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konnten 160 Zenter zum Preife von 30 und 35 Pfg. das Pfund, 1916
63 Zentner zum Preife von 45 Pfg. das Pfund abgegeben werden.
Im Sommer 1917 iß das Einkochen von Marmelade für den
einzelnen Haushalt mit befonderen Schwierigkeiten verbunden und außerdem
volkswirtfchaftlidi unrationell: Gläfer und fonftige Einmachegefäße
find wegen Materialmangel fdhwer zu befdhaffen, die Obftpreife find
im Kleinhandel unverhältnismäßig hoch, Zucker iß nicht in ausreichender
Menge vorhanden; die Marmelade muß daher ohne Zucker vorgekocht
und fterilißert und erß fpäter gefüßt werden. Dies Verfahren iß befonders
in einfachen Haushaltungen bisher nidit geübt worden, fodaß die Gefahr
beßeht, bei unfachgemäßer Behandlung ein widitiges Lebensmittel dem Verderben
auszufeßen. Viele, befonders einfache Haushaltungen verziditen
aus all’ diefen Gründen auf das Einkochen von Marmelade und verbrauchen
den ihnen zugeteilten Zucker zu weniger wichtigen Zwecken, was natürlich
im Winter zu einem Mangel an der als Brotaufßridh fo widitigen Marmelade
führen muß.
Der Nationale Frauendienß Barmen hat daher auch in diefem Jahre mit
einer Marmeladenfabrik ein Abkommen getroffen, nadi dem die Firma die
Verarbeitung des überwiefenen Obßes zu Marmelade übernimmt. Um den
nötigen Zucker zu befchaffen, iß durch die Preffe bekannt gegeben worden,
daß freiwillig abgelieferteZuckerkartenabfchnitte gegen Gutfeheine für Marmelade
oderKunßhonig eingelaufcht, bezw. letztere im Winter zu billigen Preifen
abgegeben werden [ollen. Die Zuckerkartenabfchnitte dürfen nicht vom
Stammabfchnitt getrennt vorgelegt werden. Das Abtrennen und derUmtaufch
erfolgen bei der Ausgabe der Lebensmittelkarten in den 19 Brotkartenßellen,
in denen genaue Lißen über die eingelieferten Abfchnitte und die ausgegebenen
Gutfeheine geführt werden. Nach dem jeweiligen Ausgabetag
erfolgt die Abrechnung und Buchung in der Gefchäftsßelle des Nationalen
Frauendienßes, weldie auch die Verrechnung mit der ßädtifchen Lebensmittelßelle
übernimmt.
Für je 100 Gramm Zucker wird ein Gutfehein für 200 Gramm Marmelade
oder 125 Gramm Kunßhonig ausgegeben. Sollte es dann nicht möglich
fein, Marmelade in ausreichender Menge zu befchaffen, fo tritt der Kunßhonig
an die Stelle derfelben.
Die Finanzierung der Marmeladekocherei erfolgt durch die Wohlfahrtzentrale,
weldie auch für den Zweck 500 Obßkörbe und eine größer Anzahl
Einmachfäjfer angefchafft hat.