Full text: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

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Zu Beginn des Jahres 1926 betrug die Stärke der U-Bootwaffe einschließlich der im Bau befindlichen 
Schiffe sowie derjenigen, die noch im Laufe des Jahres auf Stapel gelegt werden sollten: 
. Küsten- Ins- 
Flotte „orteidigung gesamt 
1. Altere Bestände. . 4: Hr A HERAN KERLE we Ta 37 44 
9, Nach dem Kriege fertiggestellt ...............0...0+01010100 18 
3. Zur Zeit im Barren ee enter nennen 14 
4. Im Laufe des Jahres 1926 auf Stapel zu legen .......... £ 3 
Gesamtzahl..... 37 52 8 
In dem bearbeiteten Etatjahre sollten die ersten Neubauten nach dem Kriege in Dienst gestellt werden; 
sie umfassen folgende Einheiten: 
3 KreHZe ner EEE ZU 8000 12 Unterseeboote 
6 Zerstörer. ner ek U 2 25008 1 Flugzeugträger 
12 Torpedoboote ........00.+..000+ 22 1450 
Die Kiellegung von Neubauten in demselben Etatjahre betraf laut der Bewilligung vom 24. April 1925 
folgende Kriegsschiffe, die zum zweiten Abschnitte des Bauprogramms gehören: 
1 Kreuzer 3 Minenleger 
7 Zerstörer und Torpedoboote 1 Flugzeugträger. 
7 U-Boote 
Außerdem wird seit 1922 an der Modernisierung zweier Linienschiffe gearbeitet, mit deren Fertigstellung 
für 1926 gerechnet wird. Im Etatjahre 1926 sollen nach den Angaben des Berichterstatters der Senats- 
kommission (Raiberti) vom 16. April 1926 72 Kriegsschiffe im Bau sein und 32 im Laufe des Jahres in 
Dienst gestellt werden. 
2. Die Ausgaben, 
Die französischen Marineetats weisen vom Beginne des Jahrhunderts bis 1909 keine bemerkenswerte 
Steigerung auf, Vom Jahre 1910 ab erfolgt dann ein sprunghaftes Anwachsen der Marineausgaben. Die 
Etats beziffern sich in folgenden Jahren auf: 
1901 .......: 328 Millionen fr., 1912 0..." 423 Millionen fr. 
1909 4200044 4u 33 » 18 388 » » 
1910 00.0044 376 » 1914 00.7.0 585 » » 
1911 re AO 
Seit 1913 wurden die Aufwendungen für die Handelsmarine in einem besonderen Etat aufgeführt; sie 
sind in den oben angeführten Ziffern für 1913 und 1914 mit etwa 70 Millionen fr. einbegriffen. 
Die Mehrausgaben des Etatjahres 1914 gegenüber 1913 in der Gesamthöhe von 48.2 Millionen fr. ver- 
teilen sich hauptsächlich auf folgende Posten: 
Schiffsneubau ........ 17,1 Millionen {fr., Soldaufbesserung ..... 7,0 Millionen fr.. 
Bewaffnung... ........ 6,3 » » Küstenverteidigung ... 2,0 » » 
Im ganzen kann angenommen werden, daß es sich bei dem Etatjahr 1914 um ein relatives Normaljahr 
handelt, welches gegenüber den Vorjahren einen kleinen Ausschlag nach oben aufweist. 8 
Die Ausgaben für die Marine in der Kriegszeit und den ersten Nachkriegsjahren sind in der beim Heer- 
wesen gegebenen Aufstellung der gesamten militärischen Ausgaben (S. 152) enthalten. Die Voranschläge 
des Marineministeriums für 1923, die auch für das folgende Etatjahr unverändert zugrunde gelegt wurden, 
sind verhältnismäßig niedrig (sie weisen die geringste Steigerung gegenüber der Vorkriegszeit von sämt- 
lichen Ministerialetats auf), da die Aufstellung noch in die Zeit der Stagnation in der französischen Marine- 
politik fällt. So war die Ausführung des Programms der U-Boot-Neubauten in den Jahren 1922 bis 1925 
mit einer Verzögerung von 20 vH vor sich gegangen. Eine Erhöhung der Ausgaben trat erst in den folgen- 
den Jahren ein, als die Mehrkosten infolge der Durchführung des Neubauprogramms voll ins Gewicht 
fielen, insbesondere nachdem der Marineminister Borel durch Leygues ersetzt war, der energisch für die 
genaue Durchführung des Bauplanes eintrat. Die Mehrerfordernisse der folgenden Jahre sind einesteils 
durch die Erhöhung des Preisniveaus verursacht, andernteils durch Ausgaben, insbesondere für Erweiterung 
des Neubauprogramms und für Soldaufbesserungen, die sich zur Auffüllung des zu geringen Personal- 
bestandes als notwendig erwiesen. Inden nächsten Jahren soll vor allem für die Modernisierung der Küsten- 
verteidigung Sorge getragen werden. In Übereinstimmung hiermit berichtet der Marineminister in den 
Senatsverhandlungen vom 16. April 1926, daß die Errichtung neuzeitlicher schwerer Küstenbatterien 
bei Bizerta und Algier vorgesehen sei.
	        
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