Full text : Die Entwicklung der deutschen Portland-Zement-Industrie ...

Begriffserklärung  der  verschiedenen  Arten  hydraulischer  Bindemittel  usw.  5

und  außerdem  eine  innige  Mischung  von  Kalk  und  Ton  herbeizuführen. ­
  Es  ist  das  älteste  und  in  Deutschland  am  wenigsten
verbreitete;  es  wird  jetzt  nur  noch  für  Kreide  und  unreinen
Kalkstein  oder  Ton  angewandt.  Seine  Nachteile  bestehen  in  der
Hauptsache  darin,  daß  ein  Fehler  in  der  Mischung,  der  durch
ungleichmäßige  Sedimentierungen  infolge  des  verschiedenen
spezifischen  Gewichtes  von  Kalk  und  Ton  entstehen  kann,  nur
schwer  wieder  gut  gemacht  werden  kann.  Das  geschieht  durch
Aufschlämmen  von  Kalk  oder  Ton  in  der  Grube;  es  ist  dann
nicht  leicht,  die  neu  hinzugekommene  Schlämme  mit  der  alten
überall  gleichmäßig  durchzumischen.  Ferner  muß  das  Klima
günstig  sein,  um  den  Schlamm  schnell  eintrocknen  zu  lassen,
dann  wird  für  die  Gruben  viel  Raum  gebraucht  und  schließlich
sind  für  das  Abstechen  des  getrockneten  Schlammes  viel  Menschenkräfte ­
  nötig,  da  sie  sich  hierbei  nicht  durch  Maschinen  ersetzen
lassen.  Außerdem  dauert  das  Eintrocknen  auch  bei  günstigem
Klima  sehr  lange,  so  daß  viel  Kapital  im  Schlamme  festgelegt  wird.
Das  Trockenverfahren  besteht  darin,  Kalksteine  und  Ton  zu
trocknen  und  entweder  zusammen  oder  getrennt  zu  einem  feinen
Pulver,  dem  Rohmehl,  zu  vermahlen.  Dieses  wird  mit  Wasser
genetzt  und  zu  Ziegelsteinen  geformt,  die  dann  getrocknet  und
gebrannt  werden.  Am  besten  und  rationellsten  sind  die  modernen
Trockentrommeln,  weil  sich  in  ihnen  das  Rohmaterial  mit  dem
denkbar  geringsten  Aufwande  an  Brennmaterial,  Kraft,  Raum
und  Zeit  trocknen  läßt.  Hierbei  ist  es  nötig,  den  Kalk  und  Ton
vor  dem  Trocknen  zu  zerkleinern.  Von  den  Trockentrommeln
gelangt  das  Material  in  Silos,  wo  es  zunächst  aufgespeichert  wird,
wodurch  erreicht  wird,  daß  man  mit  dem  folgenden  Produktionsprozeß ­
  von  etwaigen  Störungen  beim  Trocknen  unabhängig  wird.
Man  kann  nun  je  nach  der  Natur  der  Rohmasse  den  Kalkstein
und  Ton  entweder  in  grubenfeuchtem  Zustande  portionsweise
zusammenwiegen  und  dann  gemeinschaftlich  zerkleinern  und
trocknen  oder  jeden  der  Teile  für  sich  vorbrechen  und  trocknen
und  nun  noch  nach  der  Ablagerung  in  den  Silos  zusammenwiegen, ­
  wobei  mittelst  automatischer  Wagen  genau  das  richtige
            
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