Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

Einleitung.

XVIII

Ökonomen,  andererseits  die  Philosophen  und  Soziologen,  die  sich
mit  wirtschaftlichen  Fragen  beschäftigen.  Die  ökonomischen
Anschauungen  der  erstem  sind  von  deren  religiös-kirchlichem
Glauben  beeinflußt  oder  gründen  vollständig  darauf;  die  letztem
treten  von  allgemein  philosophischen  oder  sozialwissenschaftlichen ­
  Gesichtspunkten  aus  an  die  wirtschaftliche  Erscheinungswelt ­
  heran.  Darum  bleibt  jedoch  weder  den  einen,  noch  den
andern  die  Antwort  auf  die  Frage:  Freiheit  oder  Gebundenheit?
erspart.  Die  Katholiken  spalten  sich  darüber  in  zwei  Lager:
ein  nichtinterventionistisches  und  ein  interventionistisches,  während ­
  die  Philosophen  und  Soziologen  den  Fußstapfen  Condorcets
folgen  und  sich  zu  der  staatlichen  Einmischung  ins  Wirtschaftsleben ­
  und  auch  wohl  zu  dem  Prinzip  der  Vereinigung  der
Schwachen  bekennen.
Das  Gesagte  liefert  uns  die  Elemente  zu  einer  Einteilung
unseres  Stoffes,  welche  sich  eng  an  die  historische  Entwicklung
der  Dinge  anschließt.  Es  gibt  in  Frankreich,  wenn  wir  vom
Sozialismus  absehen,  vier  große  Gruppen  von  Volkswirten.  Es
sind:  1.  Die  Individualisten  oder  Nichtinterventionisten ­
  schlechthin;  sie  nennen  sich  selber  die  liberale  Schule.
2.  Die  katholischen  und  verwandten  Richtungen,  die
sich  in  ein  interventionistisches  und  ein  nichtinterventionistisches
Lager  spalten.  3.  Die  Interventionisten,  Solidaristen
und  Protektion!sten,  das  sind  die  Anhänger  der  Einmischung
des  Staates  ins  Wirtschaftsleben.  4.  Die  Philosophen  und
Soziologen,  soweit  sie  sich  um  wirtschaftliche  Fragen  kümmern.
Die  Grenze  zwischen  Nichtinterventionismus  und  Interventionismus ­
  zieht  sich  in  dieser  Einteilung  mitten  durch  die
zweite  Gruppe  hindurch.  Natürlich  fehlt  es  nicht  an  Versuchen,
diese  Grenze  zu  überbrücken,  noch  an  Berührungspunkten
zwischen  den  einzelnen  Gruppen.  Das  hindert  jedoch  nicht,  daß
deren  obige,  gegenseitige  Abgrenzung  die  natürlichste,  der  tatsächlichen ­
  Gestaltung  der  Dinge  am  nächsten  kommende  sein
dürfte.
Bei  der  Ausarbeitung  des  vorliegenden  Werkes  war  das
Interesse  des  Verfassers  in  besonderer  Weise  auf  Methodenfragen ­
  gerichtet.  Der  Gedanke  lag  darum  nahe,  der  Darstellung
eine  Einteilung  des  Stoffes  zugrunde  zu  legen,  die  von  methodologischen ­
  Unterscheidungsmerkmalen  ausgegangen  wäre.  Es
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.