Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Lorbeeröl

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Lupinensamen

trockneten  Früchte  des  Lorbeerbaumes,
haben  im  frischen  Zustande  eine  dunkelblaue
Schale,  die  aber  beim  Trocknen  graubraun  und
runzelig  wird.  Die  trocknen  Früchte  besitzen
eine  dünne,  hautartig  eingetrocknete,  zerbrechliche, ­
  pergamentartige  Samenhülle  und  einen
bräunlichen,  viel  Öl  haltenden  Kern.  Ihr  Geruch ­
  ist  eigentümlich,  nicht  angenehm  gewürzhaft, ­
  der  Geschmack  bitter  aromatisch  und
fettig.  Die  L.  werden  nur  noch  selten,  hauptsächlich ­
  zur  Vieharznei,  zu  Räucherwerk  und
äußerlich  gegen  Krätze  benutzt.  Glanz  und
Schwere  sind  Zeichen  der  Güte  und  Frische  der
Ware,  die  gut  geschützt  und  trocken  aufzubewahren ­
  ist,  da  sie  leicht  von  Insekten  angegangen ­
  und  dadurch  unbrauchbar  wird.  In
Italien  und  Griechenland  dienen  die  frischen  L.
zur  Bereitung  des  Lorbeeröls.
Lorbeeröl  (Loröl,  Lorbeerfett,  lat.  Oleum
Lauri  expressum,  frz.  Huile  de  fruits  de  laurier,
engl.  Laurel  oil)  wird  teils  durch  Auspressen,
teils  durch  .  Auskochen  der  frischen  Früchte
des  Lorbeerbaumes  in  Menge  von  etwa  15%
erhalten.  Es  hat  eine  schöne  grüne  Farbe,  bei
gewöhnlicher  Temperatur  eine  schmalzartige
Konsistenz,  körnige  Beschaffenheit  und  stark
würzhaften  Geruch,  der  von  dem  Gehalt  an
ätherischem  Öl  herrührt.  Das  L,  muß  sich  in
Äther  vollständig  und  klar  lösen,  während  8ogrädiger
  Weingeist  nur  das  ätherische  Öl  und  den
grün  färbenden  Stoff  (Chlorophyll)  auszieht,  die
Fette  aber  ungelöst  läßt.  Das  01,  das  meist
vom  Gardasee  und  aus  Griechenland  kommt,
dient  in  der  Medizin  zu  stärkenden  Einreibungen, ­
  bildet  daneben  aber  auch  ein  sehr
wirksames  Mittel  zur  Abhaltung  von  Fliegen,
denen  der  Geruch  unerträglich  ist,  und  wird
daher  in  wärmeren  Ländern  von  den  Fleischern
zum  Bestreichen  ihrer  Läden,  an  Fenstern  und
Türen  benutzt.  Das  L.  besteht  aus  den  Glyzeriden
  der  Laurinsäure  und  Myristinsäure  sowie ­
  aus  Chlorophyll  und  ätherischem  Öl.  —  Das
ätherische  öl  der  Lorbeerfrüchte  (lat.
Oleum  Lauri  aethereum,  frz.  Essence  de  fruits
de  laurier,  engl.  Laurel  volatil  oil),  welche  davon ­
  1  0/0  enthalten,  wird  durch  Destillation  der
zerkleinerten  Früchte  mit  Wasser  erhalten  als
eine  leichte  hellgelbe  Flüssigkeit  vom  spez,
Gew.  0,914—0,935  und  starkem  Geruch,  die
nur  wenig  gebraucht  wird.  Es  enthält  hauptsächlich ­
  Zineol  neben  wenig  Pinen.
Lovakrin  ist  ein  mit  großer  Reklame  angepriesenes ­
  Kosmetikum,  das  angeblich  aus  einem
mit  Jasmin,  Arnika  und  Salbei  parfümierten
Gemisch  von  Tannin,  Eigelb,  Kognak  und  Naphtol
  besteht.
Luffa  (Luffah,  Loofah)  besteht  aus  dem
netzartigen  Fasergewebe  der  Früchte  von
Luffa  aegyptiaca  oder  Momordica  Luffa,
einer  in  Ägypten  und  Arabien  heimischen  und
dort  auch  angebauten  Kukurbitazee.  Die
ziemlich  großen,  gurkenähnlichen  Früchte  werden ­
  nach  der  Reife  aufgeschnitten,  von  den
Samen  befreit  und  der  faulenden  Gärung  Übertassen, ­
  wodurch  das  Fruchtfleisch  und  das  zartere ­
  Zellgewebe  zerstört  wird,  während  das  die
L.  des  Handels  bildende  schwach  gelbliche  B  aser-Sewebe
  zurückbleibt  und  nach  dem  Waschen
Sehleicht  und  getrocknet  wird.  Die  schon  von

den  alten  Ägyptern  als  Waschschwamm  benutzte
und  jetzt  vielfach  nach  Deutschland  für  denselben ­
  Zweck  eingeführte  L.  ist  im  trockenen
Zustande  hart,  wird  aber,  in  Wasser  getaucht,
weich  und  geschmeidig.  Außerdem  wird  sie  zur
Herstellung  von  Schweißblättern,  Sattelunterlagedecken, ­
  Einlegesohlen  usw.  verarbeitet,  von
denen  besonders  letztere  sich  sehr  gut  bewähren. ­

Lungan.  Mit  diesem  Namen  belegt  man  in
China  sowohl  die  getrockneten  gelblich-  oder
bräunlichgrauen,  kirschengroßen  Früchte  von
Nephelium  longanum,  eines  10—12  m  hohen
Baumes  aus  der  Familie  der  Sapindazeen,
als  auch  das  aus  diesen  Früchten  hergestellte
wohlschmeckende  Mus.  Noch  wertvoller  ist  das
Mark  einer  verwandten  Art,  Neph  elium  Litchi
(Litchibaum),  welche  ebenfalls  in  China  heimisch ­
  ist,  außerdem  aber  in  Ostindien  häufig
angebaut  wird.  Die  Früchte  dieses  Baumes,
Leitschies  oder  Litchis  genannt,  enthalten
ovale  braune  Samen,  umhüllt  von  einem  durchscheinenden, ­
  matt  himmelblauen,  saftigen  Marke,
welches  äußerst  wohlschmeckend,  ähnlich  dem
Geschmack  der  Muskateller  Weintraube  ist.  Die
Früchte  werden  auch  getrocknet  in  den  Handel
gebracht.  Schließlich  findet  sich  auf  Malakka
ünd  den  Sundainseln  Nephelium  Cappaceum
(Ramputan),  ein  kleiner  Baum,  der  ebenfalls
wohlschmeckende  Früchte  liefert.
Lungenkraut  (lat.  Herba  pulmonariae  maculatae,
  frz.  F'euilles  de  pulraonaire,  engl.  Pulmonary ­
  leaves)  besteht  aus  den  getrockneten
Blättern  der  in  Wäldern  wachsenden  Pulmonaria
  officinalis  und  wird  als  Volksmittel  bei
Lungenleiden  verwandt.
Lungenmoos  (lat.  Herba  pulmonariae  arboreae
seu  Lichen  pulmonariae,  frz.  Lichen  pulmonaire,
engl.  Pulmonary  moss)  nennt  man  die  an  Bäumen ­
  wachsende,  lederartige  Flechte  Sticta
pulmonacea,  die  als  Volksmittel  zu  Tee  Verwendung ­
  findet.
Lupiiunsamen  (Wolfsbohne,  Feigbohne),
die  Samen  verschiedener  Arten  der  Leguminose
  Lupinus  (L.  albus,  L.  Ternis,  L.  hirsutus,
  L.  luteus),  bilden  die  stickstoffreichsten
Pflanzenteile  und  werden  daher  zu  Futterzwecken ­
  und  zur  Verbesserung  des  Bodens  vielfach ­
  angebaut.  Die  Lupine  hat  in  hohem  Maße
die  Eigenschaft,  den  atmosphärischen  Stickstoff
zu  assimilieren,  und  gedeiht  infolgedessen  nicht
nur  ohne  nennenswerte  Düngung,  sondern  vermag ­
  sogar,  untergepflügt,  als  sog.  Gründüngung,
die  geringeren  Bodenarten  zu  verbessern.  Das
frische  Kraut  gewisser  Arten  dient  als  Grünfutter, ­
  während  die  Samen  wegen  ihres  hohen
Gehaltes  an  Bitterstoffen  eine  vorherige  Behandlung ­
  erforderlich  machen.  Neben  beträchtlichen ­
  (bis  zu  42  0/0)  Mengen  Protein  enthalten
die  letzteren  die  Alkaloide  Lupinin,  Lupinidin
  (identisch  mit  Spartein)  und  Lupanin  (insgesamt ­
  1—2  0/0),  welche  den  bitteren  Geschmack
bedingen  und  vor  der  Verwendung  zu  Futterund
  Nahrungszwecken  zu  entfernen  sind.  Dieses
Entbittern  soll  in  Griechenland  durch  Einhängen ­
  in  Meerwasser  erreicht  werden,  während ­
  man  sich  bei  uns  des  Dörrens  und  Auslaugens ­
  bedient.  Es  gelingt  auf  diese  Weise
aber  nie  vollständig,  so  daß  die  Tiere  nur  all ­
            
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