Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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stehenden  kleinen  Fischereigesellschaften  sind  sie  allerdings  notwendig. ­

Werden  also  einerseits  die  von  den  großen  Fisch  versandgeschäften
  ins  Binnenland  geschickten  Fische  durch  den  Zwischengewinn ­
  dieser  Händler  verteuert,  so  arbeitet  andererseits  die  Nordsee, ­
  die  den  Verschleiß  ihrer  Fänge  selbst  betreibt,  mit  zu  hohen
Unkosten.  Sie  hat  in  den  einzelnen  Städten  eigene  Verkaufsläden
an  den  Hauptstraßen,  weil  sie  den  Zwischenhändlergewinn  selbst
verdienen  will.  Aber  die  Läden  kosten  hohe  Mieten,  die  Gehälter
für  das  zahlreiche  Verkaufspersonal  verschlingen  große  Summen,
und  stets  ist  mit  der  Wahrscheinlichkeit  eines  teilweisen  Nichtverkaufs ­
  und  Verderbs  oder  einer  Wert  Verminderung  der  Ware
zu  rechnen.  So  hat  weder  das  Publikum  noch  die  Nordsee  von
dieser  Einrichtung  einen  finanziellen  Vorteil.
Nach  verschiedenen  mir  vorliegenden  Geestemünder  Auktionsberichten ­
  vom  Oktober  und  November  1909  wurden  auf  den  Versteigerungen ­
  im  Durchschnitt  mindestens  7,3  und  höchstens  (in
einem  Falle!)  15,2  Pfennig  für  das  Pfund  erzielt,  die  teuren  Edelfische ­
  inbegriffen.  Da  Schellfische,  die  —  abgesehen  vom  Hering
—  weitaus  wichtigsten  in  Betracht  kommenden  Seefische,  an  die
Verbraucher  zu  Preisen  abgegeben  werden,  die  den  Einkaufspreis
bezw.  den  obigen  Auktionspreis  durchweg  um  das  Drei-  bis  Vierfache ­
  übersteigen,  während  edlere  Fischarten  noch  weit  höhere
Preise  erzielen,  sollte  man  meinen,  daß  Seefischereigesellschaften,
die  sich  auch  mit  dem  Verschleiß  beschäftigen,  mit  sehr  hohem
Nutzen  arbeiten.  Da  dies  nicht  der  Fall  ist  und  da  auch  die
großen  Versandhäuser  keinen  dem  enormen  Preisaufschlage  entsprechenden ­
  Gewinn  zu  verzeichnen  haben,  so  muß  also  das  Verkaufssystem ­
  an  sich,  wie  ich  es  soeben  als  das  der  Nordsee
geschildert  habe,  unzweckmäßig  sein.  Die  Verschleißunkosten,
mag  sie  nun  die  Gesellschaft  selbst  oder  ein  Dritter  tragen,  üben
natürlich  eine  Pressung  auf  die  Auktionspreise  aus  und  halten
sie  zu  niedrig.
Ein  zweiter  Grund  des  Notstandes  der  Hochseefischerei  ist
ihre  Zersplitterung  in  eine  Vielzahl  zu  kleiner  Unternehmungen.
Je  kleiner  aber  der  Umsatz,  desto  schwerer  wird  die  Ware  durch
die  Verwaltungskosten  belastet.  Eine  Wendung  zum  Besseren
wird  nur  eintreten,  wenn  eine  größere  Einheitlichkeit  erzielt  wird,
wenn  die  verschiedenen  Einzelbetriebe  zur  Einheit  einer  groß  angelegten ­
  Betriebsgemeinschaft  zusammengeschweißt  werden.  Eine
solche  wäre  nicht  nur  hinsichtlich  der  Verwaltungskostenersparnis,
            
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