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In den Vereinigten Staaten vermehrte sich die Getreideproduktion
von einer Milliarde Bushels in den Jahren 1870—1874 auf
2,67 Milliarden im Durchschnitt des Jahrfünfts 1904—1908, Dabei
ist die Zahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft von 5,2
bloß auf 10,4 Millionen gestiegen.*) Dabei sind aber die Produktenmenge
und die Arbeitsproduktivität bloß in den dünn bevölkerten
Gegenden gewachsen, in den dicht bevölkerten ist die
Getreideproduktion sogar zurückgegangen. So erhöhte sich die
Weizenproduktion in Oklahama (bei einer Bevölkerungsdichte
von 10,3 pro Quadratmeile) seit 1894—1908 um das Siebenfache,
in Washington (Bevölkerungsdichte: 7,7) seit 1883 um das Neunfache
usw.**) In den dünn bevölkerten Gebieten eilte die Getreideproduktion
der Bevölkerungsvermehrung voraus; in den
dicht bevölkerten dagegen war es umgekehrt: die Bevölkerungszunahme
ging rascher vor sich, und diese Gebiete begannen Getreide
einzuführen.
Eine ähnliche Erscheinung läßt sich auch in Rußland konstatieren:
in den dünn bevölkerten Gegenden des Ostens und
Südens ist die Arbeitsproduktivität größer als in den dicht bevölkerten.
Die Entwicklung der Produktivität der ländlichen Arbeit in den
Vereinigten Staaten geht mit aller Deutlichkeit aus folgenden
Zahlen hervor:
Die Zahl der in der amerikanischen Landwirtschaft Tätigen
stieg in den Jahren 1870—1900 von 5 922 Tausend Personen auf
10 438 Tausend Personen, d. h. um 85 Proz., während sich die
Menge der landwirtschaftlichen Produkte vermehrt hat: Weizen
um 121 Proz., Mais um 92 Proz., Baumwolle um 203 Proz. und
Zucker um 270 Proz.***)
Im Jahre 19071) stellte sich die Produktion sämtlicher Ge-*)
Berechnet nach dem „Statistical abstract of the U. St. for 1908“.
*•) Ibid. Siehe auch: „Neue Zeit“, 29. Jahrg. Nr. 1, Artikel: M. Nachimson,
Die Teuerung, S. 19. Anm. des Übersetzers.
••*) Berechnet nach dem Sammelwerk „Amerika“, herausgegeben von
E. V. Holle, 1905, S. 66.
t) Otto Hübners geogr.-stat. Tabellen.