Persennige
325
Petersilienöl
Kohle in Bariumsulfid übergeführt, letzteres in
Wasser oder Salzsäure gelöst und mit verdünnter
Schwefelsäure oder Giaubersalzlösung gefällt.
Der Witherit kann direkt in Salzsäure
gelöst und mit Schwefelsäure gefällt werden.
Der entstandene Niederschlag wird mit Wasser
gut ausgewaschen, dann zum Abtropfen auf
Filter gebracht und gelangt oft in noch feuchtem,
breiförmigem Zustande in den Handel, da
Trocknen die Deckkraft verringert. P. hat vor
allen weißen Farben den Vorzug großer Beständigkeit,
läßt sich mit anderen Farben gut
mischen und ist ungiftig. Es wird außer als
Malerfarbe als Füllmittel für Papier und zum
Färben von Tapeten und Glacepapier benutzt,
da es durch Bürsten einen schönen Glanz annimmt,
Persennige (Persening) nennt man alle
wasserdicht gemachten Gewebe aus Leinen-,
Hanf- oder Jutegarn, die zu Wagenplanen,
Kahndecken usw. verwandt werden. Die Eigenschaft
der Undurchlässigkeit erhalten sie durch
Überzüge aus Mischungen von Kasein mit Mehl
und Kalk oder besser noch durch Leim mit
einer Lösung von doppeltchromsaurem Kali und
nachfolgendes Belichten an der Sonne. Ursprünglich
führte diesen Namen nur geteertes
Segeltuch.
Persiko, ein beliebter Likör, wird durch Abziehen
von bitteren Mandeln oder Pfirsichkernen
mit Spiritus erhalten. Unter den zusammengesetzten
Ölen des Handels, die zur Herstellung
bestimmter Likörsorten oder vielmehr ihrer
Nachahmung dienen, findet sich als das teuerste
mich Persikoliköröl.
Persil, ein von der Firma Henckel-Düsseldorf
'n den Handel gebrachtes Waschmittel, enthält
Ueben etwa 35 o/ 0 Seife und überwiegenden Mengen
Wasserglas rund 200jo Metaperborat, eine
beim Waschen freien Sauerstoff abgebende Verbindung,
die eine bleichende Wirkung ausübt,
a ber nach Heermann die Wäsche angreift
(Sauerstofffraß).
Perubalsam (Salvadorbalsam, lat. Balsa-Utum
peruvianum, frz. Baume de Pörou, engl,
■balsam of Peru) wird nicht in Peru, sondern
a Usschließlich auf der sog. Balsamküste im
festlichen Mittelamerika von den Häfen Acalutla
bis Libertad in San Salvador gewonnen
a ud erhielt seinen Namen lediglich, weil er über
üeru in den Handel kam. Der P. stammt von
~ er baumartigen Papilionazee Toluifera
■Fereira (früher Myroxylon sonsonatense gekannt),
die erst vom 25. Jahre an Erträge liefert,
a per mehrere hundert Jahre alt wird. Zur Gefmnung
des Balsams löst man die durch
Klopfen gelockerte Rinde an vier Stellen, so
üa ß zur Verhinderung des Absterbens damischen
unverletzte Rindenstreifen stehen blciund
befestigt an den entblößten Stellen
^ e nglappen, die den austretenden Balsam auf-?
au gen. Nach zweimaligem Anlegen solcher
Rappen, die jedesmal acht Tage liegen bleiben,
Phvvelt man die verwundeten Stellen mit Hacho-^
es . Fackeln aus einem harzreichen Schilfrohr,
und fängt den jetzt reichlicher fließenden
a Eam wieder mit Lappen auf. Die letzteren
er den mit Wasser ausgekocht, wobei sich
ac h dem Erkalten der Balsam unten abscheidet
und auf Kürbisflaschen gefüllt wird. Die Bäume
geben das ganze Jahr hindurch, besonders in
der trockenen. Jahreszeit, durchschnittlich je 2
bis 3 kg Balsam, der in 10—50 kg fassenden
Blechgefäßen nach Europa versandt wird. P.
hat eine dunkelrötlichbraune Farbe, sirupartige
Konsistenz und ist in dünnen Schichten durchsichtig.
Er fühlt sich zwischen den Fingern
nicht klebrig, sondern ölig an und löst sich vollständig
in Alkohol, Chloroform und Essigäther.
Sein Geruch ist angenehm vanilleartig, der Geschmack
anfangs milde, später bitterlich-kratzend.
Das spez. Gew. beträgt 1,100—1,150. P. besteht
aus einem flüssigen und einem festen Anteile,
von dem der erstere, das Zinnamein, als ein
Gemisch von Benzoesäurebenzylester und
Zimtsäurebenzylester mit geringen Mengen
Zimtsäure und Vanillin anzusprechen ist. Der
feste Anteil ist ein esterartiges Harz, aus welchem
Zimtsäure, Benzoesäure und Peruresitannol
abgeschieden werden kann. Seines
hohen Preises wegen unterliegt, er häufigen
Verfälschungen, besonders durch Kopaivabalsam
und fette Öle. P. findet mannigfache Verwendung
gegen Krätze, zu Einreibungen gegen
wunde Hautstellen, als Mittel gegen Tuberkulose,
übelriechende Nasenausflüsse und gegen
Haarkrankheiten. Auch wird er zum Überziehen
von Schokolade und als aromatischer
Bestandteil von kosmetischen Mitteln und Räucherpulvern
benutzt.
Perugen, ein von Evers künstlich hergestellter
Ersatz für Perubalsam, enthält gegen
60 0/0 Zinnamein und unterscheidet sich vom
echten Balsam nur durch die niedere Verseifungszahl
(50 gegen 240) und die niedrigere Jodzähl
(34 gegen 206). Außerdem gibt er im
Gegensatz zu Perubalsam mit mehr als 1 Teil
Alkohol eine klare Lösung. Aus der Petrolätherlösung
scheidet sich als pulvriger Bodensatz
echter Balsam an den Wänden klebend
aus, und beim Schütteln der ätherischen Lösung
mit tropfenweise zugesetzter Schwefelsäure gibt
nur echter Balsam eine Blaufärbung.
Petersilie (frz, Persil, engl. Parsley). Von
dieser in Südeuropa einheimischen, zweijährigen
Doldenpflanze (Petroselinum sativum)
werden sowohl die Blätter als auch die Samen
und die rübenartige Wurzel benutzt. — Das
Petersilienkraut (lat. Herba Petroselini, frz.
Herbe de persil, engl. Parsley) ist, frisch gepflückt,
ein viel begehrter Gegenstand des örtlichen
Gemüsehandels und wird auch im getrockneten
Zustande in den Handel gebracht.
—• Die Petersiliensamen, richtiger Früchte
(lat. Fructus petroselini, frz. Fruits de persil,
engl. "Parsley seeds) werden auch in größerer
Menge aus Indien eingeführt und zur Darstellung
von Apiol (s. d.) benutzt, das darin neben
ätherischem und fettem Öl enthalten ist. Medizinisch
werden die Samen als harntreibendes
Mittel angewandt. -— Die gelblichweiße, rübenförmige
P.-Wurzel (lat. Radix petroselini, frz.
Racine de persil, engl. Parsley root), die süßlichen
Geschmack und aromatischen Geruch besitzt,
wird medizinisch wie die Samen benutzt.
Petersilienöl (lat. Oleum petroselini, frz.
Essence de persil, engl. Parsley Oil) nennt man
sowohl das in den Früchten (zu 2—70/0) wie in