Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Leinsamen

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Levikowasser

futter  und  dienen  getrocknet  und  wieder  gepulvert ­
  als  Leinkuchenmehl  (lat.  Farina  seu
Placenta  lioi,  frz.  Gäteau  de  lin,  engl.  Linseed  cake)
auch  zu  erweichenden  Umschlägen.
Leinsamen  (Leinsaat,  lat.  Semen  lini,  frz.
Semence  de  lin,  engl.  Linseed),  die  Samen  der
Leinpflanze  (s.  Flachs),  die  einen  wichtigen
Gegenstand  des  Großhandels  bilden,  sind  von
ovaler,  an  einem  Ende  zugespitzter,  an  der
Spitze  gekrümmter  Form,  4—6  mm  lang  und
etwa  5  mg  schwer.  Die  glatte  glänzendbraune
Schale  enthält  grünliche  Kotyledonen  von  süßlich-schleimigem ­
  Geschmack  und  ein  derbwandiges
  Endosperm,  die  keine  Stärke,  aber
neben  erheblichen,  bis  zu  40  o/ 0  betragenden
Mengen  Fett  (s.  Leinöl)  etwa  250/0  Protein,
5—8  0/0  Asche  und  viel  schleimgebende  Stoffe
enthalten.  Guter  Samen  muß  in  der  Hand  leicht
gleiten,  in  Wasser  untersinken  und  frei  von
üblen  Gerüchen  und  Unkrautsamen  sein.  Nach
schlechter  Ernte  wird  er  dunkel,  glanzlos,
schmutzig  und  verliert  an  Keimkraft.  1  hl  wiegt
67—68  kg.  Für  den  Flachsbau  besonders  geeignete ­
  Sorten  sind  der  sehr  reine  und  grobkörnige ­
  Zeeländer,  der  stärkeren  Flachs  liefert, ­
  ferner  Königsberger,  Memeler,  Etschtaler,
Axemer,  weiß  blühender  russischer,  weiß  blühender ­
  amerikanischer  und  gemengter  weiß  blühender. ­
  Seltener  angebaut  werden  der  ewige  L.
(L.  perenne),  der  ausdauernde  sibirische  L.  mit
grober,  harter,  schwer  zu  trennender  Faser,  der
schmalblättrige  L.  (L.  angustifolium  Fluch)  mit
guter  Faser  in  Südeuropa  und  Australien,  der
österreichische  L.  (L.  austriacum)  und  der  Seelein, ­
  Meerstrandslein  (L.  maritimum).  Der  aus
Rußland  in  Tonnen  eingeführte  Tonnenlein
(Rigaer,  Pernauer,  Libauer,  Niedauer  L.),  der
meist  stark  mit  Leindotter  verunreinigt  ist,  wird
am  meisten  zur  Saraenzucht  benutzt.  Die  erste
daraus  gezogene  Saat,  der  Kronen-  oder  Rosenlein, ­
  gibt  4—5  Jahre  gute  Ernten  und  wird  solange ­
  als  „Saatlein“,  nach  dieser  Zeit  aber
zur  Ölgewinnung  als  „Schlaglein“  verwertet.
Die  hierbei  abfallenden  Leinkuchen  bilden  ein
wertvolles  Futtermittel.  In  der  Medizin  dienen
sie,  wie  auch  die  Samen  selbst,  zur  Herstellung
schleimiger  Aufgüsse.
Lemongrasöl  (Limongrasöl,  Grasöl,  Idrisöl,
  Nardenöl,  lat.  Oleum  Lemongras,  frz.
Essence  de  Lemongrass,  engl.  Lemongrass  oil),
ein  aus  Ostindien  und  Kotschinchina  kommendes ­
  ätherisches  öl,  wird  durch  Destillation  einer
Grasart,  Cymbopogon  flexuosus  Stapf
(Andropogon  Nardus  var.  flexuosus  Hack),
gewonnen.  Die  gelblich  bis  bräunlich  gefärbte
Flüss:gkeit  von  angenehmem,  zitronenartigem
Geruch  löst  sich  in  2—3  Teilen  700/oigen  Alkohols ­
  und  besitzt  das  spez.  Gew.  0,899—0,905.
Das  L.  besteht  zu  durchschnittlich  70—80  °/o
aus  Zitral  und  enthält  außerdem  etwas  Methy
  Iheptenon,  D  ezy  1  ald  eh  y  d,  Geraniol ­
  und  wahrscheinlich  Linalool.  Eine
schwer  lösliche  Sorte,  das  sog.  westindische
Lemongrasöl,  stammt  von  Cymbopogon  citratus
  Stapf  (Andropogon  citratus;  D.  C.).  Dieses
Öl  gibt  mit  700/oigem  Alkohol  keine  klare
Lösung  und  auch  bei  Verwendung  von  stärkerem ­
  Alkohol  wird  die  Lösung  auf  weiteren
Zusatz  meist  trübe.  Spez.  Gt  w.  0,870—0,912,

Zitralgehalt  etwa  50—80  0/0.  —  L.  wird  zum
Parfümieren  von  Seifen  benutzt.
Lerchenschwamm  (Lärchenschwamm,  lat.
Agaricus  albus,  Boletus  laricis,  frz.  und  engl.
Agaric)  ist  der  Fruchtträger  eines  Löcherpilzes, ­
  Polyporus  officinalis,  der  sich  an
dem  Stamme  einiger  ausländischer  Larixarten, ­
  namentlich  von  Larix  decidua,  var.
rosica,  und  zwar  nur  an  kranken,  innen
in  Fäulnis  übergegangenen  Stämmen  findet.
Man  sammelt  die  Stücke  meist  im  Spätherbst
oder  Winter,  schält,  um  die  äußere,  mehr  holzige ­
  Schale  zu  entfernen,  klopft  und  trocknet
sie.  Die  Ware  erscheint  in  verschieden  gestalteten ­
  und  ungleich  großen,  an  der  Oberfläche ­
  konvexen  Stücken,  die  innen  feinporig,
weißlichgelb  und  zäh  erscheinen  und  leicht
einen  Husten  und  Niesen  erregenden  Staub  abgeben. ­
  Der  Geschmack  ist  anfangs  süßlich,  dann
scharf  und  anhaltend  bitter,  der  Geruch  schwach
dumpfig.  Als  wirksamer  Bestandteil  findet  sich
eine  Resino  1säure,  die  Agarizinsäure
(s.  d.),  daneben  Pilzzellulose  und  verschiedene
Säuren.  Der  L.  ist  ein  stark  drastisch  wirkendes ­
  Mittel  und  darf  daher  im  Kleinhandel  zu
Fleilzwecken  nicht  verkauft  werden,  wird  aber
vielfach  als  Zusatz  bei  der  Bereitung  bitterer
Liköre  verwendet.  Man  bezieht  die  Ware  hauptsächlich ­
  aus  dem  nördlichen  Rußland  von
Archangelsk  über  Hamburg,  ferner  aus  Ungarn,
der  Schweiz  und  Tirol.  Je  heller  und  leichter
die  Ware  ist,  für  desto  besser  gilt  sie.
Lessive  Phenix,  ein  marktschreierisch  angepriesenes ­
  Waschmittel,  enthält  neben  50  0/0  Natriumkarbonat ­
  und  34%  Wasser  nur  6°/o  Seife
und  50/0  Wasserglas.  Es  ist  an  Wirksamkeit
gewöhnlicher  Soda  gleichwertig,  aber  natürlich
weit  teurer  als  diese.
Letfernholz.  Mit  diesem  Namen  bezeichnet
man  im  Handel  verschiedene  Hölzer,  so  das  in
der  Feintischlerei  hochgeschätzte  und  zur  Herstellung ­
  von  Violin-  und  Spannbogen  verwendete ­
  Holz  von  Machaerium  Schomburghii.
eines  in  Guyana  heimischen,  zu  den  Papilionazeen
  gehörigen  Baumes,  ferner  das  Holz  der
zur  Familie  der  Euphorbiazeen  gehörigen
Amanoa  guyanensis,  ebenfalls  aus  Guyana,
und  endlich  das  Holz  der  zu  den  Artokarpeen
gehörigen,  in  Südamerika  heimischen  Piratinera
  guyanensis.
Letternmetafl  (Schriftmetall),  diejenigen
Legierungen,  welche  zur  Herstellung  der  Schriften ­
  oder  Lettern  für  die  Buchdruckereien  dienen,
werden  aus  Blei  und  Antimon  in  verschiedenen
Verhältnissen,  je  nach  Größe  der  Schrift  gegossen. ­
  Früher  war  auch  ein  Zusatz  von  Zinn
gebräuchlich.
Leuchtfarben,  die  nach  der  Belichtung  durch
die  Sonne  im  Dunkeln  leuchten,  bestehen  aus
den  Sulfiden  der  Erdalkalien,  die  durch  Glühen
der  Karbonate  mit  Kohle  erhalten  werden.  Zur
Erhöhung  der  Wirksamkeit  erhalten  sie  meist
geringe  Zusätze  seltener  Alkalien  (Lithium,
Rubidium)  oder  von  Thallium,  Wismut  u.  dgl.
Levikowasser,  ein  aus  Südtirol  stammendes
Quellwasser,  das  sich  durch  starken  Arsengehalt ­
  von  0,008  g  in  1  1  sowie  durch  Kupferund
  Eisensulfat  auszeichnet,  wird  zu  Trink-  und
Badekuren  benutzt.
            
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