fullscreen: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Badische Anilin- und Soda-Fabrik, 
Ludwigshafen a. Rh. 
Die Fabrik ist im Jahre 1865 mit einem Stand von 30 Arbeitern ins Leben getreten, 
beschäftigt heute 301 Chemiker, 219 Ingenieure und Techniker und 1150 kaufmännische 
Beamte. Die Zahl der Arbeiter mit Aufsehern, Meistern und Handwerkern beträgt zurzeit 
9930. Das Werk, das Tausenden Arbeit und Lebensunterhalt gewährt, hat seit Jahrzehnten 
eine kulturelle Aufgabe darin erblickt, durch Wohlfahrtspflege für die Hebung und Besse 
rung der Lage seiner Arbeiter und Angestellten zu sorgen. Sie bildet den Gegenstand un 
ausgesetzter Beobachtung und Tätigkeit, wie auch dauernder, stetig wachsender Auf 
wendungen. Die Fabrik hat im Laufe der Jahre Einrichtungen geschaffen, die zum Teil 
der staatlichen Fürsorge vorausgeeilt sind und weit über deren Forderungen hinaus 
gehen. Als chemische Fabrik hat die Badische Anilin- und Soda-Fabrik bei Ausbau ihrer 
Wohlfahrtseinrichtungen ihr Hauptaugenmerk auf die Maßnahmen zur Erhaltung und 
Besserung der Gesundheit ihrer Werksangehörigen gerichtet und besondere Sorgfalt den 
hygienischen Einrichtungen angedeihen lassen; ihnen reihen sich an eine umfassende 
Wohnungsfürsorge und die Bestrebungen zur Hebung der wirtschaftlichen Zustände, ins 
besondere die Fürsorge für alte und invalide Angestellte, Witwen usw. wie auch Pflege des 
Geistes und Gemütslebens. 
Arbeiterwohlfahrt. 
Gesundheitspflege. 
Sanitäre Rücksichten finden stets besondere Beachtung bei Einrichtung der Fabri 
kationen durch Schaffung hoher, luftiger und heller Arbeitsräume, durch Ventilations 
und Absaugevorrichtungen sowie durch Schutzvorrichtungen aller Art. Den an Apparaten 
mit hoher Temperatur beschäftigten Arbeitern wird in den Sommermonaten zur Verhütung 
des übermäßigen Trinkens von kaltem Wasser unentgeltlich schwarzer Kaffee — ca. 400 0001 
pro Jahr — geliefert. 
58 WASCH- UND BADEANSTALTEN mit 1007 Brausen und 86 Wannen, meist im 
Anschluß an die Betriebe, dienen den Arbeitern zur Reinigung. Die Badezeit fällt in die 
Arbeitszeit; Seife und Handtuch werden unentgeltlich geliefert. Neben den Badezellen befinden 
sich Räume zum Aus- und Ankleiden mit Schränken und Ständern zum Aufhängen der 
Arbeits- bzw. der Straßenkleider. 
ARBEITSZEIT. Dieselbe wurde in den letzten Jahren erheblich verkürzt, sie ist nor 
mal festgesetzt von l / 2 8 bis 6 Uhr mit einer Ruhepause von 12 bis 1 % Uhr mittags. Nacht- 
und Sonntag-, sowie Überstundenarbeit sind auf das tunlich geringste Maß beschränkt; 
Frauen- und Kinderarbeit ist ausgeschlossen. 
URLAUB wird alljährlich jedem Arbeiter gewährt, der mindestens 5 Jahre in der Fabrik 
beschäftigt ist, und zwar erhält der Arbeiter nach 5 Jahren 3 Wochentage, nach 10 Jahren 
6 Wochentage unter Fortbezahlung des vollen, durchschnittlichen Arbeitsverdienstes und
	        
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