Full text : Wohlfahrtzentrale der Stadt Barmen

2.  Anpassung  an  die  Kriegsnotwendigkeiten.

a)  Auf  wirtschaftlichem  Gebiete.
Beschaffung  von  Arbeitsverdienst
Die  Hauptfache  ifi  der  Fleife,  denn  diefer  gibt
nicht  nur  die  Mittel  des  Lebens,  fondern  er  gibt
ihm  auch  leinen  alleinigen  Wert.
(Schiller  an  Körner.)
Lage  des  Arbeitsmarktes  und  Anregung  zur  Arbeitswilligkeit.
N  der  Ueberzeugung,  daf?  Arbeitsverdienft  mehr  noch  aus
moralifchen,  als  öhonomifchen  Gründen  weitaus  wertvoller,
als  die  Gewährung  von  Barunterftütjung  i|f,  betraditet  es
die  Wohlfahrtzentrale  feit  Kriegsbeginn  als  eine  ihrer
widitig|ten  Aufgaben,  den  Befchäftigungslofen  und  Bedürftigen ­
  Erwerb  zu  befchaffen.  l )
Da  es  [ich  überwiegend  um  die  Befchäftigung  weiblicher  Arbeitshräfte
handelte,  wurde  zunächft  von  dem  Nationalen  Frauendienft  in  den  Räum-Üdikeiten
  des  ftädtifchen  Arbeitsnachweifes  eine  befondere  Vermittlungsabteilung
  für  weibliche  Arbeitslofe  eingerichtet.  Seit  Beginn  des  Krieges  find
10  Damen  an  der  Arbeitsnachweisftelle  tätig,  deren  ftatiftifche  Aufzeichnungen
fchon  an  [ich  die  Lage  des  Barmer  Arbeitsmarhtes  kennzeidinen:
Vom  1.  Auguft  bis  31.  Mai  1915  konnten  von  13  221  weiblichen  Arbeitslofen
  nur  10095  befdiäftigt  werden,  darunter  8263  nur  mit  wenig  einträg-0

  Auch  die  Stadt  Barmen  vertrat  den  gleichen  Grundfatz,  indem  fie  in  den  erftcn  Kriegsmonaten ­
  Nottiandsorbeiten  (Wupperverbetferung,  Forflarbeiten)  im  Betrage  von  rund  Mk.  400000.—
ausfiihren  liejj-  Durch  den  flädtitdien  Arbeitsnachweis  wurden  etwa  1500,  vorwiegend  männliche
Arbeiter,  in  auswärtigen  Betrieben  (Essen  und  Hattingen)  untergebracht  und  für  diefelben  (eitens
der  Eirenbahndireldion  befondere  Arbeiterzüge  eingelegt.
Durch  die  weibliche  Abteilung  des  Arbeitsnachweifes  wurden  1150  Arbeiterinnen  nach  Troisdorf, ­
  Siegburg,  Mannheim-Waldhof,  Wipperführt,  Remscheid  und  Leverkufen  gefandt.

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