Korkersatz
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Krähenaugen
von Korkkohle (Spanisch Schwarz) für
Druckerschwärze benutzt. Einen großen Auf
schwung hat neuerdings die Erzeugung von
Linoleum (s. d.), von Korkstein und anderen
Fußbodenbelägen genommen. Sie bestehen in
der Regel aus Mischungen von geröstetem Kork
mehl mit Kalk, Ton, Gips oder Zement, bis
weilen auch unter Zusatz organischer Binde
mittel wie Pech, Teer, Asphalt u. dgl. Kamp-
tulikon (Kdrtizin) ist ein zu Platten gewalztes
Gemisch von Korkmehl mit Kautschuk, Gutta
percha oder eingedicktem Leinöl. —• Die Gesamt
einfuhr an Korkholz nach Deutschland betrug
1912 mehr als 206 000 dz im Werte von über
10 Millionen M., die Einfuhr an Korkstopfen
und -waren 18 000 dz (5 Mill. M.), die Ausfuhr
60 000 dz (4,8 Mill. M.).
Kerkersatz oder Kunstkork wird aus Kork
mehl unter Zusatz von Bindemitteln wie Nitro
zellulose, Kasein, _ Eiweiß, Kollodium, Viskose,
Glyzerin, Mineralöl, Kalk und Borsäure her
gestellt; doch scheint nur der Suberit, ein Er
zeugnis aus Korkmehl, Nitroglyzerin und Rizi
nusöl, praktische Bedeutung erlangt zu haben.
Als ziemlich brauchbar soll sich auch das durch
Einwirkung von Azetylen auf Kupfer- oder Nickel
oxyd hergestellte Kupren erwiesen haben, das
wahrscheinlich aus kupferhaltigeji Kohlenwasser
stoffen besteht. Für gewisse Zwecke, z. B. die
Herstellung von Linoleum, hat man auch die
Verwendung von Holz- oder Rindenmehl, Holun
der- oder Sonnenblumenmark und pulverisierten
Baumschwämmen empfohlen. Als Ersatz für Kork
stopfen können sie nicht in Betracht kommen.
Kornit ist ein aus gepulverten Hornabfällen
durch Pressen hergestelltes Ersatzmittel für Horn.
Kornutin, das rein dargestellte Alkaloid des
Mutterkorns (s. d.), ein braungelbes, in Wasser
schwer lösliches Pulver, wird an Stelle des
Mutterkorns verordnet.
Koromandelholz (Calamanderholz), ein dem
Ebenholz ähnliches Nutzholz von der Insel Zey-
lon, stammt von Diospyros hirsuta.
Kcrund, ein aus reiner Tonerde bestehendes
Mineral, bildet in durchsichtigen und gut kristal-
lisierbaren Stücken schöne Schmucksteine, die an
Wert dem Diamant nahekommen. (S. Rubin
und Saphir.) Die unrein gefärbten, undurch
sichtigen oder derben Arten., besonders der
gemeine Korund, der Diamantspat und der
Schmirgel (s. d.), finden wegen ihrer hohen
Härte als Schleifpulver Verwendung.
Koschenille (Cochenille, lat. Coccionella,
frz. Cochenille, engl. Cochineal) besteht aus
den getrockneten Weibchen der Nopalschild
laus (Coccus cacti), die ihre Nahrung von
verschiedenen Kakteen bezieht und in Mexiko,
Mittelamerika u. a. O. in besonderen Anpflanzun
gen gezüchtet wird. Sobald die Weibchen be
fruchtet und dadurch bis zu Erbsengroße an
geschwollen sind, werden sie auf untergelegte
Tücher oder Schüsseln abgestrichen, durch
feuchte oder trockene Hitze getötet und getrock
net. Der purpurrote Saft der lebenden Tiere
besteht aus ^iner farblosen Flüssigkeit, in wel
cher der Farbstoff in Gestalt winziger Körnchen
schwimmt. Da die Generationszeit nur sechs
Wochen dauert, kann man bis zu fünf Ernten
Aachen, beschränkt sich aber meist auf drei, in
Merck* Warenlexikon.
Spanien, Algier und Teneriffa auf zwei Ernten,
Je nach der Art der. Gewinnung erhält man ver
schiedene Sorten: eine silbergraue mit der natür
lichen Rückenbestäubung (Silberkoschenille),
wenn die Tiere durch Dämpfe getötet und an der
Sonne getrocknet wurden; eine dunkelbraun
rote bis schwarze, wenn man die Tiere in
heißes Wasser tauchte und bei künstlicherWärme
im Ofen trocknete. Eine geringwertigere Sorte
aus kleinen, wilden Schildläusen wird als Wald
koschenille (Granilla) bezeichnet. Öie beste
Kultursorte, Zaccatilla, stammt aus Honduras
(schwarze Honduras), dann folgen die mexi
kanische (Verakruz), die graue Honduras und
graue Mexiko. Zum Schluß folgt Teneriffa
mit guter grauer und schwarzer Ware sowie die
ähnliche spanische und geringe javanische Sorte.
Auch der beim Sieben abfallende Koschenille
staub hat noch einen geringen Handelswert. Als
Verfälschung sind Zusätze mineralischer, mit Kleb
stoffen an den Tieren befestigter Beschwerungs
mittel bis zu 50 % beobachtet worden. Der wert
bestimmende Farbstoff ist der Karmin (s. d.).
Kosmetische Mittel. Unter dieser Bezeich
nung versteht man die große Anzahl von Mitteln,
die zur Reinigung, Pflege oder Färbung der
Haut, des Haares oder der Mundhöhle benutzt
werden. Zu ihrer Herstellung ist die Verwen
dung gesundheitsschädlicher Farben (s, d.) ver
boten. Zugelassen sind: Schwefelsaures Barium
(Schwerspat, blanc fixe), Schwefelkadmium,
Chromoxyd, Zinnober, Zinkoxyd, Zinnoxyd, Schwe
fclzink, Kupfer, Zinn, Zink in Form von Puder.
Die Besprechung ist bei den einzelnen Gegen
ständen erfolgt.
Kosmin, ein mit großer Reklame in den Ver
kehr gebrachtes Mundwasser, besteht aus Spi
ritus, Pfefferminzöl, Formalin und etwas roter
Farbe, ist aber frei von Salizylsäure und Mineral
stoffen.
Kotorinde (lat. Cortex coto, frz. Ecorce de
coto, engl. Coto bark), eine seit 1873 im Drogen
handel vorkommende Baumrinde der Laurazee
Drimys granatensis, kommt aus Bolivia und wird
als ausgezeichnetes Mittel gegen Diarrhöe an
gewandt. Die 0,2—0,3 m langen, auch kürzeren,
flachen oder kaum gewölbten Stücke von ver
schiedener Dicke besitzen eine rötlichzimt
braune Farbe, sehr aromatischen, an Karda
momen und Kajeput erinnernden Geruch und
aromatischen, zugleich beißenden und schwach
bitteren Geschmack. Als wirksame Bestandteile
sind neben ätherischem Öl die Alkaloide Kotoin,
Dikotoin und Phenylkumalin zugegen. Eine ganz
ähnlich wirkende Rinde von abweichendem Aus
sehen aus Para in Brasilien (Cortex Paracoto) ent
hält die Alkaloide Parakotoin, Leukotin, Oxyleu-
kotin, Hydrokotoin, Methylprotokotoin und Pi-
peronylsäure.
Krähenaugen (Brechnüsse, lat. Nuces vomi
cae seu Semen strychni, frz. Noix vomique, engl.
Nux vomica, Seeds of strychnos), die Samen des
ostindischen Krähenaugenbaumes, Strych-
nos nux vomica, bilden glatte, am Rande etwas
verdickte und abgerundete Scheiben von gelb
Hellgrauer Farbe, die auf der einen Seite mit
einer kleinen Erhabenheit, auf der anderen mit
einer kleinen Vertiefung versehen und mit außer
ordentlich zarten, angedrückten Haaren besetzt
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