weil die sozialen Verhältnisse ihn keine Möglichkeit gewähren,
seine Arbeitskraft auf eine andere Weise und mit größerem Erfolg
zu verwerten.
Da die Wirtschaftsordnung auf der gegenseitigen Beziehung
der Menschen untereinander beruht, so kann die Wirtschaftstätigkeit
außerhalb des sozialen Milieus unmöglich stattfinden.
Daher hat dasselbe psychologische Moment der Kraftersparnis
unter verschiedenen sozialen Verhältnissen verschiedene Resultate.
Während beispielsweise der Grundbesitzer den größten Erfolg
von dem Steigen der Rente erwartet, wird dem Pächter deren
Sinken das höchste Wirtschaftsresultat bringen. Das gleiche
Wirtschaftsmotiv wird somit unter dem Einflüsse von äußeren
Verhältnissen die Tätigkeit und das soziale Denken des Menschen
in ganz verschiedene Bahnen lenken und folglich auch
zu ganz verschiedenen Resultaten führen. Dennoch ist überall
das Resultat dieses Wirtschaftsprinzips ein und dasselbe: die
Entwicklung der Produktivkräfte.
Jedes wirtschaftende Subjekt kann das höchste Resultat mit
dem geringsten Kraftaufwand erzielen, wenn sich die Produktivkräfte
entwickeln. Zwar strebt jeder einzelne nicht unmittelbar
danach, doch ergibt es sich als Gesamtresultat. Der Kapitalist
trachtet danach, seinen Profit zu erhöhen. Dieses Ziel kann er
aber nur erreichen, wenn die Produktivität der Arbeit seiner Angestellten
steigt. Ein Handwerker oder Kleinbauer strebt unmittelbar
nach Erhöhung seiner Produktivkräfte. Der Lohnarbeiter
kümmert sich nicht so sehr darum, die Summe der Produkte
zu erhöhen, als darum, seine Arbeitskraft zu schonen. So
treffen die Bestrebungen einzelner Personen und Wirtschaftsgruppen,
obwohl sie sich oft durchkreuzen, in einem Punkte zusammen:
in dem Bestreben, ihre Produktivkräfte zu entwickeln,
und geben dadurch der wirtschaftlichen Entwicklung eine bestimmte
Richtung. Als Resultat der subjektiven, egoistischen Bestrebungen
auf dem Gebiete der Wirtschaftstätigkeit ergibt sich
ein objektiver Prozeß, nämlich die Entwicklung der Produktivkräfte
der Bevölkerung eines Landes. Der „freie Wille“ der
einzelnen wirtschaftenden Subjekte schafft einen objektiv not-