Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

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Krivoj-Rog-Grubeu  an  sie  übertragen,  die  Gesellschaft  Praga  Baugrundstücke, ­
  Kohlengruben  und  einen  Eisenerzkontrakt,  die  Societe
des  acieries  de  Varsovie  alle  Maschinen  und  Einrichtungen  ihres
Warschauer  Werks,  ihre  Kunden  und  ihr  Arbeiterpersonal.
Die  Eisenerzgruben  erscheinen  überhaupt  als  die  wichtigste
Grundlage  der  D.-A.  Sie  sind  von  vorzüglicher  Qualität  und  enthalten ­
  nach  der  Analyse  durchschnittlich  95  °/ 0  Eisenoxyd  oder  bis
66°/ 0  Metalleisen.  In  diesen  Gruben  vermutet  man  einen  Vorrat
von  12000000  t  Eisenerz.  Im  Jahre  1898  wurde  noch  ein  Kontrakt
mit  einem  anderen  Grubenbesitzer  abgeschlossen,  sodaß  die  Gesellschaft ­
  ,.Dnieprovienne“  jetzt  die  größte  Besitzerin  von  Eisenerzlagern
in  der  ganzen  Gegend  von  Krivoj-Rog  ist.  Die  Pachtbedingungen
sind  sehr  vorteilhaft  —  langfristige  Kontrakte  und  ein  Pachtzins  von
1  Kop.  pro  gewonnenes  Pud  Eisenerz 1 .  Nach  der  Berechnung  von
Cordeweeuer  mußten  diese  Eisengruben  allein  einen  Vorteil  von
etwa  zwei  Rubeln  auf  die  produzierte  Tonne  Roheisen  gegenüber
ihren  Konkurrenten  aufweisen.
Etwas  anders  stand  zuerst  die  Sache  mit  der  Steinkohlenversorgung. ­
  Die  Gruben,  welche  die  Ges.  „Dnieprovienne“  von  der
Ges.  „Praga“  bekam,  waren  nicht  geeignet  zur  Koksgewinnung,  man
mußte  sie  daher  aufgeben  und  neue  Gruben  erwerben.  Nach  einer
Reihe  von  Bemühungen  wurde  die  Aufgabe  gelöst,  sodaß  jetzt  die
Gesellschaft  einen  bedeutenden  Teil  ihres  Bedarfes  mit  eigener  Kohle
deckt.  Es  wurden  auch  Mangangruben  erworben,  was  die  Produktionskosten ­
  noch  verminderte,  da  bei  den  schwer  schmelzbaren  Krivoj-Rog-Eisenerzen
  ein  großer  Verbrauch  davon  notwendig  ist.
Die  Gesellschaft  ist  eine  vollständig  kombinierte  Unternehmung,
denn  beinahe  das  gesamte  Roheisen  dient  zur  Gewinnung  von  Eisen
und  Stahl  und  zu  deren  weiteren  Verarbeitung.  Die  Entwicklung
des  Betriebes  geht  schnell  vorwärts.  Im  Jahre  1892  waren  zwei,
im  Jahre  1899  schon  5  Hochöfen  im  Betrieb.  Die  Roheisenproduktion ­
  hat  sich  von  1892  bis  1900  mehr  als  verdreifacht,  sie
betrug  im  Jahre  1892  4136011  Pud,  im  Jahre  1900  schon  13024884
Pud.  Die  Dampfmaschinenkraft  hat  sich  in  dieser  Periode  beinahe
vervierfacht,  die  Zahl  der  Arbeiter  dagegen  in  dieser  Zeit  etwas
mehr  als  verdoppelt.  Es  ist  also  Zunahme  der  Produktivität  der
Arbeit  zu  konstatieren.  Früher  war  hier  eine  bedeutende  Zahl
ausländischer  (belgischer)  Arbeiter  beschäftigt.  (So  waren  im  Jahr
1893/4  etwa  20°/ 0  der  Arbeiter  Belgier 1  2 .  In  bezug  auf  Produktivität ­
  nimmt  das  Werk  eine  der  ersten  Stellen  in  Südrußland  ein.
So  rechnete  man  im  Jahre  1895  je  750  Rbl.  Reingewinn  auf  eine
beschäftigte  Person.  Die  Schienenproduktiou  bleibt  auch  hier  ein

1  Cordeweener,  a.  a.  O.,  S.  74  und  88.
2  Trasenster,  a.  a.  O.,  Rev.  univers.  des  mines.  1889,  S.  204.
            
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