Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

260  Die  katholischen  und  verwandten  Schulen  in  der  Gegenwart

teure‘).  Ergänzend  tritt  Urbain  Guérins  Erläuterung  daneben ­
  1  2 ).
Ist  eine  Familienmonographie  von  irgend  einem  Mitgliede
der  Société  d’Economie  sociale  oder  der  Unions  ausgenommen, ­
  so  wird  sie  einer  strengen  Kontrolle  bez.  der  gewissenhaften ­
  Befolgung  der  F  o  c  i  11  o  n  sehen  Anleitung  und  der
Orthodoxie  der  Schlußfolgerungen  durch  den  Redaktionsausschuß
der  Ouvriers  des  Deux  Mondes  unterworfen,  bevor  sie  zur
Veröffentlichung  in  dieser  offiziellen  Sammlung  zugelassen  wird.
Bis  jetzt  erschienen  in  derselben  etwa  108  Familienmonographien,
welche  dreizehn  Bände  füllen.  Die  Jahresproduktion  beläuft
sich  auf  drei  bis  vier  Monographien.  Der  Sammlung  haftet  der
große  Fehler  an,  daß  sie  sich  fast  ausschließlich  auf  Monographien ­
  von  im  Le  Play  sehen  Sinne  „glücklichen“  Arbeiterfamilien ­
  beschränkt.  Wiederholten  Anregungen  du  Mar  ou  ssems,
  Béchaux  ',  Blondels,  Lepelletiers  der  Wirklichkeit ­
  näher  zu  treten  und  Monographien  auch  sozialistischer,
atheistischer  usw.  Arbeiterfamilien  aufzunehmen,  haben  sich  die
ältern  Le  Playschüler  immer  noch  widersetzt.
Eine  interessante  Erscheinung  in  der  Geschichte  der  Le
Play  schule  bilden  die  intimen  Beziehungen,  welche  sie  vom
Anfang  an  mit  den  liberalen  Volkswirten  pflegte.  In  den  50er
und  60er  Jahren  finden  wir  Villermé,  Dupin,  Batbie  usw.  unter
den  Mitgliedern  der  Société  d’économie  sociale;  heute
gehören  dazu  Frédéric  Passy,  Paul  Leroy-Beaulieu,  E.  Levasseur  u.  a.
In  den  Sitzungen  der  Gesellschaft  geben  Fragen,  über  welche
die  Anschauungen  der  liberalen  Schule  und  der  Anhänger
Le  Plays  auseinandergehen,  z.  B.  die  zwangsweise  gleiche  Erbteilung, ­
  das  homestead  u.  a.  m.,  häufig  Anlaß  zu  pikanten
Diskussionen  insbesondere  zwischen  Levasseur  und  Cheysson.
Sie  bewirken,  daß  die  Sitzungen  der  Société  d’économie ­
  sociale  zu  einer  der  beliebtesten  Attraktionen  der  Pariser
Universitätswelt  geworden  sind.  Der  Beitritt  der  jeweiligen

1)  Ad.  Focillon,  Instruction  sur  l’Observation  des  Faits  Sociaux  selon  la
Méthode  des  Monographies  de  Famille  propre  à  l’ouvrage  intitulé  :  Les  Ouvriers
Européens.  (Mehrfach  aufgelegt  und  von  der  Société  d’Economie  sociale  herausgegeben.) ­

2 )  Urbain  Guérin,  La  Méthode  d’Observation,  in  :  La  Réforme  Sociale  1881,
Bd.  I,  p.  443  ff.,  Bd.  II,  p.  7  ff
            
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