Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

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Bücher  betrachtet  das  Wandergewerbe  als  die  erste  Form  des
Handwerks,  das  von  Ort  zu  Ort  umherzieht  und  auf  direkte  Bestellung ­
  und  mit  dem  Material  des  Bestellers  arbeitet.  Mir
scheint  das  unzutreffend  zu  sein.  Sowohl  die  apriorischen  Erwägungen ­
  als  auch  die  Tatsachen  sprechen  dagegen.
Man  darf  annehmen  (und  in  der  Tat  ist  es  auch  so),  daß  das
Handwerk  dann  entsteht,  wenn  irgendein  Mitglied  der  Gemeinde
beginnt,  nicht  nur  für  die  eigene  Familie,  sondern  auch  für  die
Nachbarn  zu  arbeiten.  Wenn  nach  dem  von  diesem  Mitgliede
betriebenen  Gewerbe  ein  Bedürfnis  entsteht,  so  wird  der  Handwerker ­
  ein  Mitglied  dieser  Gemeinde,  gewissermaßen  ihr  Beamter.
Es  erhellt  daraus,  daß  er  kein  Bedürfnis  hat,  nach  den  nächsten
Dörfern  zu  ziehen,  solange  er  in  seinem  Heimatdorfe  Arbeit  erhält. ­
  Wie  wir  noch  sehen  werden,  befanden  sich  solche  Handwerker ­
  in  der  Tat  in  der  Lage  von  Beamten  der  Gemeinde.
Wenn  aber  in  einer  Gemeinde  zwei  Handwerker,  beispielsweise ­
  zwei  Schmiede,  auftreten,  so  ist  es  klar,  daß  sie  im  Heimatdorfe ­
  nicht  genug  Arbeit  erhalten  können,  und  der  zweite  wird
sich  gezwungen  sehen,  auswärts  Beschäftigung  zu  suchen.  Oder
beide  Handwerker  werden,  nachdem  sie  den  Bedarf  der  Mitglieder ­
  ihrer  Gemeinde  an  ihren  Erzeugnissen  befriedigt  haben,
nach  anderen  Gemeinden  reisen,  um  dort  den  übrigen  Teil  des
Jahres  zu  arbeiten.  So  erweist  sich  das  Wandergewerbe  als  die
zweite  Stufe  des  Handwerks,  die  entsteht,  wenn  sich  die  Zahl  der
Handwerker  in  einigen  Gemeinden  vermehrt  hat,  so  daß  sie
keine  genügende  Beschäftigung  in  der  Heimatgemeinde  mehr
finden  können.  Die  verschiedenen  Formen  des  Handwerks  in
Saratow  bestätigen  diese  unsere  abstrakte  Analyse  vollständig.
Das  Herumwandern  der  Handwerker  beginnt  erst  dann,  wenn
ihre  Zahl  so  groß  geworden  ist,  daß  sie  binnen  einiger  Monate
die  Bedürfnisse  ihres  Dorfes  befriedigen  können.  Für  die  übrige
Zeit  gehen  sie  nach  den  anderen  Dörfern,  wobei  sie  an  dem  ihnen
gelieferten  Material  arbeiten.  Je  größer  die  Zahl  der  „überschüssigen“ ­
  Handwerker  in  einer  Gegend,  um  so  länger  ist  die
Wanderzeit,  und  ein  um  so  größeres  Gebiet  besuchen  diese  Wanderhandwerker. ­
  Umgekehrt:  je  weniger  „überflüssige“  Hand-
            
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