Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die Wirtschaftlichkeit. 
einfache Buchhaltung ist die laufende Anschreibung über den Geldverkehr und 
die Kreditgewährung (Entstehung des Kontos) anzusehen. Indem wir weitere 
Vermögensteile, wie z. B. im Handelsbetrieb die Waren, im Bankbetrieb die 
Wechsel oder die Effekten, im Industriebetrieb die verwendeten Stoffe oder die 
verauslagten Löhne in den Kreis der rechnerischen Festhaltung einbeziehen, über 
spannen wir einen mehr oder weniger großen Teil des Betriebsablaufs. Wir legen 
zu diesem Zweck ein Warenbuch, ein Wechsel- und Effektenbuch sowie ein Roh 
stoff- und Lohnbuch an, in denen — wie beim Kassa- und Kreditbuch — der Ein 
gang und Ausgang dieser Vermögensteile der Menge nach vermerkt werden. 
Solche auf die Mengenrechnung abgestellten Bücher heißen Skontren; somit tragen 
die Bücher der einfachen Buchhaltung das Kennzeichen von Skontren. 
Die Bedeutung der Skontren liegt in dem Nachweis des Eingangs und des Ausgangs 
sowie des jeweiligen Bestandes der skontrierten Vermögensstücke. Auf Grund dieser Fest 
stellungen wird der Wirtschafter in den Stand gesetzt, mit der erforderlichen Sorgfalt die Maß 
nahmen zu treffen, die der Betrieb verlangt (Einkauf, Wiederbeschaffung, Preispolitik). Mit 
Hilfe der Skontren läßt sich ferner eine lückenlose Erfassung aller für die Wirtschaftlichkeit 
in Betracht kommenden Aufwendungen und Erträge durchführen, so, wenn beispielsweise die 
Skontrierung auf die Werk- und Hilfsstoffe, die gezahlten Löhne, verauslagte Unkosten, 
sowie auf die ausgehenden Güter ausgedehnt wird. Doch wird diese Übung, die zur sog. erwei 
terten einfachen Buchhaltung führt, auf kleine und kleinste Betriebe beschränkt bleiben. Wir 
werden dagegen sehen, daß die Skontrierung an sich, als die typische Form der Mengenrechnung, 
bei den weiteren Versuchen, die Wirtschaftlichkeit des Betriebes rechnerisch zu erfassen, eine 
große Bolle spielt. Es ist jedoch hervorzuheben, daß die tatsächliche Ausbildung des kauf 
männischen Rechnungswesens nicht in dieser Richtung weitergegangen ist, sondern in anderer 
Weise zur Entstehung der doppelten Buchhaltung geführt hat. 
Der einfachen Buchhaltung steht ferner das Inventar, d. h. die periodische Bestandsauf 
nahme, zur Verfügung. Es stellt von Zeit zu Zeit fest, was an Vermögensstücken einschließlich 
des Geldes und der Forderungen und abzüglich der Schulden vorhanden ist. Somit dient auch 
die Inventur als Mengenreohnung der Wirtschaf tliohkeitserf assung. Doch wird ihre Bedeutung 
durch den zeitlichen Zwischenraum herabgemindert; es sei denn, daß eine Verkürzung möglich 
(und lohnend) ist, wie es z. B. bei der täglichen Bestandsaufnahme etwa der Kasse in den heu 
tigen Großbetrieben der Fall ist. 
Im ganzen ergibt sich, daß die einfache Buchhaltung mit ihren Hilfsmitteln 
der Skontren und des Inventars am Anfang der Wirtschaftlichkeitsrechnung steht. 
Freilich ist und bleibt sie eine Mengenrechnung, die nicht alles umfaßt, was wir 
oben als Wirtschaftlichkeit des Betriebes bezeichnet haben. 
Es ist nun lehrreich zu sehen, in welcher Weise die doppelte Buchhaltung 
in den Dienst der Wirtschaftlichkeitsrechnung gestellt wird. Wir wiederholen zu 
nächst aus früheren Feststellungen: die doppelte Buchhaltung stellt die Kapital 
rechnung der kapitalistischen Unternehmung dar. Sie veranschlagt alle Ver 
mögensänderungen, die durch die Wirtschaft und den Betrieb veranlaßt werden, 
in Geld; sie führt die Eröffnungsrechnung in Geld weiter und ermöglicht durch die 
Einfügung des Kapitalkontos, auf dem das Reinvermögen in Geld ersichtlich 
wird, die so viel gerühmte Geschlossenheit der doppelten Verbuchung. Gegen 
über der einfachen Buchhaltung ist die doppelte Buchhaltung im wahren Sinne 
eine doppelte Rechnung, indem zu der Rechnung über das Geld (einfache Buch 
haltung) noch die (zweite) Rechnung über das, was mit dem Gelde geschieht, 
hinzutritt. Diese zweite Rechnung ist — bei Licht besehen — die Gewinn- und 
Verlustrechnung. Die doppelte Buchhaltung ist somit die Kapitalreohnung, die 
zugleich enthält, was im Laufe eines Zeitabschnittes an neuem Kapital hinzu 
gekommen oder vom alten Kapital — alles in Geld gesehen — verloren ist. 
Mit der vorstehenden Kennzeichnung soll zum Ausdruck gebracht werden, daß 
die Wirtschaftsbetriebe zur Feststellung der Rentabilität, d. i. der Wirtschaftlich 
keit der Unternehmung, ein besonderes und eigenartiges Rechnungsverfahren, 
nämlich die doppelte Buchhaltung, entwickelt haben. In dieser doppelten Buch 
haltung bildet die Jahresbilanz das Mittel, um die richtige Abgrenzung der Ge
	        
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