Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil  IV.  Girobanknotariat.

selbständige  Girobankvertrag  von  Hermupolis  ist  aus  der  selbständigen ­
  Girobankbescheinigung  von  Hermupolis  hervorgegangen. ­
  Um  das  zu  zeigen,  möge  zunächst  der  Text  von  P.  Lond.  IH
S.  168  Nr.  890  (6  v.  Ohr.)  folgen.  Dieser  Papyrus  ist  eine  selbständige ­
  Girobankbescheinigung,  hat  also  mit  einem  Notariatsvertrage ­
  nichts  zu  schaffen  ;  dennoch  zeigt  er  schon  in  dieser
frührömischen  Zeit  deutlich  die  Ansätze,  die  allmählich  zur  Ausgestaltung ­
  des  selbständigen  Girobankvertrages  geführt  haben.  Der
Text  lautet:
1.  Die  òiaTpaqpn.  (1.  Hand)  ’AvTÍypaqpov  biaxpacpfi?  bid  xfîç  'Ep-¡uaiov^
  ibioiTiKfiç  TpaTTÉZpç.  ’'Etouç  Kb  Kaiüapoç,TOßi  kë.  ’AttoX-XÚJVIOÇ
  'Eppiou  'HpaxXnw  Zpvuivoç  eiç  dvaTrXfipujaiv  Tipfjç
ßoä)V  irévre,  uiv  xpîç  TTupai  K(ai)  Xenai  bùo,  ràç  Xomàç  dp-T(upiou)
  bpaxp(àç)  éKHiÎKOvxa,  T(ivovxai)  (bpaxpai)  H.
2.  Die  uTroTpa9ii.  (2.  Hand)  'HpaxXpç  Znvuuvoç  ánpKoXXoúOpKa
x^  TrpoKÊipévri  biaTpaqprj,  xai  ëxuu  eiç  (Tu|LiTrXiÎpuj(7iv  xi¡af|V  ßoiüv
irévxe,  uiv  xpîç  irupai  Km  bùo  XeuKai,  xàç  Xuttùç  apyopiou  bpaxpàç
  éSiÎKOvxa,  T(ivovxai)  (bpaxpcù)  H,  kuOóxi  irpÓKeixm.
('Exouç)  Kb  Kaícrapoç,  Tüßi  ki.
In  vorstehender  Urkunde  enthält  die  biaypacpii  dieselben
Unterteile  (Zahler,  Empfänger,  Zahlung,  Wofür,  Betrag),  die  jeder
selbständigen  Girobankbescheinigung  —  auch  außerhalb  von  Hermupolis ­
  (siehe  oben  S.  213  f.)  —  eigen  sind.  Dahinter  folgt  aber  in
Hermupolis  nicht,  wie  dies  anderwärts  unter  den  für  den  Geldzahler ­
  bestimmten  selbständigen  Girobankbescheinigungen  (siehe
oben  S.  213)  öfter  der  Fall  ist,  die  einfache  Quittung  des  Geldempfängers, ­
  etwa  in  der  Form:  'HpaKXfjç  à-rréxuj  kuOóxi  irpÓKeixai,
vielmehr  ist  in  Hermupolis  diese  Quittung  zu  einer  Erklärung
ausgewachsen,  welche  die  einzelnen  Punkte  der  biaypacpn  wiederholt. ­
  Diese  Erklärung,  so  muß  man  sich  den  Sachverhalt  verstehen, ­
  wird  vom  Geldempfänger  auf  der  Bank  und  vor  dem  Bankbeamten ­
  (daher  das  ámiKoXoúOriKa)  geschrieben  und  sodann  dem
Geldzahler  eingehändigt.  So  wird  diese  Erklärung  (die  úiTOTpaqpií)
zu  einer  selbständigen,  an  die  biaypacpn  angehängten  Urkunde.
Daß  übrigens  P.  Lond.  III  890  eine  Girobankbescheinigung, ­
  nicht  etwa  ein  Girobankvertrag  ist,  kann  nicht  bezweifelt
l'Eppaîoç  ist  der  Inhaber  der  Privatbank.  Vgl.  P.  Lond.  IIIS.  137  Nr.  1168,
21;  biâ  Tfjç  Xúpou  íòiuJTiKfi(ç)  rpauéZri?  (44  n.Chr.,  Hermupolis);  S.  105  Nr.ll66,
9:  òkí  Tfi(ç)  'Ep|LioviK(  )  ibiu)(TiKfiç)  Tpa(iTéZ:Tiç)  (42  n.  Ghr.,  Hermupolis).
            
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