Kupferazetat
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Kupferoxyd
und Bolivia) wie von metallischem K,, besonders
aus den Vereinigten Staaten, angewiesen. Letz
tere erzeugten 590000 t, bei einem Verbrauch von
3500001, und haben die Gewinnung während
des Krieges ungeheuer gesteigert. Reiche Lager
finden sich in Paraguay und Japan. — Das K.
besitzt als einziges von allen Metallen eine schöne
rote Farbe und erscheint in dünnen Blättchen
im durchfallenden Lichte grün. Sein spez. Gew.
beträgt 8,900, sein Atomgewicht 63,3. Es schmilzt
bei Gelbg.ühhitze, gegen 1080 0 , eignet sich aber
nicht zum Gießen, abgesehen von ganz einfachen
Stücken, da es die Formen nur unvollständig
auszufüllen vermag und demnach keine scharfen
Formen liefert. K. ist härter als Gold und Silber
und fast ebenso dehnbar wie diese, läßt sich
daher zu den feinsten Blättchen ausschlagen und
zu den dünnsten Drähten ausziehen. Kalt ge
hämmert und getrieben wird es hart und federnd,
nimmt aber immer wieder seine ursprüngliche
Weichheit an, wenn es geglüht und in Wasser
abgelöscht wird. Die hohe Leitfähigkeit für
den elektrischen Strom macht es für telegraphi
sche Anlagen geeignet. Das Metall nimmt
schöne Politur an, die in trockener Luft ziem
lich beständig ist, an feuchter Luft aber bald
matter wird, weil sich zunächst eine Schicht von
nichtglänzendem roten Kupferoxydul, später ein
Überzug von basisch kohlensaurem K. (Grün
span) bildet. Beim Glühen an der Luft geht
es in schwarzes Kupferoxyd über. Von verdünn
ter Salzsäure und Schwefelsäure wird K, nur
wenig angegriffen, hingegen von verdünnter
Salpetersäure unter Entwicklung von Stick
oxyd und von heißer konzentrierter Schwefel
säure unter Entwicklung von schwefliger Säure
gelöst. Auch Ammoniak löst metallisches K.
auf. — Das K. findet außerordentlich mannig
faltige und ausgedehnte technische Verwendung.
Das Rosetten- und Blockkupfer des Handels
dient zum Wiedereinschmelzen, zur Darstellung
des Messings, der Bronzen, des Rotgusses
oder Tombaks, des Argentans (s. d. Artikel)
und anderer Legierungen, der Platten und Bleche
zu den Arbeiten der Kupferschmiede, von Dräh
ten zu Drahtwaren, Stiften und Nägeln sowie
hauptsächlich zu elektrischen Leitungen. Als
Metallgeld findet sich K. nicht nur in den
Kupfermünzen, sondern auch als regelmäßiger
Bestandteil in den Gold- und Silbermünzen.
Auch werden alle goldenen und silbernen Gerät
schaften mit einem gewissen Gehalte an 'Kupfer
legiert. Große Mengen von K. werden für den
Schiffsbau in Form von Bolzen und Nägeln ver
braucht, weil Elsen in Verbindung mit Holz einer
raschen Zerstörung unterliegt. Zur Abhaltung
von Schaltieren und Sefegewächsen wird der
Schiffsrumpf mit Kupferblech beschlagen und
dadurch für die Dauer von 5—6 Jahren wider
standsfähig gemacht.
Kupferazetat (essigsaures Kupfer, lat. Cu-
Prum aceticum, frz. Acötate de culvre, engl.Copper
<cetate) entsteht bei der Behandlung von Grün-
'Pan mit Essigsäure oder von Kupfervitriol mit
ßleizucker in F orm dunkelgrüner, leicht ver
bitternder Kristalle, die sich leicht in Wasser
u nd, nach Zusatz von Essigsäure, auch in Alko
hol lösen. Beim Erhitzen 'auf 100 0 gibt K. sein
eines Molekül Kristallwasser ab und verwandelt
sich bei 240—260° unter Entweichen von Essig
säure in das basische Salz (Grünspan). Das
neutrale K., das auch als kristallisierter Grünspan
(Aerugo cristallisata) bezeichnet w(rd, findet in
der Medizin beschränkte Anwendung gegen Haut
krankheiten, Bleichsucht, Tripper und Augen
leiden, in der Technik als Beize für Färberei
und Druckerei.
Kupterchlorid (Cuprichlorid, Chlorkup
fer, lat. Cuprum bichloratum, frz. Bichloiate de
culvre, engl. Copper bichlorate) entsteht beim
Auflösen von Kupferoxyd oder Kupferkarbonat
in Salzsäure, oder von met. Kupfer in Königs
wasser als ein hellgrünes Kristallpulver, CuCl 2 ,
welches mit zwei Molekülen Wasser kristallisiert
und in wasserfreiem Zustande 47 °/o Kupfer
heben 53 °/o Chlor enthält. Das sehr hygrosko
pische, in Wasser und Alkohol lösliche Salz
findet als billigste Kupferverbindung in der
Färberei und Druckerei Anwendung. In ver
dünnter Lösung dient es zur (Soldprobe, indem es
unechte Goldsachen schwarz färbt, in trocke
nem Zustande zur Erzeugung blauer Flammen
in der Feuerwerkerei und zur Darstellung vOn
Chlor. Die mit Alkohol und Chloroform her-
gestellte Lösung wurde früher als Räuchermittel
bei Cholera und Viehseuchen benutzt. Beim
Erhitzen oder bei der Reduktion mit metalli
schem Kupfer gebt K. in das Kupferchlorür
(Cuprum chloratum album) über, ein weißes, in
Wasser und Alkohol unlösliches Pulver, CuCl,
welches 64% Kupfer und 36% Chlor enthält und
in der Gasanalyse benutzt wird.
Kupferkarbonat (k’ohlensaures Kupfer, lat,
Cuprum carbonicum, frz. Carbonate de culvre,
engl. Copper carbonate) findet sich in Verbin
dung mit Kupferhydroxyd, also in Form des
basischen Salzes, in der Natur als Malachit und
Kupferlasur und wird künstlich durch Fällung
warmer Kupfervitriollösung mit Soda dargestellt.
Die grün oder blau gefärbten K. sind unlöslich
in Wasser und Alkohol, lösen sich aber in ver
dünnten Säuren und Ammoniak und finden als
Ersatz des Kupfervitriols gegen Phosphorvergif-
tung sowie als Malerfarben (Braunschweiger
grün, Bremergrün, Bremerblau) Anwen
dung.
Kupferlasur, Azurit, ein aus basischem Kup
ferkarbonat, 2CuC0 3 -j- Cu(OH) 2 , bestehendes
Mineral von verschiedenen Kupferlagerstätten,
wird zur Herstellung von Kupfer und Kupfer
vitriol sowie als blaue Farbe (s. Bergblau) be
nutzt.
Kupfernitrat (salpetersaures Kupfer, Kup
fersalpeter, Cuprinitrat, lat. Cuprum nitri
cum, frz. Nitrate de cuivre, engl. Nitrate of cop
per), Cu(N0 3 )2, wird durch Auflösen von Kupfer
oder Kupferoxyd in Salpetersäure erhalten und
bildet dunkelblaue, durchsichtige Kristalle, welche
an der Luft zerfließen und sich in Wasser und
Alkohol lösen. Es wird zur Herstellung von Far
ben und Feuerwerk, ferner als Beize in der
Kattundruckerei und Färberei, zur Darstellung
von Kupferoxyd und in der Medizin benutzt.
Kupferoxyd (Cuprioxyd, lat. Cuprum oxyda
tum, frz. Oxyde de cuivre, engl. Copper oxide),
CuO, findet sich als natürliches Mineral (Schwarz
kupfererz) und wird fabrikmäßig durch Glühen
von Kupferdraht im Sauerstoffstrom oder von