Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Austerschalen

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Azetophenon

dischen  Küsten,  als  Natives  die  kleineren  A,
von  England  undOstende,  doch  werden  am  letzteren ­
  Orte  nicht  A.  gezüchtet,  sondern  nur  aus
England  eingeführte  in  Bassins  aufbewahrt.  Die
Holländer  züchten  junge  A.  mittlerer  Größe  in
der  Osterschelde  nach  der  neuen  französischen
Methode.  Fischauster  ist  eine  sehr  große,
außerhalb  der  Austernbänke  gefischte  nordische
Auster,  die  einen  fischigen  Beigeschmack  und
weniger  zartes  Fleisch  hat.  In  Italien  sind  Tarent
und  Venedig,  in  Österreich  Triest  ergiebige  Fangplätze, ­
  während  Schleswig  nur  4—5  Millionen
Stück  jährlich  liefert.  Das  Alter  der  A.,  das
mindestens  3  und  höchstens  5  Jahre  betragen
soll,  erkennt  man  an  der  Zahl  der  blättrigen
Schalenschichten,  die  sich  jährlich  um  eine  vermehrt. ­
  Die  A.  bilden  ein  nahrhaftes  und  diätetisches ­
  Genußmittel,  zeigen  aber  in  seltenen  Fällen, ­
  wahrscheinlich  nach  Aufnahme  fauliger  Nahrung, ­
  giftige  Eigenschaften.  Beim  Genüsse  erscheint ­
  daher  eine  gewisse  Vorsicht  und  besonders ­
  Ausschaltung  aller  toten,  offenstehenden
Exemplare  geboten.  Von  Amerika  (Baltimore)
werden  große  Mengen  ausgeschälter,  in  Blechbüchsen ­
  konservierter  A.  verschickt.
Austerschalen  (lat.  Conchae,  frz.  Ecaille  d’huitre,
  engl.  Oyster-shells)  werden,  nachdem  sie
genügend  gereinigt  sind,  zu  Pulver  gemahlen
und  teils  als  Putzpulver,  teils  unter  dem  Namen
präparierte  A.  (Conchae  praeparatae)  zu
Zahnpulvern  benutzt.  Sie  bestehen  größtenteils
aus  kohlensaurem  Kalk.
Autan  nennen  die  Farbenfabriken  vorm.  Bayer
&  Co.  in  Elberfeld  ein  von  Eichengrün  erfundenes ­
  Mittel  zur  Zimmerdesinfektion,  welches ­
  aus  einem  Gemisch  von  polymerisiertem
Formaldehyd  mit  Bariumsuperoxyd  besteht.
Das  A.,  ein  weißes,  schwach  nach  Formaldehyd
riechendes  Pulver,  entwickelt,  wenn  es  mit  gleichen ­
  Teilen  Wasser  übergossen  wird,  gleichzeitig ­
  Formaldehyd-  und  Wasserdämpfe  und
soll  in  Menge  von  1  kg  zur  Desinfektion  von
25—30  cbm  ausreichen.
Avedyks  Brot.  Auf  Grund  der  Tatsache,  daß
die  wichtigsten  Eiweißstoffe  des  Getreidekorns
hauptsächlich  in  den  äußeren  Randpartien  sitzen
und  von  der  modernen  Hochmüllerei  mit  der
Kleie  entfernt  werden,  hat  man  mehrfach  versucht, ­
  das  ganze  Korn  zur  Brotbereitung  heranzuziehen. ­
  A.  wird  aus  dem  eingeweichten,  zerquetschten ­
  und  dann  zu  Teig  verarbeiteten  Korn
hergestellt.  Die  Ansichten  über  den  Wert  desselben ­
  sind  geteilt,  denn  wenn  auch  der  höhere
Eiweißgehalt  außer  Zweifel  steht,  so  wird  doch
durch  die  Schalen  eine  Reizung  des  Darmes  und
damit  eine  verringerte  Ausnutzung  herbeigeführt.
Aventurin,  ein  gelbbrauner  bis  roter  Quarz,
mit  feinen  Sprüngen  oder  Glimmerschüppchen
durchsetzt,  welche  ein  flimmefndes  Aussehen
hervorrufen,  wird  zu  Schmucksachen  und  anderen ­
  Kunstgegenständen  verarbeitet.
Aventuringlas,  ein  prachtvolles  braungelbes,
goldig  schimmerndes  Glas,  welches  früher  in
Venedig  nach  einem  Geheimverfahren  hergestellt
wurde.  Seitdem  Wöhler  und  Pettenkofer
zeigten,  daß  die  Flimmer  in  dem  durch  Eisenoxydul ­
  grün  gefärbten  Glase  durch  fein  verteilte
Kriställchen  von  metallischem  Kupfer  hervorgerufen ­
  werden,  stellt  man  das  A.  ganz  allgemein ­

  in  der  Weise  her,  daß  man  dem  Glassatze  ■
Kupfer  als  Oxydul  zusetzt.  Die  erhaltenen  Gläser ­
  sind  dem  mineralischen  Aventurin  sehr  ähnlich ­
  und  werden  wie  diese*r  zu  Schmuckgegenständen ­
  verarbeitet.  Das  grüne  A.  von  Pelouze
  erhält  einen  Zusatz  von  Kaliumdichromat,
wodurch  eine  Ausscheidung  glänzender  schwarzbrauner ­
  Kriställchen  in  grüner  Grundmasse  verursacht ­
  wird.  Aventurinlack  nennt  man  einen,
besonders  in  Japan  erzeugten,  schillernden  Lack.
Avizol,  ein  neuerdings  aus  Kopenhagen  eingeführtes ­
  Präparat,  welches  das  Trübewerden
von  Bonbons  aus  geschmolzenem  Zucker  verhindern ­
  soll,  besteht  aus  nichts  als  schwefligsaurem ­
  Natrium.  Da  bei  der  Schmelztemperatur
des  Zuckers  die  schweflige  Säure  nahezu  vollständig ­
  ausgetrieben  wird,  lassen  sich  gesundheitliche ­
  Bedenken  gegen  dieses  Verfahren  nicht
erheben.
Azalin,  ein  Gemisch  von  Zyanin  und  Chinolinrot, ­
  dient  zur  Herstellung  orthochromatischer
Platten.
Azarin,  ein  seit  1883  bekannter  Teerfarbstoff,
das  Ammoniaksalz  der  Dichloramidophenolhydrazobetanaphtolsulfosäure,
  kommt  als  gelber,
nach  schwefliger  Säure  riechender  Teig  in  den
Handel  und  findet  in  der  Baumwollendruckerei
Verwendung.
Azetate,  in  der  Chemie  gebräuchliche  Bezeichnung ­
  für  essigsaure  Salze,  z.  B.  Bleiazetat
für  essigsaures  Blei.
Az:tinb!au,  ein  zur  Gruppe  der  Induline  gehöriger ­
  Teerfarbstoff.
Azeton  (Dimethylketon,  lat.  Acetonum,frz.
Acötone,  engl.  Aceton),  CH s .CO.dJ 3 ,  ein  regelmäßiger ­
  Bestandteil  des  Blutes  und  Harns,
in  welchen  es  aber  nur  bei  krankhaften  Zuständen ­
  (Diabetes,  Azetonurie)  in  größeren  Mengen
auftritt,  entsteht  bei  der  trockenen  Destillation
vieler  organischer  Stoffe,  wie  Zucker,  Zellulose,
Gummi,  Holz,  und  findet  sich  daher  stets  im
rohen  Holzessig  resp.  in  dem  rohen  Holzgeist.
Zur  Trennung  des  A.  von  dem  gleichzeitig  vorhandenen ­
  Methylalkohol  versetzt  man  den  Holz--geist
  mit  Kalziumchlorid,  welches  mit  dem  Methylalkohol ­
  eine  kristallinische  Verbindung  liefert, ­
  und  destilliert  nun  das  A.  ab.  Weitere
Mengen  werden  aus  dem  bei  der  Anilinherstellung ­
  abfallenden  Kalziumazetat  durch  trockene
Destillation  dargestellt.  Die  Gewinnung  des  chemisch ­
  reinen  A.  beruht  auf  der  Eigenschaft,  mit
Natriumbisulfit  eine  kristallierte  Verbindung  einzügehen.
  A.  ist  eine  farblose,  leicht  bewegliche,
neutral  reagierende  Flüssigkeit  von  scharfem
Geruch,  welche  leicht  mit  kaum  rußender  Flamme
verbrennt.  Das  spez.  Gew.  liegt  bei  0,800,  der
Siedepunkt  bei  56°.  Es  mischt  sich  mit  Wasser,
Alkohol,  Äther  und  Chloroform,  löst  Fette  und
Harze,  Kampfer  und  Kautschuk  und  findet  daher ­
  in  den  diese  Stoffe  verarbeitenden  Industrien ­
  vielfache  Anwendung.  In  der  chemischen
Industrie  dient  es  zur  Darstellung  von  Kollodium, ­
  Chloroform,  Jodoform  und  Sulfonal.  Auch
ist  es  ein  Bestandteil  des  Zaponlacks.
Azetophenon,  Hypnon,  Azetophon,  C 6 H 5 .
CO.  CH 3 ,  ein  farbloses  oder  schwach  gelbliches
Öl  von  scharfem  Geschmack  und  eigentümlichem ­
  Geruch,  welches  bei  14 0  zu  Krislallblättern
  erstarrt  und  bei  200 0  siedet,  löst  sich  kaum
            
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