Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Es  bestanden  im  neunzehnten  Jahrhundert  nach  der  französischen
Zeit  namentlich  folgende  Postverwaltungen:
Thurn  und  Taxis  für  Hessen-Kassel,  Hessen-Darmstadt,  Mecklenburg-Strelitz,
  das  Grofsherzogtum  Sachsen-Weimar-Eisenach  und  die
sächsischen  Herzogtümer,  Nassau,  Hessen-Homburg,  Lippe-Detmold,
Schaumburg-Lippe,  die  schwarzburgischenOberherrscbaften,  dieFürstentümer
  Reufs,  die  hohenzollernschen  Fürstentümer  und  Frankfurt  a.  M.
Die  Territorialposten:  Österreich,  Preufsen,  Bayern,  Hannover,
Württemberg,  Sachsen,  Baden,  Oldenburg,  Mecklenburg-Schwerin
und  -Strelitz,  Kgl.  Niederl.  Post  für  Luxemburg,  Braunschweig,  Kgl.
Dänische  Post  für  Schleswig-Holstein,  Bremen,  Hamburg,  Lübeck
und  (beiderstädtisch)  Bergedorf. 1 )
Taxis  unterhielt  dazu  eigene  Postämter  in  den  freien  Städten
Hamburg,  Bremen  und  Lübeck  und  besafs  zu  Eigentum  sein  Postwesen ­
  im  Kanton  Schafthausen  und  in  der  Schweiz.
Betreffs  der  kleineren  Staaten  gab  es  verschiedentlich  Angliederungen ­
  an  das  Postwesen  größerer  Staaten.  So  waren  die
anhaitischen  Länder  bereits  im  achtzehnten  Jahrhundert  in  die
preufsische  Postverwaltung  einbezogen  und  wurden  es  auch  wieder
im  neunzehnten. 2 )  Anderswo  wurden  die  Übertragungen  verändert.
So  bestanden  in  den  beiden  schwarzburgischen  ünteiherrschaHen
früher  königlich-sächsische,  nach  der  französischen  Zeit  preufsische
Posten,  da  sie  preufsische  Enklaven  geworden  waren,  preufsische
Post  kam  ebenso  in  die  weimarische  Enklave  Allstedt  etc.  In
Waldeck  und  Pyrmont  hatte  früher  kurhessische  Post  bestanden,  die
dann  mit  dem  kurhessischen  Post  wesen  an  Thurn  und  Taxis  übergegangen ­
  war.  1834  gingen  die  Posten  an  Preufsen  über.  1840  wurde
der  deswegen  entstandene  Streit  zwischen  Taxis  undPreufsen  beigelegt., 2 )
Das  taxissche  Postwesen  im  Fürstentum  Lichtenberg  wurde  1834
bei  der  Übertragung  des  Landes  von  Koburg-Gotha  an  Preufsen
aufgehoben,  1837  übertrug  Oldenburg  für  das  Fürstentum  Birkenfeld
das  Postwesen  von  Taxis  auf  Preufsen.  Das  Fürstentum  Lichtenstein ­
  war  der  österreichischen  Post  angegliedert.  Württemberg
übernahm,  wie  schon  früher  erwähnt,  seine  Posten  1849  wieder  in
eigene  Regie,  doch  blieb  in  den  Fürstentümern  Hohenzollern,  die
1807—1819  württembergische  Post  gehabt  hatten,  die  taxissche
‘)  Vor  1867,  nachdem  ist  Bergedorf  hamburgischer  Alleinbesitz  geworden.
2 )  Mit  gewissen  Ausnahmen,  Kurier,  Estafetten,  Extrapost  in  anhaitischen
Gebieten,  in  Waldeok  blieb  in  der  ersten  Zeit  die  Konkurrenz  der  waldeckschen
Lohnkutscher  und  Landboten,  die  einen  grofsen  Teil  des  internen  Postverkehrs
besorgten  usw.
            
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