Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Linoleum

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Lobelienkraut

(Linimentum  camphoratum)  aus  Ammoniak  und
Kampferöl  sowie  Opodeldoc  (s.  d.).
Linoleum  nennt  man  einen  Stoff,  der  aus
Korkmehl  und  Leinölfirnis  in  Rollen  von  verschiedener ­
  Breite  sowie  in  verschiedenartigen
Mustern  und  Farben  hergestellt  wird  und  einen
sehr  dauerhaften  und  zweckmäßigen  Fußbodenbelag ­
  bildet.  Die  sog.  Linoleumtapete  („Linkrusta“) ­
  enthält  als  Füllmittel  statt  des  Korks
Papiermasse.  Hauptsitz  der  Linoleumindustrie
ist  Delmenhorst.  ^
Linon  (frz.  Linon,  engl.  Lawn),  Schleierleinwand, ­
  ist  ein  feines  weißes,  leichtes  und
locker  gewebtes  Leinenzeug,  welches  die
Mitte  zwischen  Batist  und  Schleier  hält  und
auch  mitunter  Batistlinon  genannt  wird.  Man
stellt  es  gleich  den  Batisten  in  Frankreich,
Belgien,  Bielefeld,  Böhmen  und  Schlesien  dar.
Wie  die  meisten  Leinenstoffe  in  Baumwolle
nachgemacht  werden,  gibt  es  natürlich  auch
baumwollene  Linons  und  Batistlinons.  Die  Stoffe
werden  sowohl  glatt  als  gestreift,  gegittert  und
geblümt  gearbeitet  und  für  leichte  Kleider,
Hüte,  Häubchen  u.  dgl.  benutzt.
Linsen  (lat.  Semen  ervi,  frz.  Lentilles,  engl.
Lentils)  sind  die  Samen  der  gemeinen  Ackeroder ­
  Saatlinse,  Ervum  lens,  die  bereits  im
Altertum  und  Mittelalter  qls  Nahrungsmittel
geschätzt  wurden,  seit  dem  Anbau  der  Kartoffel ­
  in  Deutschland  aber  an  Bedeutung  verloren ­
  haben,  während  sie  in  Frankreich  auch
jetzt  noch  viel  verbraucht  werden.  Die  einjährige, ­
  nur  bis  0,3  m  hohe  Pflanze  ist  ziemlich
anspruchsvoll,  verlangt  fleißiges  Jäten  und  gibt
nur  unsichere  Erträge.  Sie  trägt  in  hohlen,  fast
rautenförmigen  Hülsen  je  zwei  platte  zusammengedrückte ­
  Samen  von  gelber,  weißer,
brauner  oder  schwarzer  Farbe,  welche  den
übrigen  Hülsenfrüchten,  Bohnen  und  Erbsen,  an
Nährwert  gleichkommen  und  wie  diese  35—260/0
Stickstoffsubstanz  enthalten.  Die  L.  werden
meist  zu  Suppen  und  als  Gemüse,  im  Orient
auch  zur  Herstellung  von  Brot  verwandt.  Medizinisch ­
  werden  sie  bei  Geschwüren  und  Drüsenleiden ­
  als  Umschlag  benutzt.
Liptauer  Käse,  ein  aus  Schafmilch  mit  Labzusatz ­
  hergestellter  ungarischer  Fettkäse,  der
bis  zu  500/0,  aber  nicht  unter  400/0  Fett  in  der
Trockenmasse  enthält,  wird  bisweilen  auch  mit
Butter  und  Paprika  gemischt  als  sog.  garnierter ­
  L.  in  Stanniolpackung  in  den  Handel  gebracht. ­

Liquor  (deutsch:  Flüssigkeit)  ist  ein  Sammelname ­
  für  zahlreiche,  meist  aus  wäßrigen  Lösungen ­
  bestehende  chemische  oder  pharmazeutische
Zubereitungen,  z.  B.  L.  ammonii  acetici,  essigsaure ­
  Ammoniakflüssigkeit;  L.  ammonii  caustici,
Salmiakgeist;  L.  ammonii  sulfurati,  Schwefelammonium; ­
  L,  anodynus  mineralis  Hoffmanni,
Hoffmannsche  schmerzstillende  Tropfen,  Schwefelätherweingeist; ­
  L.  cupri  perchlorati,  Chlorkupferspiritus; ­
  L.  ferri  acetici,  flüssiges  essigsaures ­
  Eisenoxyd;  L.  ferri  chlorati,  Eisenchlorürlösung;
  L.  kali  acetici,  Kaliumazetatlösung;
L.  kali  carbonici,  Pottaschenlauge;  L.  kali  caustici, ­
  Ätzkalilauge;  L.  natri  caustici,  Ätznatronlauge ­
  usw.
Lithium  (Li  =  7,o3),  ein  dem  Kalium  und  Natrium ­
  sehr  ähnliches  Metall,  findet  sich  in  der

Natur  sehr  verbreitet,  aber  stets  in  geringer
Menge,  so  im  Meer-  und  Flußwasser,  in  Pflanzenaschen ­
  und  namentlich  in  vielen  Mineralquellen, ­
  deren  Heilwirkung  man  ihrem  Gehalt
an  diesem  Elemente  zuschreibt.  Als  Ausgangsmaterial ­
  zur  Darstellung  des  L.  und  seiner
Verbindungen  dient  besonders  der  Lithionglimmer ­
  (L  e  p  i  do  1  i  t  h),  ein  A!uminium-Lithium-Silikat,
  welches  sich  in  Sachsen  bei  Altenberg ­
  und  Penig,  ferner  in  Cornwall  und  in
Mähren  bei  Rozena  vorfindet.  Das  metallische
L.,  das  leichteste  aller  Metalle,  vom  spez.  Gew.
0,594,  ist  in  seinem  chemischen  Verhalten  den
übrigen  Alkalimetallen  ganz  analog  und  findet
seines  hohen  Preises  wegen  keine  technische
Anwendung.  Hingegen  besitzen  seine  Verbindungen, ­
  die  an  der  intensiven  Rotfärbung  der
Bunsenflamme  und  mit  Hilfe  des  Spektralapparates ­
  in  den  kleinsten  Spuren  erkannt  werden
können,  große  Bedeutung  als  Mittel  gegen  Erkrankung ­
  der  Harnorgane,  Abscheidung  von
Harnsäure  und  Gicht.  Die  wichtigsten  Salze
sind  das  kohlensaure  L.  (L.  carbonicum)  und
benzoesaure  L.  (L.  benzoicum)  sowie  für
photographische  Zwecke  das  Brom-  und  Jodlithium. ­
  Außerdem  findet  sich  das  essigsaure,
schwefelsaure,  zitronensaure  und  Salizylsäure  L.
im  Handel.
Lithographische  Steine  nennt  man  eine  besondere ­
  Art  eines  in  Platten  brechenden  Kalksteines ­
  von  dichtem  und  sehr  feinem  Korn,
welcher  wenig  verbreitet  ist  und  nur  in  den
Brüchen  von  Solenhofen  und  Pappenheim  in
den  bayrischen  Donaugegenden  gefunden  wird.
Sie  sind  das  unentbehrliche  Material  für  den
Steindruck  und  werden  nach  ihrer  Güte  in  mehrere ­
  Sorten  unterschieden.  Die  feinste  bilden
die  blaugrauen  Steine,  welche  als  die  härtesten
und  feinkörnigsten  ausschließlich  zu  gravierten ­
  Arbeiten  benutzt  werden,  während  die
gelben  für  Feder-  und  Kreidemanier  Verwendung ­
  finden.  Graue  wie  gelbe  Sorten  zerfallen
wieder  in  Prima-  und  Sekundaware,  von  denen
die  letztere  mit  stärkeren  Flecken  und  Adern
durchsetzt  ist.  Die  Platten'  werden  auf  einer
und  auf  zwei  Seiten  geschliffen  geliefert  una
zeigen  dann  vollständig  glatte  und  mattglänzende ­
  Flächen.  Große  dünnere  Platten  werden
vielfach  auf  Unterplatten  aufgekittet,  starke
Steine  vermittels  Dampfsägen  in  dünnere  von
7—10  cm  Dicke  zerteilt.
Lithopone,  eine  aus  Bariumsulfat  und  to  bis
150/0  Zinksulfid  bestehende  weiße  Malerfarbe,
wird  in  der  Weise  hergestellt  ,daß  man  ein  Gemisch ­
  von  Chlorbarium  und  Schwefelbarium  in
wäßriger  Lösung  teilweise  mit  Schwefelsäure
und  den  Rest  mit  Zinkvitriol  fällt,  oder  daß
man  Schwefelzink  mit  Bariumsulfat  mischt.  L.
besitzt  ungefähr  die  Deckkraft  des  Blanc  fixe.
Lobelienkraut  (Indianischer  Tabak,  lat.
Herba  lobeliae,  frz.  Lob61ie  enflüe,  engl.  Indian
tabacco),  eine  aus  Nordamerika  stammende
Droge,  besteht  aus  der  getrockneten  und  zerschnittenen ­
  einjährigen  Pflanze  Lobelia  inflata,
  die  im  blühenden  Zustande  gesammelt,
getrocknet  und  in  Kuchenform  oder  viereckige
Pakete  gepreßt  wird.  Die  Pflanze  riecht  tabakähnlich, ­
  schmeckt  widrig  und  stechend  scharf
und  enthält  als  eigentümlichen  Bestandteil  das
            
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