Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Lachs

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Lacke

aber  meist  ganz  flach  oder  wenig  gewölbt  geschliffen, ­
  da  fassettierter  Schliff  das  schöne
Farbenspiel  aufhebt.
Lachs  (Salm,  frz.  Saumon,  engl.  Salmon),
ein  zu  der  Ordnung  der  Knochenfische,  Familie ­
  der  Salmoniden,  gehörender  Raubfisch
(Salmo  salar),  findet  sich  in  allen  nördlichen
Meeren,  auch  in  der  Nord-  und  Ostsee,  fehlt
aber  bereits  im  Mittelrneer.  Der  schlank  gebaute, ­
  mit  kleinen  Schuppen  bedeckte  Leib
zeigt  je  nach  Alter  und  Geschlecht  stark  wechselnde ­
  Färbung.  Das  große  Maul  des  verhältnismäßig ­
  kleinen  Kopfes  ist  im  Unterkiefer  mit
einer  Reihe,  im  Oberkiefer  mit  zwei  Reihen
starker  Zähne  besetzt.  Die  Rückenflosse  zeigt
3—4  Stachel-  und  9—11  weiche  Strahlen,  die
Brustflosse  14  Strahlen  (davon  nur  die  erste
hart),  die  Bauchflosse  8  weiche  und  1  harte,
die  Afterflosse  3  harte  und  7—8  weiche,  die
Schwanzflosse  19  weiche  Strahlen.  Der  L.  ist
ein  Meeresbewohner,  geht  aber,  wenn  er  etwa
1  m  lang  geworden  ist,  zum  Laichen  die  Flüsse,
in  Deutschland  besonders  Rhein,  Elbe  und
Weser  hinauf,  überspringt  Stromschnellen  und
kleinere  Wasserfälle  und  wird  während  dieser
Aufwärtswanderung  mit  Angel  und  Netz  gefangen. ­
  Der  ins  Meer  zurückkehrende  Fisch  ist,
da  er  in  den  Flüssen  keine  Nahrung  zu  sich
nimmt,  abgemagert  und  wenig  wertvoll,  Als
Mindestgröße  fangbarer  Lachse  ist  in  Deutschland ­
  J / 2  m  vorgeschrieben,  während  Fische  von
1V2  m  und  12—15  kg  Gewicht  die  beste  Handelsware ­
  bilden,  doch  kommen  auch  20  kg
schwere,  vereinzelt  noch  schwerere  Exemplare
vor.  Seitdem  der  Ertrag  der  deutschen  Fischerei
stark  zurückgegangen  ist,  werden  die  L.  hauptsächlich ­
  von  Schottland,  Norwegen  und  Nordamerika ­
  (Alaska)  in  den  Handel  gebracht.  —
Der  L.  ist  einer  der  wohlschmeckendsten  und
nährstoff-,  besonders  fettreichsten  Fische  mit
640/0  Wasser,  21—220/0  Eiweiß,  13—140/0  Fett
und  1  0/0  Mineralstoffen  und  wird  sowohl  frisch
wie  eingesalzen,  geräuchert  und  mariniert  genossen. ­
  Gesalzen  und  geräucherter  L.  enthält ­
  51  0/0  Wasser,  240/0  Eiweiß,  13%  Fett  und
120/0  Mineralstoffe  (10  0/0  Salz).  Zum  Marinieren ­
  werden  die  ausgeweideten,  in  Stücke  zerschnittenen ­
  Tiere  gekocht,  darauf  mit  Gewürzen
in  Fässer  gepackt  und  diese  mit  Essig-Salz-Lake
  aufgefüllt  und  zugeschlagen.  Besonders
geschätzt  ist  die  marinierte  Ware  von  Elbing.
Außerdem  bringen  Danzig,  Thora,  Bremen,
Frankfurt  a.  O.  Lachs  in  den  Handel.  Wichtige ­
  Ausfuhrorte  sind  Berwick  und  Perth  in
Schottland,  Bergen  in  Norwegen  und  Neufundland. ­
  —  Von  den  hauptsächlichsten  Verwandten
des  L.  kommt  der  Huchen  (Salmo  hucho),
der  bis  2  m  lang  und  50  kg  schwer  wird,  im
Schwarzen  Meere  vor.  Er  steigt  in  die  Donau
mit  ihren  Nebenflüssen  und  wird  daher  Donaulachs ­
  genannt.  —  Die  Seeforelle,  Grundoder ­
  Lachsforelle,  Rheinanke,  Illanke
(Salmo  lacustris)  bevölkert  hauptsächlich  die
Landseen,  besonders  der  Schweiz  und  wird  bis
zu  20  kg  schwer.  Eine  Abart,  die  Meerforelle
(Salmo  trutta)  verbringt  einen  Teil  ihres  Lebens ­
  im  Meere.  —  Die  eigentliche  Forelle  ist
in  einem  besonderen  Aufsatze  besprochen
worden.

Lacke  (lat.  Lacca,  frz.  Laques  oder  Vernis,
engl.  Lac  oder  Varnish).  Mit  diesem  Namen  belegt ­
  man,  abgesehen  von  einigen  natürlichen
Harzen  wie  Stocklack  oder  Schellack  (s,  d.),
dem  Japanlack  (s.  d.)  und  einigen  Lackfarben
(s.  d.),  sowohl  Auflösungen  von  Harzen  in
leicht  flüchtigen  Flüssigkeiten,  die  sog.  flüchtigen ­
  oder  mageren  Lacke,  als  auch
Mischungen  der  letzteren  mit  fetten  Ölen,  Harzölen ­
  oder  Firnis,  die  sog.  Lackfirnisse,
fetten  oder  Öllacke.  Im  gewöhnlichen  Leben
werden  die  Begriffe  Lack  und  Firnis  häufig
verwechselt  oder  als  völlig  gleichbedeutend  gebraucht, ­
  so  daß  vielfach  nur  mit  Firnis  oder
Ölfarbe  gestrichene  Gegenstände  als  lackierte  in
den  Handel  kommen.  Charakteristisch  für  einen
wahren  Lack  ist  aber  immer  sein  Gehalt  an
Harz.  Als  Harze  kommen  besonders  Bernstein,
Dammar,  Kopal,  Kolophonium  sowie  neuerdings ­
  Kunstharze  (s.  Harz),  als  Lösungsmittel
Äther,  Alkohol,  Amylalkohol,  Amylazetat,  Azeton, ­
  Benzin,  Benzol,  Kampferöl,  Rosmarinöl,
Terpentinöl  in  Betracht.  Beim  Überstreichen
def  Gegenstände  verflüchtigt  sich  das  Lösungsmittel ­
  und  das  Harz  bleibt  als  dünner  durchsichtiger ­
  oder  bei  Zusatz  von  Körperfarben
undurchsichtiger  Überzug  zurück.  Die  fetten
Lackfirnisse  bestehen'  aus  Firnis  (Leinöl-,
Holzöl-  oder  anderem  Firnis)  und  Harzen  in
Terpentinöl.  Zu  ihrer  Herstellung  wird  der
entsprechend  in  etwa  nußgroße  Stücke  zerbrochene ­
  Kopal  (oder  auch  Bernstein)  in  Kesseln
mit  Kondensationsvorrichtung  vorsichtig  bei
etwa  300—350°  geschmolzen,  wobei  das  Kopalöl
überdestilliert,  und  darauf  das  auf  200 0  erwärmte ­
  Leinöl  (Firnis)  nach  und  nach  hinzugegeben, ­
  bis  bei  andauerndem  Erhitzen  auf
320 0  eine  völlig  gleichmäßige  Mischung  entstanden ­
  ist.  Nach  dem  Abkühlen  gibt  man
Terpentinöl,  unter  Umständen  auch  Sikkative
(s.  d.)  hinzu  und  unterwirft  das  fertige  Erzeugnis ­
  in  der  Regel  noch  einer  Filtration.  Bei
Verwendung  von  Kolophonium  statt  der  fossilen
Harze  kann  ein  einfacheres  Verfahren  angewandt
werden.  Die  fetten  Lackfirnisse  liefern  von  allen
Lacken  die  haltbarsten  Überzüge,  brauchen  aber
lange  Zeit  zum  Trocknen  (meist  in  geheizten
Räumen)  und  werden,  oft  in  Verbindung  mit
Farben,  für  Lederzeug,  Blechwaren  und  andere
der  Abnutzung  ausgesetzte  Gegenstände  angewandt. ­
  Als  Unterabteilung  gehören  zu  ihnen
noch  die  sog.  Kautschuklacke,  die  einen  Zusatz ­
  von  Kautschuk  oder  Guttapercha  in  Benzin
gelöst  erhalten  und  sich  durch  große  Geschmeidigkeit, ­
  bei  allerdings  vermindertem  Glanz,  auszeichnen. ­
  Matt  lacke  erhalten  außerdem  einen
Zusatz  von  Wachs.  —  Spiritus-  oder  Weingeistlacke ­
  werden  in  der  Regel  gebraucht,
wenn  die  gestrichenen  Gegenstände  ihre  natürliche ­
  Farbe  behalten  sollen,  und  daher  für
diesen  Fall  aus  besonders  hellen  Harzen  bereitet, ­
  während  für  andere  Zwecke  auch  dunklere ­
  Harze,  Bernstein,  Schellack,  Kolophonium,
benutzt  werden  können.  Bisweilen  erhalten  sie
auch  einen  Zusatz  alkohollöslicher  Farben,  wie
Teerfarben  oder  Drachenblut  (Goldlack).
Kleinere  Mengen  der  weicheren  Harze  kann
man  durch  Schütteln  der  pulverisierten  Masse
mit  starkem  Weingeist  schon  in  der  Kälte,
            
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