Wirtschaftliche Ideen- und Tatgeschichte
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einige Andeutungen über die Art und Weise, wie er es auffaßt.
Mit Professor Dubois hält er es für angebracht, „jedes Werk
in die Umstände, die es begleiten, einzuordnen, jede Doktrin in
das Milieu, das sie erzeugte, zurückzuversetzen, jeden Schriftsteller
in die Atmosphäre, in der er lebte, hinzustellen“ 1 ). In
seinem Werke über den Feminismus — T urge on ist ein Vorkämpfer
dieses in Frankreich — tritt er dagegen als einer jener
rationalistisch denkenden Lateiner auf, deren Augenmerk auf
das Absolute gerichtet ist 2 ).
Turgeons Anschauungen über den Feminismus werden
von zwei Gesichtspunkten geleitet: 1. Die Familie in ihrer heutigen
Organisation ist die notwendige Basis des sozialen Körpers ;
2. der Frau sind alle Rechte zuzuerkennen, aber ohne sie von
auch nur einer Pflicht zu entbinden. Die intellektuelle Emanzipation
der Frau hält Turgeon für vollauf berechtigt, weil die
Frau dem Manne nicht geistig inferior ist. Jedoch bleibt die
Mutterschaft die erste Pflicht der Frau. In der Praxis wird
dieselbe meist der geistigen Ausbildung und Tätigkeit entgegenstehen.
Das wichtigste ist die wirtschaftliche Emanzipation der
Frau. Nur allzu gerechtfertigt sind die Forderungen, welche
der Frau nach und nach alle Berufe zugänglich machen wollen
und es auch zweifellos erreichen werden. Ob aber damit die
Frage der Entlohnung weiblicher Arbeit, welche durchschnittlich
um die Hälfte hinter dem Lohne zurückbleibt, der für
männliche Arbeit gezahlt wird, eine befriedigende Lösung finden
wird, ist nicht vorauszusehen. Grundsätzlich unbestreitbar ist
ferner das politische Wahlrecht der Frauen. Was die zivilrechtliche
Emanzipation der Frauen betrifft, so will Turgeon
zwar die Autorität des Ehegatten gewahrt wissen, aber er tritt
entschieden ein für alle einschlägigen Reformen, die zurzeit bei
den französischen Parlamenten anhängig sind. Ebenso entschieden
bekämpft er aber auch die eheliche und mütterliche
Emanzipation der Frau, denn vor allem muß die Existenz und
das Gedeihen der Familie gewahrt bleiben, weil sie die notwendige
Grundlage der menschlichen Gesellschaft ist.
Lucien Brocard, Professor in Nancy, hat eine geistvolle
i) ibid. p. 521.
s ) Charles Turgeon, Le Féminisme français, 2 Bde. Paris 1902.