Full text : Die Eisenindustrie in Südrußland

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selbe  ist  aber  auch  für  die  reinen  Walzwerke  gültig.  So  war  der  Wert
der  Anlagen  und  Maschinen  bei  „Hartmann-Maschinenfabrik  A.-G/‘
im  Jahre  1907/8  10893339,5  Rubel  bei  einer  Gesamtbilanz  von
17  216905,21  Rubel.  Er  bildete  also  etwa  63%  der  Gesamtbilanz.
Die  Abnutzung  des  Anlagekapitals  vollzieht  sich  im  allgemeinen
im  Laufe  von  längeren  Wirtschaftsperioden  schrittweise  jahraus
jahrein,  während  das  Betriebskapital  im  Laufe  eines  Jahres  sich
manchmal  einigemal  umsetzt,  und  wir  werden  ein  ganz  anderes  Bild
bekommen,  wenn  wir  die  Quoten  der  verschiedenen  Produktionselemente ­
  in  dem  hergestellten  Produkte  feststellen.  Nach  den  Angaben ­
  des  Jahresberichtes  der  Russo-Belge  A.-G.  von  1906/7  waren
folgende  Ausgaben  bei  der  Gesamtproduktion  in  diesem  Jahre  gemacht
worden:

Rubriken

Rubel

°/o

1

Roh-  und  Hilfsstoffe

3872388

40,3

2

Arbeitslöhne 1

3181752

33,1

3

Verwaltung

530805

5,5

4

Amortisation  der  Maschinen  und  Gebäude' 1  2

675187

7,0

5

Anleihezinsen  usw

326  356

3,4

6

Kaufmännischer  Betrieb  u.  andere  Ausgaben

600824

6,3

7

Staats-  u.  Gemeindesteuer

411409

4,2

Zusammen

9601691

100

Die  Prozentquote  des  Anlagekapitals  bildete  somit  in  der  jährlichen ­
  Produktion  unmittelbar  nur  7%  (Rubrik  Nr.  4)  der  Gesamtkosten; ­
  oder  sie  macht,  wenn  wir  auch  einen  Teil  von  Rubrik  Nr.  5
hinzurechnen 3 ,  kaum  mehr  als  10%  der  Gesamtkosten  aus.
Das  sind  die  Unkosten  einer  der  am  besten  organisierten
Unternehmungen  Südrußlands,  selbstverständlich  hängen  sie  bei  den
verschiedenen  einzelnen  Unternehmungen  von  der  jeweiligen  Gestaltung
der  wirklichen  Verhältnisse  ab.  So  vergrößern  sich  bedeutend  die
Unkosten  für  die  Rohstoffe,  wenn  die  Gesellschaft  nicht  eigene,
sondern  gekaufte  Rohstoffe  verarbeitet.  Besonders  verschieden  erscheint ­
  Rubrik  5  (Verzinsungsfuß),  was  hauptsächlich  von  der  Schuldenmasse ­
  der  Gesellschaft  abhängt.  So  betrug  diese  Position  bei  der
Nikopol-Mariupol  A.-G.  im  Jahre  1906/7  13,5%  der  Gesamtunkosten,
während  sie  bei  den  anderen  kaum  2—3%  ausmachte.

1  Einschließlich  Unfallversicherungsbeiträge.
2  Die  Amortisation  der  Gebäude  vollzieht  sich  den  Gründungsstatuten  gemäß
gewöhnlich  nach  der  folgenden  Berechnung:  die  Abschreibung  der  steinernen
Gebäude  sind  auf  5°/ 0  des  Gesamtwertes  gesetzt,  Maschinen  und  hölzerne  auf  10°/ 0 .
3  Da  ein  großer  Teil  der  angeliehenen  Summen  für  die  Errichtung  der
Gebäude  und  die  Anschaffung  von  Maschinen  verwendet  wurde.  —  Eisenindustrie
in  Südrußland,  1909,  S.  78  u.  79.
            
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