Full text: Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Man wird auch hoffen 
dürfen, daß die widerstreitenden Interessen von Städten, die sich 
durch die Durchführung des Kanals bis zur Elbe geschädigt 
glauben, überwunden werden. 
Der wichtigste Umschlagplatz der Oberweser ist z. Z. Hameln, 
doch wird ihm in Zukunft höchstwahrscheinlich Hann.-Münden, 
am Zusammenfluß der Werra und Fulda gelegen, den Rang 
ablaufen. Kassel liegt ungünstiger. Langjähriger Bemühungen 
der beteiligten Kreise hat es bedurft, die Mündener Bahn- und 
Umschlagseinrichtungen zu verbessern und auf die Höhe der 
jetzigen Anforderungen zu bringen. Erst 1906 gelang das Werk 
unter tatkräftiger Mithilfe des Norddeutschen Lloyd, und die Stadt, 
die schon im Mittelalter der wichtigste Stapelplatz der Oberweser 
war, hat jetzt endlich ihre Bedeutung zurückerhalten. Gestützt 
auf vollkommene Eisenbahnverbindungen, ist sie bestimmt ein 
Sammelpunkt zu werden, der die Güter aus weiten, dem Weser 
verkehr bis dahin verschlossenen Gebieten Mitteldeutschlands von 
Elbe, Main und Rhein ab und an sich zu ziehen und sie weser- 
abwärts nach Bremen zu verfrachten imstande ist. Es ist zu 
hoffen, daß sie dem Oberweserverkehr die dringend nötige Be 
lebung bringen wird. Die Ergebnisse des letzten Jahres (1909) 
scheinen diese Hoffnung ja zu bewahrheiten. 
Vom Gesamtverkehr benutzten die Oberweser dem Gewichte 
t 
nach bei der 
Jahr 
Einfuhr 
Ausfuhr 
Durch 
schnittlich 
Jahr 
Einfuhr 
Ausfuhr 
Durch 
schnittlich 
1888 
II.2 °/o 
6,3 % 
9,4% 
1905 
10,0 % 
7,9 % 
9.1 % 
1893 
6,0 °/ 0 
4,6% 
5.4% 
1906 
9,8 % 
7.9 % 
9,0 % 
1898 
9,i % 
9.2 % 
9,i % 
1907 
9,8 % 
7,7% 
8.9% 
1903 
10,6 % 
7,9 % 
9,4 % 
1908 
9.5 % 
7,o % 
8,5 % 
1904 
7,8% 
6,8 % 
7,4 % 
1909 
12,8 % 
8,0% 
10,7 % 
Der Anteil der Oberweserschiffahrt an der Güterbeförderung 
ist also während dieses Zeitraumes ziemlich unverändert geblieben. 
Aus den kleinen Schwankungen auf eine Tendenz schließen zu 
wollen, wäre verfehlt, da äußere Umstände, wie Eisgang und 
niedriger Wasserstand, von zu großem Einflüsse sind. Aber wenn, 
wie dies häufig geschieht, »die erfreuliche Tatsache konstatiert 
wird, daß der Ob er weser verkehr sich weiter gehoben« hat, so 
sind diese Lobpreisungen auf das richtige Maß zurückzuführen: 
prozentual ist bis 1908 keine Steigerung erfolgt. Für 190g 
ist in der einkommenden Fahrt eine überaus scharfe Besserung
	        
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