Object : Logik des Geldes

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Erstes  Kapitel.  Methodologie.

sich  sind  hier  einfacher,  und  häufiger  als  irgendwo  scheinen
die  Phänomene  sich  zu  wiederholen.  Wenn  man  alles  dies
ernstlich  in  Betracht  zieht,  so  wird  man  sich  allerdings  jene
Frage  vorlegen:  »Ist  es  wirklich  wahrscheinlich,  daß  auf
diesem  wissenschaftlichen  Gebiete  noch  neue  Grundgedanken
ausgesprochen  werden  dürften,  daß  etwas  Wesentliches
plötzlich  entdeckt  werden  könnte,  was  allen  Früheren  entgangen ­
  wäre?«
Es  bleibt  ein  Hemmnis  für  den  Fortschritt  der  wissenschaftlichen ­
  Erkenntnis,  daß  diejenigen,  die  über  das  Wesen
des  Geldes  schreiben,  allzu  oft  die  Bedeutung  ihrer  Vorgänger ­
  verkennen,  während  sie  die  eigene  Originalität  überschätzen. ­
  Muß  man  nicht  lächeln,  wenn  man  in  ihren  Werken
und  Abhandlungen  immer  und  immer  wieder  liest:  »Alle
früheren  Autoren  gingen  von  einem  Grundirrtum  aus.  Sie
beachteten  nicht  den  Unterschied  zwischen  Geld  und  Kapital.«
Oder:  Die  bisherige  Literatur  ist  »erfüllt  von  unklaren  Vorstellungen ­
  über  das  Wesen  des  Geldes« 1 .  Oder:  »Nichtsdestoweniger ­
  ist  das  Geldproblem  bis  in  die  jüngste  Zeit
eines  der  dunkelsten  Kapitel  der  Volkswirtschaftslehre  geblieben« ­
  1  2 .
Der  Mathematiker  lächelt,  wenn  er  hört,  wie  ein  Laie,
der  nicht  einmal  die  elementare  Mathematik  beherrscht,  eifrig
nach  dem  Beweise  des  Fermat’schen  Satzes  sucht.  Er  hält
es  für  undenkbar,  daß  hier  ein  »Ei  des  Kolumbus«  existiere.
Wenn  der  Beweis  mit  elementaren  Mitteln  möglich  wäre,
sollten  dann  die  größten  und  zahllose  kleinere,  aber  gründliche ­
  Denker  während  mehrerer  Jahrhunderte  vergebens  gesucht ­
  haben?  Sollte  es  wirklich  etwas  geben,  was  noch  nicht
»probiert«  worden  wäre?  Allerdings  ist  Geldtheorie  keines-1
  Ulig,  Das  Geldwesen  der  Französischen  Revolution,  1914,  Vorwort.
2  Mises,  Theorie  des  Geldes  und  der  Umlaufsmittel,  1912,  S.  III
(Vorwort).
            
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