Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

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Es  gibt  noch  einige  andere  Fundorte  von  Eisenerzen,  wie
Korsak-Mogila  usw.,  aber  sie  sind  nicht  genügend  untersucht  und
spielen  bis  jetzt  eine  sehr  geringe  Rolle.
Steinkohle.  Als  Heizungsmaterial  kommt  für  die  südrussische
Eisenindustrie  überwiegend  die  Steinkohle  in  Betracht  (90—92°/ 0
des  Gesamtheizungsmaterials),  dann  Anthrazit  und  endlich  Naphtha,
das  gegenwärtig  kaum  mehr  als  1  —  2  °/ #  des  Gesamtverbrauchs  ausmacht.
Die  Steinkohle  kommt  ausschließlich  aus  den  Gruben  des  Donezbassins, ­
  das  als  das  größte  in  Europa  überhaupt  anzusehen  ist.
Zwei  Drittel  des  Bassins  bilden  das  Anthrazitlager.  Mit  dem  Namen
Anthrazit  bezeichnet  mau  kurzweg  anstehende  bitumenarme  Kohlen 1 .
Das  letzte  Drittel  dagegen  bildet  ein  Lager  von  ausgezeichneten
backbaren  Steinkohlen,  die  für  die  Koksgewinnung  brauchbar  sind.
Die  Produktion  von  Steinkohle  imDonezbassin  betrug  im  Jahre  1906 1  2 :

Gruben

Zahl  d.
Gruben

Zahl  der
Bergarb.

Produktion
d.  Steinkohle

Produktivität
einer  Grube

Arbeitsleistung
eines  Arbeiters

Die  Gruben  d.l
Eisenwerke  j
überhaupt

49
1075

19174
104466

173  910T.P.
869432„  „

3  549T.P.
808  „  „

12977  P.
12075  j

Die  Steinkohlenförderung  der  Eisenwerke  bildet  also  ein  Fünftel
der  Gesamtförderung.  Aus  der  Tabelle  ist  auch  ersichtlich,  daß  die
Gruben  der  Eisenwerke  durchschnittlich  größer  sind,  und  eine  größere
Produktivität  besitzen  als  die  anderen.  Fünf  Werke:  Dniepr,  Hughes,
Alexander,  Petrowsk  und  Gdanzewsk  arbeiten  mit  eigenen  Steinkohlen, ­
  die  anderen  müssen  sie  kaufen.  Für  die  Gewinnung  eines
Pud  Koks  braucht  man  gewöhnlich  1,35  Pud  Steinkohle 3 .  Den  anerkannt ­
  besten  Koks  liefert  das  Almasuaja-Flöz  in  der  Gegend  von
Almasnaja  und  Losowaja.  Die  Steinkohle  liefert  bei  der  Koksgewinnung
  eine  Menge  Gase  (15—40°/ 0 ),  die  jetzt  sehr  oft  ausgenützt ­
  werden 4 ).
Tieme  berechnete  im  Jahre  1897  die  Gewinnungskosten  für  ein
Pud  Steinkohle  auf  5,563  Kop.  für  die  Rutschenko-Grube,  auf  etwa
4,95—5  Kop.  für  die  Gorlowka-Grube  und  auf  3,5—4  für  die  Makejewka-Grube
  usw. 5 .  Augenblicklich  setzt  man  sie  auf  5—6  Kop.  an,
kann  aber  die  Ausgaben  der  Eisenwerke,  die  eigene  Gruben  haben
unter  günstigen  Verhältnissen  anf  2  Kop.  pro  Pud  annehmen 6 .
1  Franke,  Mitteilungen  von  einem  Ausfluge  nach  dem  nordwestlichen
Teile  des  Donezbeckens,  Essen  1899,  S.  4.
2  Statist.  Tatsachen  d.  Bergkomitee,  1906.
2  Tieme,  a.  a.  0.,  97,  Bd.  H,  S.  177.
4  Trasenster,  a.  a.  0.,  ßev.  univers.  d.  mines.  1896,  S.  34.
6  Tieme,  a.  a.  0.,  1887,  Bd.  I,  S.  26,  33  und  12.  ■
6  Fertner  schätzt  sie  sogar  auf  6,299  Kop.  pro  Pud  durchschnittlich.
(Fertner,  Die  Donezsteinkohlenindustrie,  St.  Petersburg,  (russisch),  1909.  8.  24).
            
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