143
heraus erhöhten Arbeitsproduktivität entwickeln, siegt der kapitalistische
Großbetrieb. In der Landwirtschaft wie in der Industrie
führt jeder Schritt in der Entwicklung der Arbeitsproduktivität
zum Untergang des selbständigen Kleinbetriebes, auch
wenn die Produktionstechnik keine Fortschritte gemacht hat.
VII.
Die Änderung in der Wirtschaftsform einzelner Unternehmungen
bedingt eine Änderung des Charakters der gesamten Volkswirtschaft.
Die Entwicklung des Handwerks, das die Gemeindewirtschaften
vereinigt, führt zur Bildung der Rayonwirtschaften, die
aus der Stadt und den umliegenden Dörfern bestehen. Auf dieser
Entwicklungsstufe gibt es noch keine Volkswirtschaft, solange die
Wirtschaften des ganzen Landes noch nicht untereinander verknüpft
sind.
Die Entwicklung des Handelskapitals, der Kustarbetriebe und
der Manufaktur, die für den entfernten Markt arbeiten, bildet
die Grundlage der Volkswirtschaft. So ist die Umwandlung des
Handwerkers in einen Kustar von großer sozialpolitischer Bedeutung.
In einigen Gewerben beginnt, wie schon oben bemerkt
worden ist, dieser Prozeß sehr früh. Eine entscheidende Bedeutung
gewinnt aber dieser Prozeß erst, wenn der größte
Teil der Erzeugnisse der Volkswirtschaft für den entfernten
Markt produziert wird. Ist aber der Prozeß der Umwandlung
des Handwerks in das Kustargewerbe schon soweit vorgeschritten,
dann herrschen im Lande die kapitalistischen Verhältnisse.*) Ob
ein Betrieb in dieser Form bleiben oder die Form einer Fabrik
annehmen wird, hängt jetzt ganz davon ab, ob es dem Kapital
wünschenswert erscheint, diesen weiteren Schritt vorzunehmen.
Gewöhnlich führt zwar die weitere Entwicklung der Produktivkräfte
zum Siege der Fabrik, aber diese Entwicklung geht in den
*) Man sieht daraus, wie groß der Irrtum der russischen „Volkstümler“
ist, die im Kustargewerhe die „nationale Form“ des Gewerbes
erblicken.