Terpinhydrat
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Theobromin
für manche Zwecke verwendbar sind. Sie verringern
.aber wegen zu großer Flüchtigkeit die
Haltbarkeit der Lackanstriche und haben den
Nachteil des üblen Geruchs und der -Feuergefährlichkeit.
Zu ihrem Nachweise genügt die
Bestimmung des spez. Gew., des Entflammungspunktes
und besonders der Refraktion, — Da die
Einfuhr von amerikanischem und französischem
T. in den letzten Jahren den Bedarf nicht decken
konnte und eine ungewöhnliche Preissteigerung
die Folge war, die Schwierigkeiten im Laufe
des Krieges durch die mangelnden Zufuhren
naturgemäß noch zltnahmen, sind in Deutschland
und Österreich zahlreiche Versuche zur
Steigerung der eigenen Erzeugung gemacht worden.
Die Einführung des Flaschenverfahrens
zur Gewinnung des Harzes und die Extraktion
des kiefern- (Stubben-) Holzes haben die inländischen
Ertragsziffern zwar bedeutend erhöht, eserscheint
aber zweifelhaft, daß der ungefähr
300000 dz betragende Bedarf im Inlande gedeckt
werden kann. — Außer dem französischen
und amerikanischen T. ist das deutsche (russisch-polnische)
T., das richtiger als Kienöl
(lat. Oleum pini, seu terebinthinae germanicum,
frz. Essence de pin, engl. Pine oil) bezeichnet
wird, eine wichtige Handelsware. Es
wird bei der Teerschwelerei aus dem Wurzelholze
der Kiefer, Pinus silvestris, gewonnen,
zeigt eine gelbliche Farbe, sowie ziemlich
starken, unangenehmen Geruch und trocknet
nicht so schnell wie amerikanisches oder französisches
T. Das Kienöl ist daher zum Mischen
mit Lacken nicht geeignet, für Ölfarben nur,
wenn es sich um äußere VVnstriche handelt,
da sein Geruch zu unangenehm wirkt. Es
kommt aus Polen, Ostpreußen und Österreich
in den Handel. — Des weiteren seien noch
spanisches, griechisches, österreichisches,
1 venetianisches und indisches
T. als besondere Sorten genannt. Das spanische
T. stimmt mit dem französischen überein
und hat neuerdings an Bedeutung gewonnen.
Das griechische T„ aus dem Terpentin det
Aleppoföhre, Pinus halepensis Miller, ist
durch starke Rechtsdrehung ausgezeichnet («u
etwa -{-40°). Das österreichische (Neustädter)
T. stammt von der Schwarzkiefer, Pinus
Laricio Poiret, das venetianische vom
Lärchenbaum und. das indische von Pinus
longifolia Roxb. Im Gegensatz'zu den übrigen
Terpentinölsorten enthält das indische T. nur
wenig Pinen, dagegen als Hauptbestandteil Sylvestren.
— Dem Terpentinöl verwandte öle sind:
1. Templin- oder Edeltannenzapfenöl, das
aus den Zapfen von Abies alba Milk gewonnen
wird (lat. Oleum templinum, frz. Essence
de templinum, engl. Templin oil). Als Herkunftsländer
kommen die Schweiz und Thüringen
in Betracht. Es hat ein spez. Gew. von 0,851
bis 0,87,0 und eine Drehung von —60 bis ■—84°
und besteht zum größten Teil aus Linkslimonen.
2. Edeltannennadelöl siehe unter Tannennadelöl.
3. Latschen- oder Krummholzöl
(s. d.). 4. Fichtennadel- oder Kiefernnadelpl
(s. d.). Diese vier Öle werden mehr in der
Parfümerie und als Einreibungsmittel verwandt.
Terpinhydrat (lat. Terpinum hydratum, frz.
Terpine hydratde, engl. Terpin Hydrate), C 10 H 18 .
(OH) 2 .H 2 0, nennt man die farblose, durchsichtige
und geruchlose Kristallmasse, die sich bei
längerem Stehen aus einer Mischung von Terpentinöl,
wasserhaltigem Alkohol und Salpetersäure
abscheidet. Das T. schmilzt bei 116—117 0 |
und geht dabei unter Verlust von Wasser in
weißes kristallinisches Terpin über. Man verwendet
es seit einiger Zeit medizinisch bei Lungenaffektionen
und Diphtherie.
Terra, die lateinische Bezeichnung für Erde,
wird im Drogenhandel für folgende Stoffe gebraucht,
die jedoch nicht immer Erden im gewöhnlichen
Sinne des Wortes sind: T. japonic.a,
ein Pflanzenstoff, s. Katechu; T. di Siena,
s. Sienaerde; T. tripolitana, s. Tripel; T.
viridis, Grüne Erde.
Terrakotten sind aus gewöhnlichem, doch fein
bearbeitetem Ton gebrannte, unglasierte Steingutwaren
von künstlerischer Ausführung, die weniger
zum Gebrauch in Haushaltungen, sondern
mehr zur Verzierung von Gebäuden. Gärten usw.
dienen. Schon in der römischen und vorrömischen
Zeit (etruskische Vasen) sowie später im
15. und 16. Jahrhundert stand dieser Zweig des
Kunstgewerbes in hoher Blüte, doch hat man
sich ihm auch in neuerer Zeit wieder mit einer
gewissen Vorliebe zugewandt. Die T. finden
nicht nur als Bauverzierung häufige Verwendung,
sondern auch, selbständige Figuren und ganze
Gruppen, bis zu lebensgroßen Statuen und Tierstücken,
große Vasen und Kandelaber werden
vielfach in T. hergestellt. Die Farbe ist, je
nachdem der Ton sich brennt, dunkler oder
heller braun, gelblich oder ganz weiß.
Tetrapol ist eine tetrachlorkohlenstoffhaltige
Seife.
Teufelsabbiß Wurzel (lat. Radix morsus diaboli
s. succisae, frz. Racine de succise, engl. Succise
root), der dunkelbraune mit Seitentrieben bedeckte
Wurzelstock der in Europa heimischen
Komposite Succisa pratensis, der 3—5 cm
lang und 1 cm dick wird, enthält Gerbstoff und
findet in der Volksmedizin gegen Durchfall Verwendung.
Thallin (Tetrahydroparachinanisol), C 9 -
H]oN(OCH 3 ), wird durch Erhitzung von Paramido-
und Paranitroanisol mit Glyzerin und
Schwefelsäure auf 150° .und Reduktion des bei
der Destillation mit Wasserdämpfen übergehenden
Parachinanisols mit Zinn und Salzsäure
dargestellt. Es bildet eine farblose ölige Flüssigkeit
von kumarinähnlichem Geruch, die sich in
Wasser, Alkohol und Äther löst und sich mit
Eisenchlorid tiefgrün färbt. Das Thallinsulfat
(lat. Thallinum sulfuricum, frz. Sulfate thallinique,
engl. Thalline .Sulphate), ein nach Kumarin
riechendes, gelblichweißes Pulver von säuerlich-salzigem
und gleichzeitig bitterlich-gewürzhaftem
Geschmack sowie das ganz ähnliche
weinsaure Salz, Thallintartrat (lat. Thallinum
tartaricum, frz. Tartrate thallinique, engl. Thalline
Tartrate), dienten einige Zeit als Chininersatz,
werden wegen ihrer Giftigkeit aber jetzt nur
noch als Antiseptikum bei Tripper angewandt-Beide
müssen vor Licht geschützt aufbewahrt
werden.
Theobrotnin, der anregende Bestandteil des
Kakaos, ist dem Koffein (Teein) nahe verwandt
und in chemischer Hinsicht als Dimethyl'