Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Watte

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Weidenrinde

Leberflecken  empfohlene  Lösung  von  500/0  W.
in  Äther.
Watte  (lat.  Gossypium  seu  Wätta,  frz.  Ouate,
engl.  Wad,  Wadding)  wird  größtenteils  aus
aufgelockerter  und  geschlagener  Baumwolle
auf  der  Wattenmaschine,  einer  Baumwoll-Reißkrempel
  mit  entsprechender  Einrichtung,  welche
die  Ware  in  der  bekannten  Tafelform  abliefert,
hergestellt.  Zur  Erhöhung  des  Zusammenhaltes
erhält  sie  dann  noch  auf  beiden  Seiten  einen
Überzug  mit  einer  dünnen  Leim-  oder  Gummilösung. ­
  Daneben  gibt  es  eine  auf  der  Oberfläche ­
  nicht  gummierte  wollene  W.,  die  etwas
mehr  Filzung  hat  und  zum  Auflegen  bei  Rheumatismus ­
  dient.  Die  während  des  Krieges  hergestellte ­
  Zeilstoff-W.  hat  sich  als  ein  brauchbarer ­
  Aufsaugungs-  und  Verbandstoff  erwiesen
und  wird  bei  niedrigem  Preise  auch  im  Frieden
ihren  Platz  behaupten.  S.  auch  Artikel  „Verbandstoffe“. ­

Wau  (Färberwau,  Färberreseda,  Gelbkraut, ­
  lat.  Herba  luteolae,  frz.  Gaude,  engl.
Weid),  eine  60—100  cm  hohe  Resedaart,  Reseda ­
  luteola,  mit  blaßgelben  Blüten  an  langen
Ähren,  vierteiligem  Kelch  und  drei-  bis  sechskantiger, ­
  oben  offener,  einfächeriger  Fruchtkapsel, ­
  kommt  wild  an  Wegerändern  und  auf
Äckern  vor  und  wird  noch  an  einigen  Orten
in  der  Provence  und  in  Deutschland  wegen  des
in  den  Blättern  und  anderen  Teilen  der  Pflanze
enthaltenen  gelben  Farbstoffes  angebaut.  Doch
haben  die  amerikanische  Querzitronrinde  und
die  billigen  gelben  Teerfarben  den  Anbau  stark
beeinträchtigt.  Die  Pflanze  liebt  feuchtwarmes
Klima,  trockenen  kräftigen  Boden,  alte  Düngung, ­
  tiefe  Bearbeitung,  fleißiges  Jäten  und
Behacken  mit  Verdünnen.  Man  mischt  den
feinen  Samen  mit  Sand  Und  sät  4—6  kg  (1  hl
wiegt  64  kg)  im  Juli  und  August  oder  im  Frühjahr ­
  30—45  cm  weit  in  Reihen.  Die  Ernte  erfolgt ­
  durch  Ausraufen  oder  durch  Schnitt.  —  Der
unter  dem  Namen  Schüttgelb  im  Handel  vorkommende ­
  Farbstoff  ist  aus  einer  Abkochung
von  Wau  oder  Gelbbeeren  und  ähnlichengeiben
Pflanzenfarbstoffen  durch  Ausfällen  mit  Alaun
und  Vermischen  mit  geschlämmter  Kreide
oder  Tonerde  hergestellt.  Man  gebraucht  ihn
als  Anstreicherfarbe  und  zum  Färben  von  Lederzeug. ­
  Oft  wird  im  Handel  an  Stelle  von  diesem
Schüttgelb  eine  billige,  Sorte  des  gelben  Chromgelbs ­
  abgegeben  (s.  d.).
Wegerich  (Wegetritt,  Spitzwegerich,  lat.
Herba  plantaginis,  frz.  Plantain,  engl.  Plantage
leaves).  Die  Blätter  der  über  ganz  Europa  verbreiteten ­
  Plantagineen  Plantago  major,
media  und  lanceolata,  die  im  Drogenhandel
als  hustenlindernder  Tee  sowie  gegen  Ruhrerkrankungen ­
  geführt  werden,  sind  lanzettförmig ­
  oder  breit  oval  und  enthalten  als  wichtigste ­
  Bestandteile  Gerbsäure,  Bitterstoff  und
Schleim.  Beliebt  sind  die  Spitzwegerichbonbons, ­
  die  aus  dem  frischen  Safte  des
Krautes  hergestellt  werden.
Weichharze  nennt  man  eine  Abteilung  der
Harze,  zu  der  die  natürlichen  Balsame;
Gurjunbalsam,  Kanadabalsam,  Kopaivabalsam,
  Mekkabalsam,  Storax,  Terpentin, ­
  Tolubalsam  u.  a.  gehören.  S.  die  betr.
Drogen.

Weichselholz  stammt  von  dem  Mahalebkirschbaum
  (Prunus  Mahaleb),  der  strauchartig ­
  auf  dürren,  sonnigen  Höhen  des  südlichen
Europas,  namentlich  in  Niederösterreich,  wächst,
aber  auch  in  besonderen  Baumschulen  zu  geraden ­
  Stämmchen  gezogen  wird.  Da  für  gewisse ­
  Zwecke,  wie  zu  Pfeifenrohren,  ganz
knotenfreie  Stücke  ohne  Schnittspuren  gewünscht ­
  werden,  umwickelt  man  in  den  großen
Anlagen  in  Deutschösterreich  (Baden  bei  Wien),
Ungarn  (Preßburg)  und  der  Türkei  die  Stellen,
an  denen  sich  Zweigknospen  bilden  wollen,
sorgfältig  mit  Tuch.  Das  Holz,  das  von  seinem
Vorkommen  bei  St.  Lucie  in  den  Vogesen  auch
als  Luzienholz  bezeichnet  wird,  zeigt  eine
schön  braune,  hell  punktierte  und  schwach  quergestreifte ­
  Rinde,  die  beim  Einölen  einen  dauernden ­
  Glanz  annimmt,  und  einen  rötlichen,  nach
dem  Trocknen  gelben  Kern.  Der  angenehme
Geruch,  der  am  schönsten  bei  dem  Badener,
hingegen  fast  gar  nicht  bei  dem  türkischen  und
ungarischen  W.  auftritt  und  beim  Trocknen
schwächer  wird,  beruht  auf  einem  Gehalte  an
Kumarin.  Die  jungen  Stämmchen  werden  nach
vorsichtigem  Trocknen  mit  Allcali  gebeizt,  mit
Schachtelhalm  abgerieben,  gerade  gebogen  und
schwach  geölt  und  liefern  eine  gesuchte  Ware
für  Pfeifenrohre,  Zigarrenspitzen  und  Spazierstöcke. ­
  Nachahmungen  werden  aus  gewöhnlichem ­
  Kirschbaumholz  durch  Parfümierung  mit
Kumarin  hergestellt.
Weiden  (Korbweiden,  frz.  Säule,  engl.Willow;.
  Die  zahlreichen  Bäume  und  Sträucher  der
Gattung  Salix  gehören  zu  den  wichtigsten
Holzarten  des  Forstbetriebes  und  werden  ^.uch
vielfach  von  Landwirten  und  Gärtnern  gezogen.
Der  Anbau  ist  sehr  einträglich  und  der  Verbrauch ­
  in  beständiger  Zunahme  begriffen.  Als
verbreitetste  Arten,  die  sowohl'  in  Europa  als
auch  in  Asien  fortkommen,  sind  zu  nennen:
1.  die  Korbweide,  Salix  viminalis  L.,  meist
an  Ufern  angebaut,  der  Rohstoff  der  Korb-'
  Warenindustrie;  2.  die  Purpurweide,  S.  purpurea,
  gleichfalls  an  Ufern  wachsend,  liefert
ein  gutes  Flechtwerk;  3.  Mandelweide,  S.
amygdalina,  wird  bis  zu  3  m  hoch  und  eignet
sich  daher  zur  Herstellung  von  Faßreifen.  —
Als  Zierpflanze,  namentlich  für  Friedhöfe,  benutzt ­
  man  die  aus  dem  Orient  stammende
Trauerweide,  S.  babylonica  L.  —■  Außer  zu
den  genannten  Zwecken  dient  das  Weidenholz
noch  zu  Bundstöcken  für  Böttcher,  zu
Schnitznutzholz,  Faschinen  und  als  Brennstoff, ­
  das  Laub  als  Futtermittel,  die  Rinde  als
Gerbmittel  und  zur  Gewinnung  des  Salizins,  der
Bast  als  Bindemittel  für  Gärtner  und  die  Kohle
zur  Herstellung  von  Schießpulver.
Weidenrinde  (lat.  Cortex  salicis,  frz.  Ecorce
de  saule,  engl.  Willow  bark).  Die  Rinde  verschiedener ­
  Weidenarten  enthält  Gerbsäure
und  Salizin  (s.  d.)  und  bildet  daher  teils  ganz,
teils  fein  geschnitten,  als  Gerbmittel  wie  auch
für  medizinische  Zwecke  eine  wichtige  Handelsware. ­
  Diejenigen  Rinden,  die  reich  an  Salizin
sind,  zeigen  auf  der  Innenfläche  eine  goldgelbe
bis  bräunlichrote  Farbe,  die  durch  Befeuchten
mit  konzentrierter  Schwefelsäure  in  Blutrot  übergeht, ­
  und  werden  namentlich,  wie  die  Rinden
von  Salix  helix,  S.  purpurea  und  S.  rubra,
            
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