Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil  II.  Korn-Giroverkehr.

Dem  jnéxpriffov  in  den  „Giroanweisungen“  entsprechen  in  den
„Girobescheinigungen“  (Abschn.  30)  die  Schlagworte:  pejuéTpnKev
ó  òeíva  €iç  OricTaupóv,  pepérprixai  eiç  Gncraupóv,  pejuexpniLieOa,
èpexpiíOtiv  iipív  u.  dgl.b
Neben  pexpritrov  und  òiácrxeiXov  finden  sich  noch  èHoòíacrai*
(P.  Lond.  II  S.  102  Nr.  475)  und  TrpócrOeç  eîç  ovopa  xoû  òeíva.
Das  Schlagwort  TrpócrOeç  eîç  òvopa  xoû  òeíva  drückt  am
deutlichsten  die  Girozahlung  aus,  und  zwar  diejenige  Girozahlung,
bei  welcher  auch  die  Auszahlung  nicht  körperlich  vor  sich  geht.
Die  Giroanweisung  Ostr.  II  1159  aus  Theben  (2./3.  Jahrh.  n.  Ohr.)
lautet  :
‘HpaKXeíò(riç)  ’Appoviuj  Tpappax(ei)  (JixoXoT(íaç)  xa(ipeiv).
npóaOeç  eiç  õvop(a)  ’ETriuv(úxou)  ’Ovvijú(p(pioç)  (ttupoO)
  C.
Zu  deutsch:  „Herakleides  an  Ammonios,  den  Büroschreiber
der  Staatsspeicherverwaltuug.  Mache  eine  Gutschrift  auf  den  Namen
des  Eponychos,  Sohnes  des  Onnophris,  in  Höhe  von  6  Artaben
Weizen“.  Möglich  ist  auch  die  Auflösung  aixoXÓT(uuv).  Der  Zahler
Herakleides  muß  ein  Giroguthaber  sein;  wäre  er  das  nicht,  so
könnte  er  keine  Giroanweisung  erteilen.  Die  Zahlung  kann  nicht
körperlich  vor  sich  gegangen  sein,  denn  das  „setze  hinzu  auf
den  Namen  des  Eponychos“  drückt  deutlich  die  Gutschrift  aus.
Mithin  liegt  Girozahlung  mit  Lastschrift  und  Gutschrift  vor.
In  der  Giroanweisung  Ostr.  II  1164  (2./3.  Jahrh.  n.  Ohr.)  wird
beides,  die  Gutschrift  und  die  Lastschrift,  besonders  hervorgehoben  :
TTpoqpnxtiÇ  ’Apujviiu  xa(ipeiv).  AidcrxeiXov  áx  xoû  èpoû
Oépaxoç  eîç  ôvop(a)  AouxiXXdxoç  (irupoû)  xpixov  ôyôov,
T(ivexai)  (irupoO)  Ÿrj-Amonios
  ist  der  Speicherverwalter,  die  Örtlichkeit  fehlt.  Die
Formel  eîç  ovopa  xoû  òeíva  weist  auch  hier  auf  den  Zahlungsempfänger ­
  hin  (vgl.  Abschn.  32).
P.  Lond.  H  S.  102  Nr.  475  (2.  Jahrh.  n.  G  hr.)  ^  ist  auf  den
ersten  Blick  weniger  leicht  als  Giroanweisung  zu  erkennen:
ZixoX(ÓYtu)  BaKxi[áòoç].  ’EHoòíacai  irapà  ffoû  xúj  e
(Ixei)  Tevn(paxoç)  ò  (êxouç)  XaXfjXiç  ÚTrò  x[o]ú  Baxxiáòoç
1  vgl.  die  Zusammenstellungen  bei  Wilcken,  Ostraka  I  S.  98  ff.  u.  111  ff.
*  Über  die  Anwendung  dieses  Wortes  im  Geld-Giroverkehr  vgl.  Abschn.  44.
3  vgl.  die  Berichtigung  in  P.  Lond.  III  S.  383  u.  von  Wilcken,  Archiv
III  S.  238.
            
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