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gehören —, in Amerika aber ist der Gedanke in Fleisch
und Blut übergegangen, daß der Staat der Diener der Gemeinschaft
sei, den man so karg als möglich entlohnen, dem
man unter keinen Umständen ein höheres Recht einzuräumen
hat. Vom eigenen Staat verlangt der Amerikaner
für sich, was er irgend erlangen kann, ohne jede Schüchternheit;
dem eigenen Staat versagt er jede materielle
Leistung, der er sich irgend entziehen kann.
Das alles darf man getrost sagen, und kein ruhiger,
um das Wohl seines Vaterlandes besorgter Amerikaner wird
das verübeln — denn er fühlt die Richtigkeit des hier Ausgeführten
selbst. Ihn kränkt nur unbillige Geringschätzung
und Verkennung wirklicher Leistungsfähigkeit. Wenn man
einige Jingo-Blätter ausnimmt, so wird man in der Presse
der Vereinigten Staaten nirgends einer unfreundlichen Einschätzung
deutschen Gewerbefleißes begegnen. Das Gegenteil
kann festgestellt werden. Der überwiegende Teil der
Amerikaner möchte am liebsten in dem Deutschen, wenn
der Ausdruck gestattet ist, den Amerikaner Europas sehen.
Auf der andern Seite ist darauf hinzuweisen, daß in
Amerika der Entwicklung der menschlichen Individualität
größere Freiheit gewährleistet ist. In dieser Freiheit vermögen
die Menschen sich selbständiger zu entfalten und
ihre Kräfte besser zu stählen, zu ihrem eigenen Glück und
zum allgemeinen Besten. In Zusammenhang damit steht die
Voraussetzungslosigkeit, die die Menschen lediglich nach
dem bewertet und behandelt, was sie im Rahmen des
Ganzen und an der Stelle, auf der sie stehen, für das
Ganze zu leisten vermögen, ohne Rücksicht auf Herkunft
und Glauben. Ohne Neid, vielmehr mit freudiger Anerkennung
wird das Emporkommen des einzelnen durch
eigene Kräfte und Gaben verfolgt. Das weckt die schlummernden
Fähigkeiten und bringt sie zur höchsten Anspan-