Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

Marx, der das Bestehen einer absoluten Rente aus der Differenz 
in den organischen Bestandteilen des Kapitals in der Landwirt 
schaft und in der Industrie erklären will. Der Fehler, den Marx 
begeht, besteht darin, daß er die Auf wände auf den schlechteren 
Böden als weniger produktiv betrachtet, als die letzten Aufwände 
auf den besseren Böden. 
VI. 
Betrachten wir nun nochmals die Konkurrenzbedingungen 
zwischen den neuen Ländern und Europa. Es wurde schon er 
wähnt, daß die Produktivität der Arbeit auch in Europa dieselbe 
sein würde wie in Amerika oder in Sibirien, falls man auch in 
Europa wieder zum extensiven Betrieb übergegangen wäre. In 
folge der Bevölkerungsdichte würde es aber nicht einmal für den 
vierten Teil der Bevölkerung genügend Getreide geben. Die euro 
päischen Landwirte machen deshalb neue, weniger produktive 
Kapitalaufwände auf demselben Grundstück. Der Getreidepreis 
wird durch diese minder produktiven Aufwände bestimmt, und 
der Unterschied in der Produktivität der ersten und der weiteren 
Aufwände fällt den Grundbesitzern in der Form der Grundrente 
zu. Wenn es aber durch Vervollkommnung des Transportwesens 
möglich wird, Getreide aus den dünn bevölkerten Gegenden mit 
extensivem Wirtschaftssystem auf den europäischen Markt zu 
bringen, so sinkt der Getreidepreis auch hier, zugleich auch die 
Grundrente, und es sinken (bei demselben Prozentsatz der Kapi 
talisierung der Rente) die Bodenpreise. 
Daraus geht hervor, daß die Steigerung des Getreidepreises 
nicht durch die Steigerung der Grundrente bedingt wird;*) viel 
mehr erhöht der Übergang zum intensiven Betrieb die Getreide 
preise, und in der Folge steigt auch die Grundrente. Wenn der Ge 
treidepreis sinkt, so wird der Unternehmer den letzten Kapital 
aufwand, der ihm bloß den normalen Profit einbringt, nicht 
*) Wie es beispielsweise Parvus in seiner Broschüre „Kolonial 
politik und Zusammenbruch“ (S. 36) behauptet.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.