Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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nichts  zu  tun  haben  wollten 1 ).  Es  war  dies  die  rechte  Antwort
auf  ein  solches  unwürdiges  Ansinnen,  das  eben  nur  der  Ausdruck ­
  war  einer  materiell  gerichteten  Weltanschauung,  die
nichts  Höheres  als  das  Geld  kannte.
Auf  dem  Reichstage  zu  Regensburg  (März  bis  Juli  1541) 2 )
drang  Paumgartner  dann  weiter  in  Rehlinger,  um  ihn  auf  die
Seite  des  Kaisers  zu  ziehen.  Auch  auf  die  anderen  Vertreter
Augsburgs,  Gereon  Sailer  und  den  Stadtschreiber  Fröhlich,
suchte  er  einzuwirken 3 ).  Sailers  und  Fröhlichs  Berichte  sind
voll  Aerger  und  Klagen  über  diese  Praktiken  Paumgartners,
„der  ein  ärgerer  Feind  des  Evangeliums  sei  als  alle  Bischöfe  in
Deutschland“.  Der  Stadtschreiber  wurde  sogar  verdächtigt,
dass  er  sich  durch  Paumgartnersches  Geld  habe  bestechen
lassen 4 ).  Mit  Misstrauen  verfolgten  die  Augsburger  Rehlingers
Verhalten,  der,  wie  sie  glaubten,  durch  Paumgartner  schon
ganz  für  den  Kaiser  gewonnen  sei  und  eine  der  Stadt  feindselige ­
  Politik  treibe.  Man  tat  damit  diesem,  wie  Roth  auseinandersetzt, ­
  wohl  unrecht.  Der  beständigen  Verdächtigungen
überdrüssig,  sagte  Rehlinger,  der  ein  überzeugter  Lutheraner
war  und  zugleich  gut  kaiserlich  gesinnt  sein  wollte,  das  Bürgerrecht ­
  in  Augsburg  auf  (20.  Dezember  1543)  und  siedelte  nach
Strassburg  über 5 ).  Weil  er  eine  kaisertreue  Politik  im  Interesse
seiner  Vaterstadt  gelegen  hielt  und  bei  Paumgartner  darin

*)  Nuntiaturberichte  Bd.  6  S.  228.  Das  Gespräch  Paumgartners
mit  Confallonero  ist  zum  Teil  wörtlich  von  letzterem  wiedergegeben
worden  in  seinem  Bericht  an  Morone.
2 )  Auf  diesem  Reichstage  war  bekanntlich  als  päpstlicher  Legat
Contarini  anwesend,  für  den  Paumgartner  Geld  aus  Venedig  übermittelte. ­
  (Fr.  Dittrich:  Regesten  u.  Briefe  des  Kardinals  Gasparo
Contarini  1483—1542,  Braunsbg.  1881,  S.  167  Regest.  Nr.  665.)
3 )  Ueber  diese  beiden  in  der  Augsburger  Geschichte  in  jener  Zeit
bedeutungsvoll  hervortretenden  Männer  vgl.  R  o  t  h  a.  a.  O.  III.  S.  4
mit  den  Anmerkungen.
l )  So  schreibt  Sailer  am  19.  August  1543  an  den  Landgrafen  Philipp
von  Hessen  (Lenz:  Briefwechsel  Landgraf  Philipps  d.  Grossmütigen  von
Hessen  mit  Bucer,  3.  Teil,  Leipzig  1891,  in:  Publikationen  aus  den
Kgl.  Preussischen  Staatsarchiven  Bd.  47  S.  316):  So  pefind  ich  aber,
das  ime  (dem  Stadtschreiber)  das  geld  so  lieb  ist,  das  er  auch  von  desselben ­
  wegen  thuet,  was  man  an  inemuet;  sorg  gentzlich  erhab  durch  den
Rochlinger  und  aus  des  Paumgartners  seckel  ain  kefer  geschlickht,  der
in  anderst  mache  dann  er  sein  sulle.
6 )  Roth  III,  S.  216  ff.
            
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