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kann. Demgegenüber besteht die Notwendigkeit, jeden Posten drei-
mal einzusetzen und Seite für Seite eine alle Posten umfassende Ad-
dition vorzunehmen. Auch wird eine Kontrolle darüber, ob man
nicht in eine falsche Eigenkontospalte eingetragen hat, nicht erzielt.
Die Vermehrung der Eigenkonten — wir sind bis jetzt auf vier
gegangen — bringt es mit sich, daß die Breite einer Buchseite nicht
ausreicht und man auf Doppelseiten arbeiten muß, wobei man die
Grundbuchung nebst Betragsspalte auf die linke, die Rechnungs-
spalten auf die rechte Seite verlegt. Die letztere. kann, wenn man
über eine handliche Buchgröße nicht hinausgehen will, bis sechs
Spalten mit Soll und Haben aufnehmen. Will man ein größeres
Spaltensystem mit der Grundbuchung vereinigen, so muß man zu
breiten Formaten greifen und auch die linke Seite für Eigenkonten-
spalten benutzen, was den Raum der Grundbuchdarstellung
Sschmälert. Erhält ein Eigenkonto seiner Natur nach nur Sollposten,
wie das Aufwandskonto, oder nur Habenposten, wie das Konto ver-
dienter Provisionen, so braucht man einem solchen Konto nur eine
Kolonne zu geben und kann in dem Falle, wo ausnahmsweise doch
ein Posten entgegengesetzter Bedeutung auftreten sollte, diesen mit
roter Tinte eintragen. Konten, die erfahrungsgemäß nur wenige
Posten erhalten, vereinigt man in einer Spalte „verschiedene Kon-
ten“, indem man über oder neben dem Betrage das Konto bezeich-
net. Am Schlusse muß man allerdings die den einzelnen dieser
Konten zugehörigen Beträge herausziehen und ihre Summe mit
Kontoangabe vermerken.
Eine ähnliche, wenn auch systematisch nicht durchdachte Ver-
einigung der Eigenrechnung mit dem Grundbuch ist unter dem
Namen des amerikanischen Journals oder der amerikanischen Buch-
haltung sehr volkstümlich geworden. Sie hat den schon erwähnten
Vorteil der räumlichen Nachbarschaft der Rechnungsposten mit der
Grundbuchung, wie auch den, daß die Additionen in zahlreiche Teil-
abschnitte zerlegt sind und Seite für Seite eine Nachprüfung mög-
lich ist, was auch dem Bücherprüfer sehr zusagt. Auf Seiten des
Buchhalters ist eine geringere Fertigkeit benötigt; der Geschäfts-
leiter findet Übersichtlichkeit. Die Buchhaltung hält sich mehr auf
dem Laufenden. Diesen Vorteilen stehen Nachteile gegenüber.
Die Zahl der Konten findet in der Buchgröße eine Beschränkung; die
Grundbuchung, falls sie sich nicht überhaupt auf Vorberechnungen
stützt, muß einen sehr schmalen Raum einnehmen und so knapp als
möglich gehalten sein, damit nicht auch in der Höhe Platz verloren
geht, weswegen man den Trennungsstrich wegläßt, der sonst die
einzelnen Grundbuchungen auseinanderhält. Dazu kommt die leichte
Möglichkeit, einen Betrag in eine falsche Spalte auszuwerfen, die
Notwendigkeit der Übertragung so vieler Seitensummen und das
Hindurchschleppen der Überträge selten vorkommender Konten. Die
durch den Platzmangel gebotene Dürftigkeit und der Lakonismus
des Buchungstextes stehen in schreiendem Widerspruch mit der
Verschwendung von Platz und Papier, die mit jedem Tabellensystem
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