fullscreen : Sozialismus und Regierung

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den  Umfang  der  persönlichen  Freiheit  auszudehnen  und  sie  weit  über
die  ganze  Gemeinschaft  auszubreiten.  Wettstreit  und  Ehre  werden
auch  jene  Tage  kennen,  aber  es  wird  ein  Wetteifer  und  eine  Ehre
sein,  die  die  Wenigen  anfeuern  werden,  ohne  die  Vielen  in  Armut  zu
stürzen.  Belohnungen  werden  aber  aus  jenem  Überschuß  des  Reichtums ­
  und  der  Dankbarkeit  erfolgen,  über  den  eine  fleißige  und  glückliche ­
  Nation  stets  verfügen  wird.
Die  Freiheit  des  Sozialismus  wird  die  Freiheit  des  Menschen  sein,
sein  wahres  Sein  zu  erfüllen,  ein  Sein,  das  soziale  Ziele  kennt,  die  sich
auf  die  Gesellschaft  beziehen  und  nicht  bloß  persönliche  sind.  Doch
kann  dieser  Zustand  erst  erreicht  werden,  wenn  die  wirtschaftlichen
Bedingungen,  die  dies  ermöglichen,  geschaffen  sind.  Ein  Mensch,  der
fremdem  Willen  gehorchen  muß,  kann  nicht  frei  sein.  Wenn  die  Freiheit ­
  bedingt  ist,  so  bestimmen  die  Personen,  die  die  Bedingungen  kontrollieren, ­
  auch  die  Freiheit.  Hat  jemand  die  Macht,  seinem  Nächsten
den  Lebensunterhalt  vorzuenthalten,  so  verfügt  er  über  die  Bedingungen ­
  von  dessen  Freiheit.  Jene,  die  von  der  Tätigkeit  eines  wirtschaftlichen ­
  Mechanismus  abhängen,  über  den  sie  keine  Kontrolle
haben,  sind  nicht  frei.  Dies  ist  eine  Wahrheit,  die  die  Liberalen,  die
in  wirtschaftlichen  Fragen  individualistisch  denken,  nicht  gewürdigt
haben.  Die  Freiheit  des  sozialistischen  Staates  wird  deshalb  eine  wirtschaftliche ­
  sein.  Um  dies  zu  sichern,  muß  das  Privateigentumsrecht
auf  jene  Eigentumsformen  beschränkt  werden,  die  für  große  Teile  des
Volkes  den  Privatbesitz  in  irgendwelcher  Art  nicht  unmöglich  machen.
Das  Dilemma  zwischen  individueller  Freiheit  und  sozialer  Kontrolle
mag  bestehen  bleiben,  aber  unter  dem  Sozialismus  wird  es  nicht  länger
eine  quantitative,  sondern  eine  qualitative  Frage  sein.  Sie  kann  nicht
dadurch  gelöst  werden,  daß  man  zwischen  beiden  Gebieten  eine  Linie
zieht  und  dann  erklärt,  daß  diese  Tätigkeitskategorie  auf  die  eine  und
j  ene  auf  die  andere  Seite  gehöre;  denn  mit  Gebieten  haben  wir  es  so  überhaupt ­
  nicht  zu  tun.  Es  handelt  sich  um  Lebensbeziehungen,  die  sich
von  Generation  zu  Generation  verändern  und  die  in  ihrem  Wechsel
nicht  die  Vorherrschaft  des  einen  Interesses  vor  dem  anderen  repräsentieren, ­
  sondern  die  die  von  einem  wachsenden  sozialen  Leben  erforderten ­
  Neugestaltungen  zum  Ausdruck  bringen.  Das  eigene  Selbst  und
die  Regierung  sind  nur  verschiedene  Seiten  derselben  Individualität.
Wohl  haben  sich  die  politischen  Philosophien  stets  durch  den  Versuch
            
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