Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Persennige

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Petersilienöl

Kohle  in  Bariumsulfid  übergeführt,  letzteres  in
Wasser  oder  Salzsäure  gelöst  und  mit  verdünnter ­
  Schwefelsäure  oder  Giaubersalzlösung  gefällt. ­
  Der  Witherit  kann  direkt  in  Salzsäure
gelöst  und  mit  Schwefelsäure  gefällt  werden.
Der  entstandene  Niederschlag  wird  mit  Wasser
gut  ausgewaschen,  dann  zum  Abtropfen  auf
Filter  gebracht  und  gelangt  oft  in  noch  feuchtem, ­
  breiförmigem  Zustande  in  den  Handel,  da
Trocknen  die  Deckkraft  verringert.  P.  hat  vor
allen  weißen  Farben  den  Vorzug  großer  Beständigkeit, ­
  läßt  sich  mit  anderen  Farben  gut
mischen  und  ist  ungiftig.  Es  wird  außer  als
Malerfarbe  als  Füllmittel  für  Papier  und  zum
Färben  von  Tapeten  und  Glacepapier  benutzt,
da  es  durch  Bürsten  einen  schönen  Glanz  annimmt, ­

Persennige  (Persening)  nennt  man  alle
wasserdicht  gemachten  Gewebe  aus  Leinen-,
Hanf-  oder  Jutegarn,  die  zu  Wagenplanen,
Kahndecken  usw.  verwandt  werden.  Die  Eigenschaft ­
  der  Undurchlässigkeit  erhalten  sie  durch
Überzüge  aus  Mischungen  von  Kasein  mit  Mehl
und  Kalk  oder  besser  noch  durch  Leim  mit
einer  Lösung  von  doppeltchromsaurem  Kali  und
nachfolgendes  Belichten  an  der  Sonne.  Ursprünglich ­
  führte  diesen  Namen  nur  geteertes
Segeltuch.
Persiko,  ein  beliebter  Likör,  wird  durch  Abziehen ­
  von  bitteren  Mandeln  oder  Pfirsichkernen
mit  Spiritus  erhalten.  Unter  den  zusammengesetzten ­
  Ölen  des  Handels,  die  zur  Herstellung
bestimmter  Likörsorten  oder  vielmehr  ihrer
Nachahmung  dienen,  findet  sich  als  das  teuerste
mich  Persikoliköröl.
Persil,  ein  von  der  Firma  Henckel-Düsseldorf
'n  den  Handel  gebrachtes  Waschmittel,  enthält
Ueben  etwa  35  o/ 0  Seife  und  überwiegenden  Mengen ­
  Wasserglas  rund  200jo  Metaperborat,  eine
beim  Waschen  freien  Sauerstoff  abgebende  Verbindung, ­
  die  eine  bleichende  Wirkung  ausübt,
a ber  nach  Heermann  die  Wäsche  angreift
(Sauerstofffraß).
Perubalsam  (Salvadorbalsam,  lat.  Balsa-Utum
  peruvianum,  frz.  Baume  de  Pörou,  engl,
■balsam  of  Peru)  wird  nicht  in  Peru,  sondern
a Usschließlich  auf  der  sog.  Balsamküste  im
festlichen  Mittelamerika  von  den  Häfen  Acalutla
  bis  Libertad  in  San  Salvador  gewonnen
a ud  erhielt  seinen  Namen  lediglich,  weil  er  über
üeru  in  den  Handel  kam.  Der  P.  stammt  von
~ er  baumartigen  Papilionazee  Toluifera
■Fereira  (früher  Myroxylon  sonsonatense  gekannt), ­
  die  erst  vom  25.  Jahre  an  Erträge  liefert,
a per  mehrere  hundert  Jahre  alt  wird.  Zur  Gefmnung
  des  Balsams  löst  man  die  durch
Klopfen  gelockerte  Rinde  an  vier  Stellen,  so
üa ß  zur  Verhinderung  des  Absterbens  damischen ­
  unverletzte  Rindenstreifen  stehen  blciund
  befestigt  an  den  entblößten  Stellen
^ e nglappen,  die  den  austretenden  Balsam  auf-?
 au gen.  Nach  zweimaligem  Anlegen  solcher
Rappen,  die  jedesmal  acht  Tage  liegen  bleiben,
Phvvelt  man  die  verwundeten  Stellen  mit  Hacho-^
 es .  Fackeln  aus  einem  harzreichen  Schilfrohr,
und  fängt  den  jetzt  reichlicher  fließenden
a Eam  wieder  mit  Lappen  auf.  Die  letzteren
er den  mit  Wasser  ausgekocht,  wobei  sich
ac h  dem  Erkalten  der  Balsam  unten  abscheidet

und  auf  Kürbisflaschen  gefüllt  wird.  Die  Bäume
geben  das  ganze  Jahr  hindurch,  besonders  in
der  trockenen.  Jahreszeit,  durchschnittlich  je  2
bis  3  kg  Balsam,  der  in  10—50  kg  fassenden
Blechgefäßen  nach  Europa  versandt  wird.  P.
hat  eine  dunkelrötlichbraune  Farbe,  sirupartige
Konsistenz  und  ist  in  dünnen  Schichten  durchsichtig. ­
  Er  fühlt  sich  zwischen  den  Fingern
nicht  klebrig,  sondern  ölig  an  und  löst  sich  vollständig ­
  in  Alkohol,  Chloroform  und  Essigäther.
Sein  Geruch  ist  angenehm  vanilleartig,  der  Geschmack ­
  anfangs  milde,  später  bitterlich-kratzend.
Das  spez.  Gew.  beträgt  1,100—1,150.  P.  besteht
aus  einem  flüssigen  und  einem  festen  Anteile,
von  dem  der  erstere,  das  Zinnamein,  als  ein
Gemisch  von  Benzoesäurebenzylester  und
Zimtsäurebenzylester  mit  geringen  Mengen
Zimtsäure  und  Vanillin  anzusprechen  ist.  Der
feste  Anteil  ist  ein  esterartiges  Harz,  aus  welchem ­
  Zimtsäure,  Benzoesäure  und  Peruresitannol
  abgeschieden  werden  kann.  Seines
hohen  Preises  wegen  unterliegt,  er  häufigen
Verfälschungen,  besonders  durch  Kopaivabalsam
und  fette  Öle.  P.  findet  mannigfache  Verwendung ­
  gegen  Krätze,  zu  Einreibungen  gegen
wunde  Hautstellen,  als  Mittel  gegen  Tuberkulose, ­
  übelriechende  Nasenausflüsse  und  gegen
Haarkrankheiten.  Auch  wird  er  zum  Überziehen ­
  von  Schokolade  und  als  aromatischer
Bestandteil  von  kosmetischen  Mitteln  und  Räucherpulvern ­
  benutzt.
Perugen,  ein  von  Evers  künstlich  hergestellter ­
  Ersatz  für  Perubalsam,  enthält  gegen
60  0/0  Zinnamein  und  unterscheidet  sich  vom
echten  Balsam  nur  durch  die  niedere  Verseifungszahl ­
  (50  gegen  240)  und  die  niedrigere  Jodzähl ­
  (34  gegen  206).  Außerdem  gibt  er  im
Gegensatz  zu  Perubalsam  mit  mehr  als  1  Teil
Alkohol  eine  klare  Lösung.  Aus  der  Petrolätherlösung ­
  scheidet  sich  als  pulvriger  Bodensatz ­
  echter  Balsam  an  den  Wänden  klebend
aus,  und  beim  Schütteln  der  ätherischen  Lösung
mit  tropfenweise  zugesetzter  Schwefelsäure  gibt
nur  echter  Balsam  eine  Blaufärbung.
Petersilie  (frz,  Persil,  engl.  Parsley).  Von
dieser  in  Südeuropa  einheimischen,  zweijährigen
Doldenpflanze  (Petroselinum  sativum)
werden  sowohl  die  Blätter  als  auch  die  Samen
und  die  rübenartige  Wurzel  benutzt.  —  Das
Petersilienkraut  (lat.  Herba  Petroselini,  frz.
Herbe  de  persil,  engl.  Parsley)  ist,  frisch  gepflückt, ­
  ein  viel  begehrter  Gegenstand  des  örtlichen ­
  Gemüsehandels  und  wird  auch  im  getrockneten ­
  Zustande  in  den  Handel  gebracht.
—•  Die  Petersiliensamen,  richtiger  Früchte
(lat.  Fructus  petroselini,  frz.  Fruits  de  persil,
engl.  "Parsley  seeds)  werden  auch  in  größerer
Menge  aus  Indien  eingeführt  und  zur  Darstellung ­
  von  Apiol  (s.  d.)  benutzt,  das  darin  neben
ätherischem  und  fettem  Öl  enthalten  ist.  Medizinisch ­
  werden  die  Samen  als  harntreibendes
Mittel  angewandt.  -—  Die  gelblichweiße,  rübenförmige ­
  P.-Wurzel  (lat.  Radix  petroselini,  frz.
Racine  de  persil,  engl.  Parsley  root),  die  süßlichen ­
  Geschmack  und  aromatischen  Geruch  besitzt, ­
  wird  medizinisch  wie  die  Samen  benutzt.
Petersilienöl  (lat.  Oleum  petroselini,  frz.
Essence  de  persil,  engl.  Parsley  Oil)  nennt  man
sowohl  das  in  den  Früchten  (zu  2—70/0)  wie  in
            
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