221
teilhafter, den größten Teil der Erzeugnisse der Volkswirtschaft
zu erhalten. Vom Standpunkt der Interessen der Kapitalisten ist
es vorteilhafter, wenn sie selbst den größten Teil dieser Erzeugnisse
erhalten. Welches Verhältnis muß nun zwischen den Teilen,
die jede gesellschaftliche Klasse erhält, bestehen, damit die größtmögliche
Entwicklung der Produktionskräfte gewahrt werde?
Aus der Analyse des Konsums der Kapitalisten und der Arbeiter
ist ersichtlich, daß die Entwicklung des Konsums der letzteren
auf Kosten der ersteren zugleich die Entwicklung der Produktionskräfte
fördert. Auf diese Weise gibt die Erhöhung des Arbeitslohnes
auf Kosten des Konsums der Kapitalistenklasse einen
Anstoß für die weitere Entwicklung der Produktionskräfte.
Da die Produktivkräfte des Landes sich in dem Maße ihres
Wachstums in einer bestimmten Proportion zwischen den verschiedenen
Industriezweigen, zwischen der Produktion der unmittelbaren
Bedarfsartikel und der der Produktionsmittel verteilen,
muß die Anhäufung des Kapitals begleitet werden von
einer proportionalen Erweiterung aller Zweige der Volkswirtschaft.
Es ist klar, daß sich die Produktion der unmittelbaren
Bedarfsartikel mit der Anhäufung des Kapitals vermehren muß,
da sich nur unter dieser Bedingung ein Markt für die Produktionsmittel
eröffnet (das folgt aus der oben gegebenen Kritik der
Tugan-Baranowskischen Theorie). Folglich muß im Interesse
einer größtmöglichen Entwicklung der Produktivkräfte der Anteil
der unmittelbaren Konsumtionsmittel proportional der Anhäufung
des Kapitals steigen.
Oben zeigten wir aber, daß sich die Bedingungen für die Entwicklung
der Produktivkräfte um so günstiger gestalten, je größer
der Teil der unmittelbaren Bedarfsartikel, der von den Massen,
und je kleiner der Teil, der von den Kapitalisten konsumiert wird.
Die größtmögliche Entwicklung der Produktivkräfte des Landes,
und wenn es auch über ungeheure Produktionsmittel verfügt,
ist bei der kapitalistischen Ordnung unmöglich. Der ungenügende
Konsum der erzeugten Produkte durch die Arbeiterklasse
wird in einem fort zu den periodischen Krisen führen, die
alle kapitalistischen Länder durchleben. Demnach ist der Kampf