Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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wöchentlich  die  Braunschweiger  Post;  je  fünfmal  wöchentlich  die
Frankfurter  Post  mit  der  naussauischen,  darmhessischen,  südwestdeutschen ­
  und  südfranzösischen  Korrespondenz;  viermal  bezw.
sechsmal  die  französische  über  Münster  mit  westfälischer,  bergischer,
rheinländischer,  französischer,  der  spanischen  und  portugiesischen
Korrespondenz;  je  zweimal  wöchentlich  die  hessische  Post  mit
Korrespondenz  für  das  gesamte  Kurfürstentum  Hessen,  Lippe,
Waldeck,  die  grofsherzoglich  und  herzoglich  sächsischen  Länder,
drei-  bezw.  viermal  wöchentlich  die  hessische  Post  nach  und  von
Kassel  und  den  darüber  hinaus  liegenden  Orten  des  Kurfürstentums
Hessen;  je  viermal  die  Reichspost  mit  der  Korrespondenz  der
sächsischen  Herzogtümer,  der  preufsischen  Länder,  Nürnberg  und
ganz  Bayern,  sowie  Böhmen,  Österreich,  Tirol,  Italien,  Ungarn,
Türkei;  je  zweimal  wöchentlich  die  sächsische  Post  mit  der
Korrespondenz  des  Königreichs  Sachsen;  je  zweimal  die  thüringische
Post  für  Heiligenstadt,  Dingelstädt  etc.,  zwei-  bezw.  viermal  für
Mühlhausen,  Langensalza,  Treffurt  etc.,  je  zweimal  für  Nordhausen,
Sangerhausen,  Ariern,  Allstedt,  die  goldene  Aue,  Stolberg  und  von
und  aus  Mansfelder  Orten.’)

Stadthauses  am  Domshof;  das  Reichs-,  seit  1806  Fürstl.  Thurn-  und  Taxissohe
Postamt  war  vor  und  in  der  französischen  Zeit  an  der  Doinsheide  20,  wurde
1817  nach  der  Gr.  Johannisstrafse  2  in  der  Neustadt  verlegt  und  blieb  seit
1843  in  dem  Hause  Obernstrafse  63,  Ecke  Hakenstrafse;  das  hannoversche
Postamt  war  bereits  im  achtzehnten  Jahrhundert  hinter  der  katholischen  Kirche,
erscheint  in  der  französischen  Zeit  an  der  Dechanatstrafse  9  bzw.  10.  Durch
Austausch  dieses  Grundstücks  der  hannoverschen  Post  mit  dem  sog.  Eschenhof
der  alten  Hauptschule  an  der  Domshaide,  erhielten  das  heutige  Gebäude  der
Kaiserl.  Oberpostdirektion  und  Postamt  I  und  die  neue  Hauptschule  bzw.  das
jetzige  Alte  Gymnasium  ihre  Stelle  Nach  1866  wurde  zunächst  das  taxissche
Postamt  mit  dem  hannoverschen  vereinigt,  1869/70  ein  Provisorium  an  der
Violenstrafse  für  das  abgetretene  hannoversche  Postgrundstück  geschaffen,  bis
1878  der  Neubau  an  der  Domshaide  beschafft  war,  in  dieser  Zwischenzeit  der
Briefverkehr  im  alten  Stadtpostbüreau  des  Stadthauses,  der  Geld-,  Päckereiund
  Personenverkehr  an  der  Violenstrafse  vereinigt,  1868  weitere  Ämter  in  der
Neustadt,  östlichen  und  westlichen  Vorstadt,  sowie  am  Bahnhof  der  hannoverschen ­
  Bahn,  danach  in  Horn,  Hastedt,  Oberneuland  und  am  Buntentorsteinweg
  und  Postagenturen  in  Wälle  und  Woltmershausen  bis  1878  geschaffen.
’)  Nach  den  Posttabellen  des  bremischen  Adrefsbuches  (für  das  Jahr
1829  z.  S.  288).  Ältere  Posttabellen  aus  dem  18.  Jahrhundert  sind  in  den
bremischen  Staatskalendern  zu  finden;  eine  Reihe  älterer  Postkarten  in  der
Bremer  Stadtbibliothek.  Interessant  ist  aus  der  Eisenbahnzeit  die  Beförderung
der  Morgenpost  aus  dem  Süden  von  Wunstorf  ab  mittelst  Draisine,  womit  die
Nichtdurchfuhrung  des  Postzuges,  den  die  Bremer  Handelskreise  verlangten,
bis  Bremen  in  etwas  paralysiert  wurde.
            
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