Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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Bürgschaft  für  das  durch  den  Bremer  Verein  für  Arbeiterwohnungen
von  der  Landesversicherungsanstalt  für  die  Hansestädte  in  Lübeck
zum  Bau  von  Wohnungen  für  etwa  20000  Arbeiter  auf  dem
Baugelände  des  Industrie-  und  Handelshafens  in  Bremen-Oslebshausen ­
  aufzunehmende  Darlehn  bis  zur  Höhe  von  zwei  Millionen
Mark  nebst  Zinsen  übernehmen  sollte.
Nun  folgere  ich:  Sieht  man  es  als  im  Interesse  der  Allgemeinheit ­
  liegend  an,  Wohngebäude  für  Arbeiter  zu  erbauen
oder  eine  Zinsgarantie  dafür  zu  übernehmen;  erwägt  man  ferner,  daß
diese  Ausgaben  und  Einrichtungen  dem  einen  Stande,  dem  der
Arbeitnehmer,  zugute  kommen,  so  muß  man  wegen  der  Tatsache,
daß  der  Großhandel  der  Lebensnerv  des  Staates  Bremen  ist  und
bleiben  wird,  zugeben,  daß  der  Staat  die  Pflicht  hat,  unter  Umständen
dem  Handel  in  derselben  Weise  zu  Hilfe  zu  kommen.  Der  Handel
ist  hier  das  Primäre,  die  heranzuziehende  Industrie  mit  ihren  A  rbeitermassen
  das  Sekundäre.  Alle  ihre  Arbeitsprodukte  müssen  durch
den  Handel  bewegt  und  umgesetzt  werden.  Stirbt  der  Handel
aber  ab  oder  ist  er  außer  Stande  die  Umsatzfunktion  auszuüben,
dann  sind  alle  für  die  Arbeitnehmer  aufgewendeten  Kapitalien
nutzlos.  Glieder  ohne  Körper  sind  tot.
3.  Welche  Gebiete  kommen  besonders  in  Frage?
Nachstehend  möchte  ich  diejenigen  Gebiete  kurz  herausheben,
die  ich  besonderer  Aufmerksamkeit  für  wert  halte.
Ostasien.  Ein  immer  mehr  an  merkantiler  Bedeutung  gewinnendes ­
  Gebiet  sind  das  nördliche  China  und  die  Mandschurei.
Die  weiten,  ebenen  Gefilde  sind  von  einer  erstaunlichen  Fruchtbarkeit ­
  und  bringen  ungeheure  Mengen  von  Landesprodukten
hervor.  Besonders  werden  Hülsenfrüchte  gebaut  (Bohnen,  Erbsen
usw.),  daneben  Getreide  (Hirse  usw.).  Die  Wichtigkeit  dieses  Gebiets,
das  ein  landwirtschaftliches  Produktionszentrum  allerersten  Ranges  %
zu  werden  verspricht,  hat  man  lange  verkannt.  Die  europäischen
Dampferlinien  ließen  es  unbeachtet  liegen  und  bogen  vom  mittleren ­
  China  (Shanghai)  nach  Osten  zu,  nach  Japan,  ab.  Erst  neuerdings, ­
  nach  dem  russisch-japanischen  Kriege,  ist  es  mehr  in  den
Vordergrund  getreten,  und  energisch  ist  man  jetzt  mit  seiner
Aufschließung  und  der  Nutzbarmachung  der  reichen  Schätze,  die
es  birgt,  beschäftigt.  Englisches,  amerikanisches  und  japanisches
Kapital  beginnt  sich  dort  einzunisten.  Noch  ist  es  Zeit,  daß
Deutschland  sich  seinen  Anteil  sichert.  Wünschenswert  wäre  es,
daß  der  Norddeutsche  Lloyd  eine  regelmäßige  Frachtdampferlinie
            
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