Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

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die  französische  Aktiengesellschaft  „Huta  Bankowa“  im  Königreich
Polen  und  manche  andere  _gegründet  worden.
Die  erste  bedeutende  Übersiedelung  ausländischer  Kapitalien  nach
Rußland  vollzog  sich  am  Ende  der  70er  und  in  den  80er  Jahren  und
zwar  im  Königreich  Polen,  wo  damals  wegen  der  guten  Konjunktur
eine  Reihe  von  Werken  von  verschiedenen  deutschen  Aktiengesellschaften ­
  und  manchen  anderen  Unternehmern  gegründet,wurde.  Nach
einer  Pause  in  der  Mitte  der  80er  Jahre  kam  die  zweite  Übersiedelung
des  ausländischen,hauptsächlich  belgischen,  teilweise  auch  französischen
Kapitals  nach  Südrußland,  die  vom  Ende  der  90er  Jahre  an  eine  bedeutendeHöhe
  erreicht.  Die  wichtigsten  Ursachen  davon  sind  die  folgenden:
Als  erste  und  allgemeine  Voraussetzung  dieser  Erscheinung  ist
das  Vorhandensein  freien  Kapitals  in  Frankreich  und  Belgien  in  dem
letzten  Viertel  des  19.  Jahrhunderts  zu  bezeichnen.  Dieses  Kapital
suchte  eine  rentable  Verwendung  und  mußte  sich  nach  dem  Auslande ­
  begeben.  Als  Verbinduugsbrücke  zwischen  diesen  Ländern
einerseits  und  Rußland  andererseits  dienten  einige  französische  und
belgische  Gesellschaften,  sowie  von  diesen  in  Rußland  gegründete
Ableger,  wie  z.  B.  die  „Huta  Bankowa“  und  die  „Societe  Krivoi-Rog“.
Sie  interessierten  sich  stark  für  die  weitere  Entwickelung  der  Eisenindustrie ­
  in  Rußland,  nahmen  (wie  z.  B.  die  belgische  Gesellschaft
„Coquerille“)  Untersuchungen  vor,  verpachteten  Eisenerzlager  usw. 1
Besonders  Südrußland  mußte  ihre  Aufmerksamkeit  erwecken,  wo
damals  durch  die  Krivoi-Rog-Eisenerze  die  günstigsten  Verhältnisse
für  eine  großartige  Eisenindustrie  vorhanden  waren.  Dazu  kam  noch,
daß  in  dieser  Zeit,  speziell  in  der  belgischen  Eisenindustrie  ein  gewisser ­
  dauernder  Stillstand  eintrat,  was  das  Zuströmen  des  neuen
Kapitals  in  dieses  Gebiet  bedeutend  hemmte.
Eine  indirekte  Wirkung  hat  dann  auf  die  Einwanderung  des
belgischen  Kapitals  auch  die  russische  prohibitive  Zollpolitik  der
80er  Jahre  in  gewissem  Maße  ausgeübt.  Denn  lange  vorher  hatte
die  belgische  Eisenindustrie  unter  anderem  auch  nach  Rußland  exportiert. ­
  Die  damals  gestiegenen  russischen  Eisenzölle  hatten  nun  die
belgischen  Unternehmer  sehr  stark  getroffen.  Sie  suchten  dadurch  einen
Ausweg  zu  finden,  daß  sie  ihre  Tätigkeit  in  das  Gebiet  der  russischen
Zollgrenzen  verlegten.  Anstatt  Eisenprodukte  fing  jetzt  Belgien  an,
seine  Kapitalien  über  die  russische  Zollgrenze  hinauszuschicken.
Das  waren  die  maßgebenden  Ursachen,  welche  die  erste  Einwanderung ­
  des  ausländischen  Kapitals  nach  Südrußland  bedingt
hatten.  In  den  90er  Jahren  kamen  dann  noch  andere  hinzu,  welche
diese  Bewegung  noch  verstärkten.  Das  waren  erstens  die  in  Südrußland ­
  entstandene  Hochkonjunktur  in  den  90er  Jahren,  was  die
große  Rentabilität  für  die  ersten  Werke  bewirkte  und  die  neuen
1  Trasenster,  L’industrie  charbonnifere  et  siderurgique  de  la  ftussie
meridionale  (Rev.  univers.  d.  mines,  S.  168).
            
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