gesamtwert  der  in  immer  größerer  Zahl  erzeugten ­
  Produkte  dem  sinkenden  Einheitswert  derselben  entgegenstellt? ­
  Warum  nicht  auch  die  Gesamtbrauchbarkeit  der
Brauchbarkeit  des  einzelnen  Gutes?  Und  weiter:  wie  steht  es
mit  dem  Verhältnis  von  Brauchbarkeit  und  Wert  in  einer  verfallenden ­
  Volkswirtschaft  ?
Die  Antinomie  zwischen  Brauchbarkeit  und  Wert,  oder,
wie  es  durch  die  Jahrhunderte  hieß,  zwischen  Gebrauchs-  und
Tauschwert,  ist  nur  dann  befriedigend  zu  lösen,  wenn  man  sich
vergegenwärtigt,  daß  sie  darauf  beruht,  daß  dort,  wo  von
Gebrauchswert  die  Rede  geht,  andere  Größen  und  andere  Bedürfnisse ­
  vorausgesetzt  werden,  als  dort,  wo  es  sich  um  den
Tauschwert  handelt.  Guyot  müßte  sich  also,  bevor  er  in  die
Frage  eintritt,  über  den  Begriff  „Brauchbarkeit“  in  der  Richtung
schlüssig  werden,  in  der  seine  Wertdefinition  liegt.  Damit  wäre
die  Antinomie  eigentlich  schon  gelöst.
Bevor  wir  Yves  Guyot  verlassen,  sei  noch  des  stark  ausgesprochenen ­
  Optimismus  gedacht,  der  alle  seine  Werke  auszeichnet. ­
  Temperament  und  Charakteranlage  prädestinierten
ihn  in  seltenem  Maße  zum  Vorkämpfer  der  liberalen  Schule.
Wir  gehen  nunmehr  zur  zweiten  Gruppe  über,  zur  Gruppe
der  Geschäftsmänner.

Guyot,  loc  cit.  p.  237—247.
            
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